Skigebiete am Hohenbogen geöffnet: Zum Erhalt der Pisten wird man auch erfinderisch

Das Tauwetter der vergangenen Tage hatte sich schon am Sonntag angekündigt. Während mancherorts schon auf die Hochwasserpegel geblickt wird, sind die Betreiber der Bergbahnen in der Region positiv gestimmt. Für manche Pisten wurden sogar besondere Konservierungs-Maßnahmen vorgenommen.
„Wir haben den Schnee auf den Pisten nach dem Sonntag kompakt eingepackt“, sagt Markus Müller, Geschäftsführer der Hohenbogenbahn. Damit meint er nicht das, wie es viele Menschen wohl von Fotos auf schmelzenden Gletschern kennen. In Folie eingepackt wurde auf dem Berg nichts. Aber der Pistenbully schob den bestehenden Schnee auf eine Höhe von bis zu anderthalb Metern zusammen, damit er widerstandsfähiger gegen das schon da zu erwartende Tauwetter gewappnet ist.
Zusammenschieben wirkt
Scheint auch gut gewirkt zu haben – jedenfalls zeigt sich Müller am Donnerstag davon überzeugt, dass die vor allem an der Talstation in Mitleidenschaft gezogene Schneedecke am Freitag beim Auseinanderschieben des gebunkerten Schnees wieder einwandfrei für den Skibetrieb am Wochenende vorbereitet werden kann. Das sei übrigens eine Maßnahme, die es so in der Geschichte der Bergbahn noch nicht gegeben habe, wie er sagt.
Das liege daran, dass die Situation dieses Jahr auch besonders außergewöhnlich gewesen sei: Nicht etwa, weil es Ende November und Anfang Dezember bereits stark geschneit hatte. Auch 2006 hatte es schon früh Schnee auf dem Hohenbogen gegeben. Außergewöhnlich sei allerdings der massive Wärmeeinbruch der vergangenen Woche, der so auch nicht vorherzusehen gewesen sei.
Prognose trat nicht ein
Vor einer Woche hätten die Prognosen noch darauf hingedeutet, dass sich die kalten Temperaturen würden halten können – und wenn es erst im Januar oder Februar wieder wärmer geworden wäre, wäre das Zusammenziehen des Schnees auch nicht notwendig gewesen, da die Bahn dann ohnehin weiter durchgefahren wäre. Nun sei allerdings geplant, nur an diesem Wochenende zu öffnen und dann wieder bis zum Beginn der Weihnachtsferien zu schließen. „Ab da ist dann aber auf jeden Fall durchgehend Betrieb“, sagt Markus Müller. Der Start einer Saison hänge seiner Erfahrung nach auch nicht zwangsweise mit dem Ergebnis am Ende zusammen.
So habe die Saison 2006 auch erst ab Weihnachten begonnen, habe dafür aber 100 Tage durchgehend gedauert, was sehr gut sei. Betriebswirtschaftlich gesehen sei übrigens die Saison 2018/19 gewesen, sagt Müller: Damals sei Skifahren erst im Januar möglich gewesen, was der Freude der Skifahrer offensichtlich auch keinen Abbruch getan habe, auf die sich die Bahn auch an diesem Wochenende schon zum zweiten Mal in dieser Winter-Saison freue.
