Toter Senior (73) in Mintraching: Mordermittler haben Verdächtigen im Visier

Nach dem Gewaltverbrechen an dem Senior in Mintraching an Pfingsten gibt die Staatsanwaltschaft in Regensburg erstmals Details zu Ermittlungen preis: Seit Monaten gibt es einen Verdächtigen und auch mehrere Hausdurchsuchungen. Was bislang bekannt ist.
Ein Gewaltverbrechen erschüttert an Pfingsten 2023 die Menschen in Mintraching. Ein 73-Jähriger wird tot in seinem Haus aufgefunden. Mehr als sieben Monate arbeiten die Mordermittler seither an diesem Fall. Details dringen keine an die Öffentlichkeit. Bis jetzt: Denn man hat bereits seit Monaten einen „namentlich bekannten Beschuldigten“ im Visier. Das bestätigt nun Oberstaatsanwalt Thomas Rauscher, der Sprecher der Staatsanwaltschaft in Regensburg. Einen Haftbefehl gegen diesen Mann gebe es jedoch bislang nicht, hieß es.
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Dass der Senior aus Mintraching getötet worden war, hatte sich früh angedeutet: Eine Obduktion am Tag nach dem Fund der Leiche des 73-Jährigen am 27. Mai bestätigte die objektiven Spuren am Tatort. Das berichtete das Polizeipräsidiums Oberpfalz bereits am Pfingstsonntag offiziell – umgehend nahm demnach die eigens gegründete Ermittlungsgruppe „Pico“ ihre Arbeit auf. Diese Beamten befragten zeitnah alle Nachbarn und Anwohner in Mintraching.
Entdeckt worden war der Tote am Pfingstsamstag in seinem Haus. Ein Angehöriger rief damals gegen 22 Uhr die Polizei. Das Anwesen, in dem der 73-Jährige zu Tode kam, liegt etwas zurückgesetzt an der Hauptstraße in Mintraching. Nach MZ-Informationen lag die Leiche in einem Zimmer im Erdgeschoss des Hauses. In der Wohnung lebte der Mann bereits seit einiger Zeit offenbar allein. Lebend gesehen worden war der Senior das letzte Mal wohl am 27. Mai, um die Mittagszeit.
LKA-Spezialisten vermessen Tatort für 3D-Modell
Daher konzentrierten sich die Ermittler zunächst auch auf den Tatort: Über Tage hinweg sicherten Spezialisten der Kripo immer wieder Spuren vor Ort und durchsuchten alle Räume des Hauses akribisch. Über Wochen hinweg blieb der Tatort am Ende polizeilich versiegelt – nicht zuletzt, weil das Münchener Landeskriminalamt in Mintraching zum Einsatz kam. Die Beamten des LKA hatten den Tatort für eine Rekonstruktion genauestens vermessen und alle nötigen Daten für ein 3D-Modell erfasst. Daraus entstehen beispielsweise Blutspurengutachten, die genaue Rückschlüsse auf Tatabläufe zulassen.
Ob den Mordermittlern der Regensburger Kripo dazu bereits weitere Erkenntnisse vorliegen, ließ Polizeisprecher Claus Feldmeier offen. Aus ermittlungstaktischen Gründen könnte das nicht preisgegeben werden. Bereits unmittelbar nach der Tat hatten die Ermittler aber um Hinweise zu einem möglichen Zeugen gebeten, der an jenem Samstag zu Fuß in Mintraching unterwegs gewesen sein soll. Der 25 bis 35 Jahre alte, etwa 180 Zentimeter große Mann mit Bart soll ein rot-schwarz-kariertes Holzfällerhemd, schwarze Jeans und Schuhe getragen haben.
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Wie die Staatsanwaltschaft nun mitteilte, gab es zu diesem Zeugenaufruf auch Hinweise im mittleren zweistelligen Bereich. Diese seien im Wesentlichen abgearbeitet, führten aber zu keinem konkreten Tatverdächtigen. Doch Staatsanwaltschaft und Kripo ermitteln in dem Fall „auch gegen einen namentlich bekannten Beschuldigten aus dem sozialen Umfeld des Geschädigten“, erklärte Oberstaatsanwalt Rauscher.
Das Verfahren gegen diesen Mann werde „wegen des Verdachts des Totschlages“ geführt. Der Sprecher der Regensburger Staatsanwaltschaft bestätigte außerdem, dass es aufgrund richterlicher Beschlüsse auch schon Durchsuchungen gab.
Rauscher: Kein dringender Verdacht, kein Haftbefehl
Doch in U-Haft sitzt dieser Mann nicht: „Es besteht derzeit kein dringender Tatverdacht“, erklärte Rauscher dazu, „weil auch ein etwaiger Dritter als Täter nicht ausgeschlossen werden kann“.