Ende Januar wird der Kreistag Kelheim nichtöffentlich über Krankenhaus Mainburg beraten

Von Martina Hutzler · 17. Januar 2024 um 05:00

Das bisherige Krankenhaus Mainburg soll zu einem „Erweiterten Regionalen Gesundheitszentrum“ werden. Dieser Vorschlag des Beratungsunternehmens PricewaterhouseCoopers dürfte vor allem im südlichen Landkreis Kelheim auf Kritik stoßen. So geht die Debatte nun weiter.

Die am Dienstag (16. Januar) vorgestellte neue Medizinstrategie für das Krankenhaus Mainburg und weitere fünf Kliniken in und um Ingolstadt ist zunächst „nur“ eine Empfehlung der PwC-Berater. Nun sind die politischen Gremien am Zug.

Unmittelbar im Anschluss an die Pressekonferenz am Dienstag fand, ebenfalls in Ingolstadt, eine gemeinsame Sitzung für alle involvierten Kreistage bzw. Ingolstadts Stadtrat statt. Darin wurde ebenfalls das „Nabe - Speichen - Modell“ und dessen Auswirkungen auf die sechs Krankenhäuser vorgestellt.

Geplant ist, dass in den nächsten Wochen die Kreistage von Kelheim, Pfaffenhofen, Neuburg-Schrobenhausen, Eichstätt und der Stadtrat Ingolstadt über das Konzept beraten, sowie die zuständigen Trägergremien (Aufsichtsräte bzw. der Ingolstädter Krankenhaus-Zweckverband ).

Sind die Gremien im Grundsatz mit dem Konzept einverstanden, wäre dies der Startschuss, um die Details zur Umsetzung dieser Strategie zu erarbeiten.

Unter anderem müsste geklärt werden, mit welcher Rechtsform die Zusammenarbeit der sechs Häuser künftig erfolgen soll und welche steuerrechtlichen Konsequenzen dies hat. Möglich wären zum Beispiel eine Fusion oder eine gemeinsame Holding. Grundsätzlich gilt laut Fabian Schülke (PwC), dass die Synergie-Effekte (und damit auch die finanziellen Verbesserungen) umso höher ausfallen, „je verbindlicher die Zusammenarbeit der Beteiligten geregelt ist“.

Konstrukt soll in einem Jahr stehen

Zum Zeitplan sagte Ingolstadts Oberbürgermeister Christian Scharpf: „Ich hoffe, dass wir in ungefähr einem Jahr, am Ende dieser detaillierten Planung, ein fertiges Konstrukt haben – das in der Region hoffentlich konsensfähig ist“,

In dem Fall ginge es dann laut Fabian Schülke Zug um Zug an die Umsetzung des Modells. Wegen der weitreichenden Folgen an allen Standorten rechnet der PwC-Projektleiter damit, dass diese Umsetzung einen Zeitraum von fünf bis sechs Jahren beansprucht.

Ein erstes Stimmungsbild auch auf Ebene des Landkreises Kelheim ergab sich gestern in der nichtöffentlichen Information aller Ratsgremien.

Nach Angaben von Landrat Martin Neumeyer, der die Veranstaltung moderierte, gab es auch aus den Reihen des Kelheimer Kreistags etliche Nachfragen sowie aus dem Raum Mainburg Kritik an den Plänen, das dortige Krankenhaus in ein Erweitertes Regionales Gesundheitszentrum umzuwandeln.

„Status quo ist nicht mehr bezahlbar“

Genauer befassen mit dieser Umwandlung wird sich der Kelheimer Kreistag am Mittwoch, 31. Januar, in einer außerplanmäßigen Sitzung. Bei dem nichtöffentlichen Termin wird das Konzept nochmals detailliert vorgestellt und beraten. Es bewirke „Einschnitte, die weh tun“, so Landrat Neumeyer, aber der bisherige Status quo sei „nicht mehr bezahlbar“.

Sollte im Kreistag keine Mehrheit für das Konzept zustande kommen, würde sich laut Landrat Neumeyer wohl die Frage stellen, ob der Ilmtalklinik-Verbund mit Pfaffenhofen überhaupt noch aufrecht erhalten werden kann.