Aus Grün mach’ Weiß am Hohenbogen: Der zweite Saisonstart für das Skigebiet

Von Stefan Weber · 12. Januar 2024 um 05:00

Bei -9 Grad laufen die Lanzen und Schneekanonen im Hochbetrieb am Donnerstagvormittag auf dem Hohenbogen im Landkreis Cham. Zumindest die, die an der Talstation aufgebaut sind und für die es noch genügend Wasser gibt. „Wir haben 30 Zentimeter Schnee auf der Piste“, freut sich Hohenbogenbahn-Geschäftsführer Markus Müller, „und seit Mittwochnacht sind wir eigentlich fertig.“ Der Skibetrieb in dieser Saison kann (wieder) losgehen.

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Denn eigentlich war das Skigebiet schon Anfang Dezember in den Wintersport-Modus gestartet, doch dann machte Regen die Schneemassen wieder zunichte. Wiedergekommen seien sie bis zum heutigen Freitag nicht, sagt Markus Müller. Die Schneeauflage auf der Piste ist fast komplett maschinengemacht.

Beschneiung auf dem Hohenbogen seit 24 Jahren

Auf schneearme Winter stellte sich das Skigebiet, das auf einer Höhe von knapp unter 1100 Metern endet, schon seit über 20 Jahren ein. Im Jahr 2000 seien die ersten beiden manuellen Schneekanonen angeschafft worden, erinnert sich Müller. Damals sei alles noch Handarbeit gewesen: Aufstellen, drehen, anschließen, vorwärmen, Kompressor einschalten ... Fünf Jahre später gab es dann die erste moderne Schneekanone, die erste von jetzt so vielen, dass Müller die Zahl nicht mehr sofort parat hat – und Schneelanzen, die gibt es natürlich auch noch.

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Selbstverständlich könnte es „immer noch mehr sein“, sagt Müller, der mit der Schneedecke auf den Pisten aber auch so sichtlich zufrieden ist. Vor allem mit Blick auf Fotos vom vergangenen Samstag. Darauf ist außer wenigen Schneeresten an der Talstation gar kein Schnee mehr zu sehen, nur das obere Drittel sah weiß aus.

Woher kommt das Wasser für die Schneekanonen?

Vier bis fünf Tage dauere es erfahrungsgemäß, um die Pisten auf dem Berg so zu beschneien und vorzubereiten, dass ein Skibetrieb möglich ist, sagt Markus Müller. Das liege auch daran, dass dann das Wasser für die Schneekanonen aufgebraucht sei. Das komme nicht aus irgendeiner Quelle oder von einer Wasserleitung, sondern aus drei Bassins, die rein durch Schmelz- und Regenwasser gespeist würden. Das werde übrigens auch streng im Jahres-Rhythmus durch das Wasserwirtschaftsamt kontrolliert. Gut 12 000 Kubikmeter Wasser seien es, die so seit Anfang der Woche auf den bis dahin grünen Abfahrten gelandet seien, schätzt er – ein Kubikmeter Wasser entspricht ungefähr der Füllung von acht Badewannen.

Der Maschinen-Schnee will dann aber auch noch durch die drei Pistenbullys, beziehungsweise deren Fahrer, verteilt sein. Bis zu drei Meter könne sich der Schnee vor den Kanonen und Lanzen auftürmen. Auch das eine Arbeit, die viel Zeit in Anspruch nehme. Aus Grün nun wieder Weiß zu machen, ohne dass es genügend geschneit habe, das sei also schon auch kein kleiner Aufwand für die Mitarbeiter der Hohenbogenbahn – aber einer, der von den Wintersportlern geschätzt werde. Das gelte auch und besonders für das Flutlichtfahren, das ebenfalls am heutigen Freitag um 18.30 Uhr startet und dann immer von Dienstag bis Samstag angeboten werde. Natürlich auch dann immer mit frisch präparierten Pisten, auch wenn das dann immer etwas schneller als in vier bis fünf Stunden gemacht werden müsse.

Vorbereitungen für die Skisaison auf dem Hohenbogen

Temperatur: Das A und O bei der Beschneiung ist die Temperatur: Bis zu -3 Grad sei das gerade bei der Luftfeuchtigkeit im Bayerischen Wald quasi unmöglich, weiß Markus Müller. Chemische Zusätze seien in Deutschland komplett verboten. Die besten Ergebnisse würden bei etwa -10 Grad erreicht, so wie in den vergangenen Tagen. „Bei -15 Grad wird es dann schon wieder sehr schwierig“, sagt er.

Präparieren: Ist ein Skitag vorbei (nach Flutlichtbetrieb erst ab 22 Uhr), dann wird die Piste täglich neu präpariert. Das dauert zwischen vier und fünf Stunden jedes Mal.

Mitarbeiter: Einschließlich der Angestellten in der Gastronomie im Berghaus, das von der Hohenbogenbahn mitbetrieben wird, sind an einem Skitag rund 30 Mitarbeiter beschäftigt.

Sicherheit: Gerade zum nun anstehenden Neustart, aber auch sonst, müssen Fangzäune und jeder einzelne Aufprallschutz (etwa um die Schneekanonen herum) überprüft oder neu aufgestellt werden – eine der wenigen Restarbeiten, die erst noch am Donnerstag durch die Mitarbeiter vorgenommen wurden, damit für den zweiten Saisonstart diesen Winter wieder alles für die Skifahrer auf dem Hohenbogen bereit ist.

So sah es an der Talstation noch am Samstag aus.
„Es kann losgehen“, freut sich Hohenbogenbahn-Geschäftsführer Markus Müller.
Die Schneekanonen laufen
Letzte Arbeiten rund um die Sicherheit