Große Herausforderungen, aber auch viele Chancen: Furth im Wald entwickelt sich

Trotz einer Erkältung bestens aufgelegt, präsentierte Bürgermeister Sandro Bauer seinen Jahresempfang 2024. Nachdenkliche Worte fand anschließend Landrat Franz Löffler. Ein kurzweiliger Talk mit Fachleuten rundete den offiziellen Teil ab.
Bauer hatte es vermieden – wie sonst üblich –, vor Beginn des Jahresempfangs zusammen mit seiner Frau Tanja die Gäste am Eingang einzeln zu begrüßen. Zu Beginn seiner Grußworte löste er das Rätsel auf. Ihn plagt seit einigen Tagen eine Erkältung: „Man möge es mir verzeihen, dass ich gerade keine Hände schüttele, aber vielleicht sind sie mir ja sogar dankbar.“
Sieben Millionen Euro Gewerbesteuer
Nachdem der Jahresempfang coronabedingt seit 2020 ausgesetzt war, freute sich Bauer, dass er rund 350 geladene Gäste aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Vereinswesen und Kultur im Tagungszentrum ATT begrüßen konnte. „Dass heute wieder so viele Gäste gekommen sind, freut mich. Ich werte das als gutes Zeichen.“
Er kündigte an, an diesem Abend nicht mit langweiligen Zahlen zu nerven, sondern den Rück- und Ausblick auf die Geschehnisse der Stadt Furth im Wald mittels einer Talkrunde näherzubringen. „Schließlich möchte ich ja, dass Sie auch im nächsten Jahr wieder zu uns kommen und da ist es mir dann besonders wichtig.“ Da liegen dann der Eröffnungstermin der Landesgartenschau 2025 (LGS) und der Jahresempfang nur vier Monate auseinander. „Bis dahin befinden wir uns schon in einer heißen Phase, aber dann wird es besonders heiß.“
Kurz ging Bauer auf die Frage ein, wie sich Erfolg für einen Bürgermeister definiert. Ist es Lob aus der Bevölkerung oder aus der Presse oder gar aus den sozialen Medien? Letzteres definitiv nicht. Man müsse schon froh sein , aus dieser Richtung nicht völlig ins Abseits gestellt zu werden. „Wobei ich mich immer wieder wundere, mit welch rudimentärem Wissen über äußerst komplexe Zusammenhänge oft einfältigste Kommentare in die globale Internet-Community hinausgebrüllt werden.“ Der Further Rathauschef spielte damit auch auf übelste Beleidigungen an, denen er und sein Stadtratsgremium sich in jüngster Zeit ausgesetzt sah.
Landrat und Bezirkstagspräsident Franz Löffler spannte einen weiten Bogen von der Weltpolitik in den Landkreis Cham und die Drachenstichstadt, die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten, die anstehende Präsidentschaftswahl in den USA und andere Weltereignisse, die man mehr oder weniger direkt zu spüren bekomme. „Wann haben wir jemals so einen bewegten Jahreswechsel erlebt? Das macht etwas mit uns.“ Inflation, Zinsanstieg, vieles habe auch die Region gebeutelt. „Dennoch, wenn ich auf unseren Landkreis blicke, dann sind wir erfreulicher Weise relativ stabil.“ Der Arbeitsmarkt befinde sich auf einem guten Weg, mit 100 Millionen Euro Gewerbesteueraufkommen (Furth im Wald: sieben Millionen) habe man einen Allzeitspitzenwert erreicht.
„Ich finde es gut, dass sich die Landesgartenschau so gut entwickelt.“ Natürlich führe es zu Diskussionen, wenn sich das gewohnte Bild der Stadt verändert, weiter entwickelt. „Doch das ist auch eine Chance, die man nicht so oft erhält. Wo gebaut wird, wird Zukunft gestaltet.“
Löffler sieht in Furth und im Landkreis viele positive Entwicklungen. Auf dem schulischen Sektor beispielsweise das Pädagogische Bildungszentrum (PBZ)und die Berufsschule in der Drachenstichstadt, die Zahl von 5600 Arbeitsplätzen, die gestiegene Kaufkraft in der Region, die Cham auf den 50. Platz von insgesamt 400 Kreisen katapultiert hat. Die zentrale Frage ist für ihn, wie der Wohlstand in die Zukunft überführt werden kann? „Dazu braucht es Vertrauen in das politische Handeln.“ Das gelte es jetzt mit richtigen Entscheidungen vor allem auch auf Bundesebene wieder herzustellen. „Wir brauchen Stabilität.“ Das gehe nicht, wenn die Bevölkerung mit Heizungsgesetz und anderen falschen Signalen verunsichert werde.
