Kann der Kubus vielleicht doch bleiben? Florian Plajer macht Kreativen in Regensburg Hoffnung

Von Heike Haala · 1. Februar 2024 um 05:00

Es war zwar kein Geschenk, das der neue Planungsreferent Florian Plajer Regensburgs Kreativen zum Netzwerkdienstag ins Degginger mitbrachte, allerdings sagte er auch ziemlich deutlich nicht „Nein“ zu einem Wunsch, den viele Menschen aus dieser Szene hegen.

Das ist der Erhalt des Kubus auf dem Gelände der Prinz-Leopold-Kaserne, das die Stadt gerade in ein neues Stadtviertel umwandelt.

Der Kubus, das ist ein ehemaliges Gas-Testungsgebäude, das als Bar, Treffpunkt und Ausstellungsraum zwischengenutzt werden kann. Mit einigem Erfolg: Er hat sich zu einem kulturellen Treffpunkt abseits des Stadtzentrums entwickelt. Deswegen wollen viele Menschen, die schon einmal dort waren, diese Zwischennutzung maximal verlängern oder am liebsten komplett verstetigen.

Moderator hakte nach

Als Moderator Clemens Rudolph aus dem Vorstand des Vereins Forum Kultur- und Kreativwirtschaft Regensburg den Planungsreferenten auf die Prinz-Leopold-Kaserne ansprach, ging es sofort auch um den Erhalt des Kubus. Plajer antwortete, dass er Identifikationspunkte auf Konversionsarealen für maßgeblich und auch für ein wichtiges Merkmal für die neue Bevölkerung hält. Deswegen wolle er die Zwischennutzung so lange wie möglich erhalten. Außerdem sagte er: „Dass wir darüber nachdenken, was wir weiter machen, ist wichtig.“ Die Gäste, die laut Rudolph an diesem Abend so zahlreich wie noch nie ins Degginger gekommen waren, applaudierten für diese Aussage.

Rudolph gab Plajer an dem Abend die Möglichkeit, sein Profil zu zeigen – und dass er Sinn für Humor hat. Als der Moderator nach den Baustellen fragte, die sein neuer Job für ihn bereithält, antwortete der Planungsreferent, dass seine Arbeit naturgemäß ausschließlich aus Baustellen besteht. Etwa die Schaffung von Baurecht, der Flächennutzungsplan, die Bauleitplanung, der Bau städtischer Gebäude, der Tiefbau mit den Straßen und Kanälen, das Klärwerk und auch die geplante Stadtbahn sieht Plajer als Teile seines Aufgabenspektrums.

Nachdem dies abgesteckt war, warf Rudolph seinem Gesprächspartner stichpunktartig Themen zu. Zum Beispiel sollte Plajer sich zu seinen Visionen äußern. Der wollte aber lieber von Zielen sprechen. Wenn etwas in anderen Städten gut läuft, hängt das in den Augen den Planungsreferenten oft damit zusammen, dass etwas umgesetzt wird, das sich die Menschen vorher selbst erarbeitet haben.

Als konkrete Beispiele nannte er Kopenhagen beim Thema Radverkehr oder das Stadtentwicklungsprojekt Superblocks in Barcelona, bei dem Quartiere geschaffen werden, in denen Fußgänger Vorrang haben, indem Autospuren auf den Straßen gestrichen und für andere Nutzungen freigegeben werden. Vergleichbar mit Regensburg ist den Augen des Planungsrefenten, der auch in Spanien studiert und gearbeitet hat, Santiago de Compostela am Ende des Jakobswegs, weil dort zeitgemäßes Wohnen und Arbeiten in einer historischen Stadt ermöglicht wurde.

Digitaler Nachholbedarf

Bei der Sallerner Regenbrücke antwortete Player kurz, dass er nun die Klagefrist abwarten werde. Die geplante Stadtbahn bezeichnete er als positiv und Teil der Verkehrswende. Keine Alternative gibt es für Plajer zur Digitalisierung. „Das muss man benutzen wie einen Minenstift“, sagte er. Hier gebe es auch noch Nachholbedarf im Sinne dessen, dass die Menschen ihre Arbeit besser und effizienter leisten können.

Zuletzt lud er die Menschen ein, ihn wegen ihrer Anliegen anzusprechen. „Ich bin oft mit dem Rad in der Stadt unterwegs oder auch auf Veranstaltungen“, erklärte er.

Die kleinste Galerie

Mode: Noch bis zum 10. März zeigt die Modemacherin und Performance-Künstlerin Paula Dischinger ihre Arbeiten in Form von T-Shirts in der kleinsten Galerie. Sie thematisiert damit die positiven und negativen Empfindungen des Gefühls, eingespannt zu sein.

Künstlerin: Die Modeschöpferin schaffte es mit ihrer Bachelorarbeit am Institut français de la mode (IFM) bereits in die chinesische Ausgabe des Männermagazins GQ.

Paula Dischinger mit ihren T-Shirts in der kleinsten Galerie