6000, 10.000 oder 13.000: Wie viele waren in Regensburg gegen Rechts auf der Straße?

Von Heike Haala · 22. Januar 2024 um 17:00

Während die Veranstalter von der Initiative gegen Rechts die Angaben zu den Teilnehmern der Demonstration um den Haidplatz bis Sonntagabend auf bis zu 13.000 nach oben korrigierten, spricht die Polizei inzwischen von 10.000 Menschen. Wie kommt es dazu?

Dennis Forster von der Initiative gegen Rechts sagt, dass er und seine Mitstreiter die Zahlen über das Online-Tool Mapchecking ermittelten. Damit könne laut Betreiber die maximale Anzahl an Personen, die sich in einem bestimmten Bereich aufhalten, abgeschätzt und überprüft werden.

Die Initiative gegen Rechts habe dafür alle Bereiche, in denen ihre Ordner Demonstrationsteilnehmer ausgemacht hatten, auswerten lassen, sagt Forster. Also nicht lediglich den Haidplatz, sondern auch die umliegenden Gassen, wo am Sonntag ebenfalls Gedränge herrschte. Laut der Auswertung der Initiative habe sich dabei etwa für die Weingasse ein Wert zwischen 800 und 1500 Teilnehmern ergeben oder für die Ludwigstraße ein Wert von 1600.

Großes Gedränge in den Gassen

Forster betont, kein Interesse daran zu haben, die Teilnehmerzahl aufzublähen. Deswegen sei die Initiative gegen Rechts – je nachdem, ob sich die Menschen an einer Stelle eher locker gruppierten oder dicht drängten – von mehr oder weniger Personen pro Quadratmeter ausgegangen. In der Auswertung schlägt sich dies in Werten zwischen zwei Personen pro Quadratmeter im Minimum in der Rote Hahnengasse und vier Personen pro Quadratmeter in der Spitze etwa im Bereich vor dem Alten Rathaus nieder. Am Ende sei dabei die Zahl von 13.000 Teilnehmern herausgekommen.

Die Polizei ging mit ihrer Einschätzung der Teilnehmerzahl am Montag deutlich nach oben. „Wir gehen davon aus, dass die Teilnehmerzahl grob im Bereich von 10.000 Teilnehmern lag“, schreibt Markus Reitmeier, Pressesprecher der Polizeiinspektion Regensburg Süd. Um Teilnehmerzahlen wie diese zu ermitteln, zähle die Polizei die Teilnehmer von Versammlungen, sagt er. Bei größeren Versammlungen erfolge meist eine blockweise Abschätzung der Teilnehmer. Laut Reitmeier ist die Teilnehmerzahl am Sonntag geschätzt worden – eben weil sie sich auf die umliegenden Straßen und Gassen ausgeweitet hat.

Auch für das kommende Wochenende ist abzusehen, dass wieder einige Menschen auf den Straßen der Innenstadt für ihre Überzeugungen demonstrieren. Die größten davon sind ein Umzug unter dem Motto „Gemeinsam gegen den Ampelwahnsinn!“ und ein angekündigter Gegenprotest. Den Umzug hat laut Auskunft der Stadt eine Privatperson mit etwa 300 Teilnehmern angemeldet. Er soll um 14.30 Uhr am Domplatz starten. Die Route soll bis 17 Uhr über die Speichergasse, die Dr. Martin Luther Straße, die Galgenbergbrücke, die Friedenstraße, die Kumpfmühler Straße sowie über den Bismarckplatz, den Haidplatz, das Alte Rathaus und den Krautererermarkt, zurück zum Domplatz führen.

Domplatz für Fahrzeugverkehr gesperrt

Bereits um 13.30 Uhr hat die Initiative gegen Rechts eine Versammlung am Domplatz mit 300 Teilnehmern angemeldet, um gegen die in ihren Augen extrem rechte Demonstration zu protestieren.

Am 9. Dezember und am 7. Oktober hatte diese Gemengelage für Aufruhr in der Innenstadt gesorgt: Um den Umzug zu stoppen blockierten einige Menschen die Route, was zu Rangeleien der Blockierer mit der Polizei führte.

Laut Reitmeier werden seine Kollegen am Samstag von anderen Oberpfälzer Polizeidienststellen sowie von der Bereitschaftspolizei unterstützt. Der Domplatz soll zwischen 13.30 und 18 Uhr für den Fahrzeugverkehr gesperrt werden. Weiter könne es durch den Umzug zu kurzfristigen Verkehrssperren entlang der Strecke kommen.