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Die Talkrunde eröffnete Bauer mit der PBZ-Leiterin Manuela Schambeck. Sie berichtete, dass inzwischen 180 Schüler soziale Berufe am PBZ erlernen –Tendenz steigend. Fast 90 Prozent der Absolventen sind fest im Landkreis verbunden und bleiben auch nach erfolgreichem Abschluss in der Region. Auch weil man aktuell unheimlich viele Bewerber hat, bekommt das PBZ langsam Platzprobleme. Der Landkreis, die Stadt Furth im Wald und der Schulträger Volkshochschule (Vhs) basteln bereits an einer Lösung des Problems.
Jugendreferentin Andrea Pohmer ging auf die Gestaltung des Sportparks rund um die Pumptrack-Anlage ein. War zunächst nur von einigen Erdhügeln die Rede, die in Eigeninitiative beim Skatepark errichtet werden sollten, hat das Projekt immer mehr Interessenten gefunden. So entstehen jetzt neben dem modernen Pumptrack weitere Sportanlagen. „Ich hoffe nur, dass mit der neuen Attraktion dann auch sorgsam umgegangen wird“, fügte Bauer an.
Stellvertretend für viele andere ein positives Beispiel für funktionierenden Handel in der Stadt sind Tanja und Heinz Schneider, die vor knapp einem Jahr ein Elektrofachgeschäft eröffnet haben, das bereits jetzt aus allen Nähten platzt. Derzeit ist man auf der Suche nach neuen Räumlichkeiten. Das findige Ehepaar betont, dass es in Furth bestens aufgenommen worden sei. Zum Erfolgskonzept des Unternehmens sagte Tanja Schneider: „Kundenzufriedenheit ist unser Gesetz.“
Architektin Barbara Wilnhammer, die Bauer als Stadtplanerin aber auch für ihr ehrenamtliches Engagement beim Kinderdrachenstich, der in diesem Jahr 100. Jubiläum feiert, auf die Bühne holen wollte, war beruflich verhindert.
Zu den Schwierigkeiten der aktuellen Straßenbauarbeiten konnte Peter Kolbeck von der gleichnamigen Baufirma, stellvertretend für alle Bau- und Abriss-Firmen, die derzeit in Furth im Wald werkeln, etwas sagen. Eine Herausforderung war zum Beispiel die Sanierung der Josef-Heigl-Straße. Hier musste nicht nur die Fahrbahn, sondern auch der vier Meter tief liegende Kanal unter erschwerten Bedingungen saniert werden.
Parkarena und Gartenschau
Belastet haben Furths Bürgermeister im vergangenen Jahr die Querelen rund um den Abriss der Festhalle. Doch schließlich hat die Bürgerinitiative mit ihrer Unterschriftensammlung nur einen Sturm im Wasserglas verursacht, so dass Bauer davon ausgegangen ist, dass die schweigende Mehrheit dem Abriss zustimmt. Wie die moderne und innovative Parkarena, die anstelle der Halle auf der Festwiese entsteht, aussehen wird, erläuterte Architekt Peter Hickel, der in die Planungen eingebunden ist. Abschließend machte Tina Heigl, Leiterin Ausstellung und Betrieb für die LGS, mit einem kurzen Statement Lust auf das Mega-Event im kommenden Jahr. „Ich freu mich unbandig drauf“, schloss Bauer.
Gelöste Stimmung und gute Gespräche: Stehempfang wurde von einem hervorragenden Buffet begleitet
Der Jahresempfang in Furth im Wald ist traditionell auch die Gelegenheit zu plaudern, Freundschaften zu knüpfen oder zu vertiefen.
So auch am Mittwochabend, als Bürgermeister Sandro Bauer im Tagungszentrum ATT rund 350 geladene Gäste begrüßte. Sie freuten sich nach dem offiziellen Teil auf den Stehempfang mit einem ausgesuchten Buffet, das Daniel Siegl vom gleichnamigen Restaurant und sein Team zubereitet hatten. Appetithäppchen aber auch warme Speisen konnte man sich schmecken lassen. Für die musikalische Unterhaltung des Abends hatten zur Begrüßung die Businenbläser gesorgt. Durch den Abend führten dann Johannes Breu am Klavier und Syrus Saleki am Bass. Im ersten Teil des Abends hatte Bauer Fachleute auf die Bühne geholt, die zu verschiedenen Themen Rede und Antwort standen. Für die meisten Lacher des Abends sorgte Peter Kolbeck, Seniorchef der gleichnamigen Baufirma, die mit der Gestaltung der Hofer-Insel beauftragt ist.
Mit Blick auf den engen Zeitplan bis zur Landesgartenschau, die am 22. Mai 2025 eröffnet werden soll, scherzte er: „Dann haben wir ja bis zum 21. Mai Zeit.“ Natürlich wird das Projekt aber wie geplant bis Ende 2024 fertig.







