Der vorgezogene Saison-Start am Arber geht in die zweite Runde – weitere Gebiete ziehen nach

Der Große Arber tat es den Skigebieten in Oberbayern gleich und öffnete schon am vergangenen Wochenende. Ein Erfolg? Zumindest kündigen weitere Gebiete an, ebenfalls öffnen zu wollen.
„Es war sensationell“, brachte Arberbergbahn-Chef Thomas Liebl den Verlauf des ersten Ski-Wochenendes auf den Punkt. Die Piste war sehr gut präpariert. Der Andrang lag sogar etwas über den Erwartungen. „Die Mehrzahl der Gäste waren Saisonkarteninhaber, die sich den frühen Start durch das Pre-Opening nicht entgehen ließen“, resümierte Thomas Liebl.
Saisonkarteninhaber sind natürlich Einheimische, die am liebsten talwärts brettern, wenn der Skibetrieb noch nicht auf dem Höhepunkt ist und die Skipisten weniger voll sind. So gesehen, war das Wochenende mit dem 2. und 3. Dezember eine willkommene Gelegenheit. „Jeder hatte total Spaß am Schnee“, konnte sich der Betriebsleiter selbst überzeugen. Thomas Liebl empfand dies wie eine regelrechte Skifahrer-Euphorie. „Die Freude am Schnee hat uns total begeistert“, sprach er der gesamten Pisten-Mannschaft aus dem Herzen. „Die Motivation und die Lust auf Bewegung unter freiem Himmel waren unverkennbar.“
2023 erst ab 25. Januar
Der Schnee gehöre einfach zum Winter. Die kalte Jahreszeit sei in früheren Zeiten bis auf wenige Ausnahmen nie anders gewesen. Deshalb habe die Skifahrerszene und die gesamten Skigebiete in den vergangenen Jahren arg gelitten, wenn zu milde Temperaturen herrschten und sich die Landschaft im Dezember eher grün statt weiß präsentierte. Jüngstes Beispiel war vergangenes Jahr, wobei dieser Winter, genau analysiert, auf dem Berg nicht so schlecht war, wie gesagt werde. „Ab dem 25. Januar lief der Skibetrieb am Arber tadellos“, blickte Liebl zurück. Nur gebe es allgemein den Anspruch, dass der Betrieb vor Weihnachten zu beginnen habe und auf jeden Fall auch über die Jahreswende in vollen Zügen zu genießen sei.
„Es soll einfach immer das passieren, was die Menschen sich wünschen“, bedauert der Bergbahn-Chef. Noch vor dem letzten Wochenende war man eigentlich der Meinung, dass nach dem Pre-Opening noch einmal eine Woche Pause sei, in der einzig und allein die letzten Revisionsarbeiten abgewickelt würden. Aufgrund der guten Umstände – sprich der Wetterprognose – fahre in dieser Woche die Sonnenhangsesselbahn aber weiter. „Das war für uns selber in der Tat nicht absehbar, dass sich die Pistenpräparierung aufgrund der Schneefälle so gut entwickelt“, begründete Liebl die Umorientierung. Das bedeutet, dass die gesamte Woche das kleine Skigebiet, also Sonnenhang, Damen- und Familienstrecke zur Verfügung steht. Nur den Thurnhofhang lässt man noch außen vor, weil die Nachfrage hier zu gering wäre.
Wo Maschinenschnee fehlt
Am Hohenbogen stand der Lift dieses Wochenende noch still, obwohl auch hier etliche Zentimeter Schnee auf den Pisten lagen. Das sei auch genug, um am kommenden Samstag und Sonntag (und nach Möglichkeit auch am Wochenende darauf) die Pisten zu öffnen, sagt Hohenbogenbahn-Geschäftsführer Markus Müller. Schon am vergangenen Wochenende zu öffnen, das sei aus organisatorischen Gründen nicht möglich gewesen. „Wir waren noch mitten in den Vorbereitungen“, sagte er, und dazu gehörten auch Dinge wie Einkauf in der Gastronomie und – vor allem mit Blick auf die übrige Saison – Maschinen-Schnee.
Der sei kompakter und auf weite Sicht stabiler als der Naturschnee im Skigebiet, das zwischen 650 und 1060 Metern Höhe liegt. Gerade dafür, und für die Präparierung der Pisten, seien die nun anstehenden Tage mit niedrigen Temperaturen sehr gut zu nutzen, sagt Müller. Darüber hinaus sei es selbst am Freitag noch nicht absehbar gewesen, ob der Skibetrieb schon an diesem Wochenende auf dem Hohenbogen möglich gewesen wäre, sagt Müller. Der stärkste Schneefall sei erst in der Nach von Freitag auf Samstag zu verzeichnen gewesen. Innerhalb eines Tages ein Skigebiet zu öffnen, das sei einfach zu knapp gewesen – ganz abgesehen von Sicherheitsaspekten, die Müller auch noch anführt: Schneefälle und Schneebrüche in den Wäldern seien dieses Wochenende noch keine Garanten für ein sicheres Schneevergnügen auf den Bergen gewesen. Ab kommendem Wochenende starte aber auch der Betrieb auf dem Hohenbogen.
Das wird am Skigebiet Eck geplant
Betrieb: Laut Website wird das Skigebiet Eck nicht mehr beschneit; Bei „passenden Bedingungen erfolgt ein Skibetrieb“, informiert der Betreiber auf seiner Website und gibt einen Start nicht vor dem Datum 16. Dezember 2023 an.
Kosten: Da nicht mehr beschneit werde, blieben die Preise stabil, was für die Tageskarte pro Erwachsenem 22 Euro bedeute. Wegen Personalmangels entfielen aber die Punktekarten, es würden nur noch Zeitkarten ausgegeben.


