Mainburger Feuerwehr sieht bei Klinik-Schließung die Rettungskette in Gefahr

Das drohende Ende des Mainburger Krankenhauses im Landkreis Kelheim lässt die Mainburger nicht zur Ruhe kommen. Jetzt schlägt die Feuerwehr Alarm, weil sie um die Rettungskette fürchtet. Besorgte Mainburger haben unterdessen eine Online-Petition gestartet.
In einem Brief an die Mittelbayerische beschreibt der Vize-Kommandant der Mainburger Feuerwehr, Erwin Plescher, ein Unglück, das sich am 15. November in Jetzendorf (Kreis Pfaffenhofen) ereignete. Ein Feuerwehrmann brach im Einsatz zusammen und starb trotz sofortiger Hilfe an einem Herzinfarkt. Während es in diesem Fall eine optimale Rettungskette gab, die freilich nicht half, sieht Plescher eine solch schnelle Hilfe in der Zukunft für den Raum Mainburg generell als gefährdet an.
„Stundenfrist im Notfall“
Allgemein gehe man davon aus, dass bei einem Notfall wie einem Herzinfarkt oder einer schweren Verletzung der Patient binnen einer Stunde im Krankenhaus sein muss, sagt er im MZ-Gespräch. Genau das sei in seinen Augen nicht mehr zu leisten, wenn es in Mainburg keine Klinik mehr gibt, die eine Notfallversorgung vorhält.
„Wir sehen regelmäßig in unseren Einsätzen, wie wichtig eine schnelle Notfallversorgung im Krankenhaus ist. Auch unsere Einsatzkräfte setzen sich im ehrenamtlichen Dienst einem erhöhten Risiko aus und erwarten eine schnelle stationäre Notfallversorgung hier in der Region“, falls ein Notfall passiere, heißt es in dem Schreiben. Neben Plescher haben es Kommandant Robin Bauer und die beiden Vorsitzenden Wolfgang Schöll und Marco Striegl unterzeichnet.
Schon jetzt erlebe man regelmäßig bei Einsätzen, dass Patienten sehr lange am Einsatzort ausharren müssten, weil es für den Rettungsdienst immer schwieriger werde, ein freies Krankenhausbett zu finden. Es sei zu befürchten, dass sich die Situation in der Hallertau weiter verschlechtere, sollte das Krankenhaus seinen Klinikstatus verlieren.
Dabei erforderten viele Verletzungen und Erkrankungen eine umgehende, lebensrettende Behandlung im Krankenhaus, sagt Plescher; das sei in manchen Jahren bei zehn Feuerwehreinsätzen der Fall. „Die Bevölkerung sollte sich bewusst sein, dass jeder selbst betroffen sein kann.“
Aber nicht nur in Fällen, bei denen es um Leben und Tod geht, hätte Klinikschließung Auswirkungen. Weil der Rettungsweg länger würde, müsse wohl öfter als bisher ein Rettungshubschrauber starten. Und bei weniger schlimmen Fällen wäre der Rettungswagen länger unterwegs, um ein Krankenhaus zu erreichen. Unter dem Strich hieße dies, dass mehr Rettungskräfte eingesetzt werden müssten als bisher, schlussfolgert Plescher.
Unterdessen haben einige Mainburger auf „openpetition.de“ die Online-Petition „Rettet das Krankenhaus Mainburg“ gestartet und dort seit 7. Februar bereits (Stand Freitagnachmittag) 4685 Unterstützende gefunden. Die Petition richtet sich an Landrat Neumeyer und Kelheims Kreistag, den Aufsichtsrat der Ilmtalklinik sowie Bundes- und Landespolitik.
Die Initiative fordert darin „die zuständigen Gremien und Entscheidungsträger auf, das Akutkrankenhaus in Mainburg mit seiner hochwertigen Notfallversorgung zu erhalten, die notwendigen Investitionen zur Aufrechterhaltung des Grundversorger-Status und für eine vollwertige Basisnotfallversorgung zu tätigen und das Krankenhaus nicht zu einem regionalen Gesundheitszentrum herabzustufen.“
Tausende stützen Petition
Unter der Petition haben sich bereits an die 2000 Kommentare gefunden. Die Notwendigkeit eines Krankenhauses im Raum Mainburg wird teils mit persönlichen Worten betont („Genau in diesem Krankenhaus wurde mir schon 2 x in letzter Minute das Leben gerettet, da ging's um Minuten!!“; oft mit dem Argument, dass ansonsten die Notfallversorgung der Menschen dort nicht mehr gewährleistet sei. die zumeist die Notwendigkeit des Krankenhauses betonen. Immer wieder wird davor gewarnt, dass „ politische Fehlentscheidungen oder finanzieller Druck“ zur Schließung führen. Häufig ist auch die Kritik, dass die Region Mainburg gegenüber dem Kelheimer Raum benachteiligt werde.
Högl kündigt Info-Veranstaltung an
Termin: Am Samstag, 24. Februar, findet um 10 Uhr in Mainburg eine öffentliche Info-Veranstaltung zur geplanten Umstrukturierung des Mainburger Krankenhaus statt. Das kündigt Kreisrätin und MdL Petra Högl an. Noch offen sei der Ort der Veranstaltung.
Info: Beim Termin sollen das derzeitige Leistungsspektrum der Klinik und das, was laut Regionalgutachten künftig möglich wäre, vorgestellt werden. Für Auskünfte stehen u.a. Landrat Martin Neumeyer und der Geschäftsführer der Ilmtalkliniken, Christian Degen, zur Verfügung.