Toter in Mintraching: Nach Gewaltverbrechen an Senior ermittelt das LKA

Wurde 73-Jähriger in Mintraching brutal ermordet? Spezialisten analysieren Spuren und Tatort. Die Ermittlungsgruppe „Pico“ sucht mit Hochdruck nach dem Täter – ein Durchbruch fehlt der Kripo in Regensburg bisher.
Am Pfingstsamstag wurde ein 73-Jähriger tot in seinem Haus in Mintraching gefunden. Früh war klar, dass der Senior das Opfer eines Gewaltverbrechens geworden sein muss. Die Mordermittler der Kripo Regensburg arbeiten auch drei Wochen danach mit Hochdruck daran, den Täter zu finden. Nun gibt es neue Erkenntnisse zu dem Fall, der die 5000-Einwohner-Gemeinde in Schockstarre versetzte. Auch das Landeskriminalamt arbeitet jetzt bereits mit.
Leiche lag in der Wohnung im Erdgeschoss
Am 27. Mai war die Polizei gegen 22 Uhr verständigt worden, dass ein 73-Jähriger tot in seinem Haus gefunden worden war. Ein Angehöriger hatte den Toten entdeckt. Noch in der Nacht übernahm die Kriminalpolizei die weiteren Ermittlungen am Tatort in der Hauptstraße. Die Leiche des Mintrachingers wurde nach MZ-Informationen im Erdgeschoss des Hauses gefunden. Er lebte bereits einige Zeit allein in der Wohnung. Der Senior soll demnach gegen Mittag das letzte Mal lebend gesehen worden sein.
Die Verletzungen des Mannes sollen sofort auf ein vorsätzliches Tötungsdelikt hingedeutet haben. Diesen Verdacht bestätigten tags darauf Rechtsmediziner. Laut Polizei ergab die Obduktion eindeutige Anhaltspunkte für ein Gewaltdelikt – was genau das war, wollen die Ermittler aber nicht preisgeben. Das sei alles Täterwissen. Ein Unfall oder gar Suizid des 73-Jährigen wäre jedoch ausgeschlossen, hieß es.
Doch nicht nur dazu kursieren teils die wildesten Gerüchte. „Wir werden das nicht kommentieren“, sagte Polizeisprecher Claus Feldmeier. Eine eigens gegründete Ermittlungsgruppe arbeite „weiterhin mit Hochdruck an dem Fall“. Der große Durchbruch aber fehlt bislang. Und: „Einen konkreten Tatverdächtigen haben wir bisher nicht verhaftet.“
Feldmeier verwies auf Nachfrage auf „eine sehr umfangreiche Tatortarbeit“. In dem Haus habe die Kripo mehrfach Spuren gesichert und alle Räume akribisch durchsucht. Zudem wurde das LKA in München hinzugezogen – Spezialisten erfassten den gesamten Tatort in Mintraching als 3D-Modell. „Davon versprechen wir uns wertvolle Hinweise für die Rekonstruktion der Tat“, sagte der Polizeisprecher. Neben Erkenntnissen aus der Befragung von Anwohnern hätten auch die Zeugenaufrufe viele Hinweise erbracht, „die wir jetzt nach und nach abarbeiten“.
Führt im Fall Mintraching eine Spur nach Passau?
Noch nicht gefunden wurde der Mann, den Nachbarn im Ort gesehen hatten. „Er wird ausschließlich als Zeuge gesucht“, betonte Feldmeier. Beschrieben wurde er wie folgt: 25 bis 35 Jahre alt, etwa 1,80 Meter groß und Bartträger. Bekleidet war er mit rot-schwarz-kariertem Holzfällerhemd, schwarzer Jeans und schwarzen Schuhen. Anwohnern soll der Zeuge davon erzählt haben, von Regensburg aus zu Fuß auf dem Weg nach Passau zu sein. Hinweise würden weiterhin unter Telefon (0941) 506-2888 entgegengenommen.