Nach Gewalttat am Pfingstsamstag: Entsetzen in Mintraching

Mintraching. Die Polizei spricht von mehreren Hinweisen nach dem Tod eines 73-Jährigen in Mintraching. Bei den Nachbarn des Verstorbenen herrscht Bestürzung.
Die Gewalttat am Pfingstsamstag in Mintraching beschäftigt weiterhin die Polizei. Am vergangenen Samstag war ein 73-Jähriger in seinem Haus unweit der Mintrachinger Hauptstraße tot aufgefunden worden.
Gewalttat in Mintraching: Darum gibt es keine Öffentlichkeitsfahndung
Die Beamten ermittelten nach wie vor gegen Unbekannt, sagte Polizeisprecher Claus Feldmeier gestern. Da noch keine Beschreibung eines Verdächtigen vorliege, habe man auch noch keine Öffentlichkeitsfahndung herausgegeben, so Feldmeier weiter. Der Polizeisprecher bekräftigte, dass Spuren am Leichnam des Verstorbenen auf ein Gewaltdelikt hindeuteten. Um welche Spuren es sich genau handelt, sagte er mit Verweis auf mögliches Täterwissen nicht. Hinweise auf ein Motiv gebe es noch nicht. Am Pfingstwochenende wurde eine Ermittlungsgruppe gegründet, die den Fall aufklären soll. Polizisten befragten am Pfingstmontag die Anwohner. Dabei haben sich laut Feldmeier mehrere Hinweise ergeben. Zu weiteren Details wollte er sich vorerst nicht äußern. Gestern waren erneut Polizeibeamte vor Ort, um Spuren zu sichern.
Die Gewalttat sorgt indes für Bestürzung in Mintraching. Bürgermeisterin Angelika Ritt-Frank sprach gestern von „komplettem Entsetzen“, das im Ort herrsche. Der Verstorbene sei kein Unbekannter gewesen. „Man kennt sich in der Gemeinde.“ Die Mintrachinger beschäftige das Ableben des Mannes. „Bei jedem Gottesdienst, bei jeder Zusammenkunft wird darüber geredet“, sagte Ritt-Frank. Die Menschen stellten sich die Frage nach dem Warum.
Der Mintrachinger Pfarrer Klaus Beck bestätigt Ritt-Franks Eindrücke. „Es beschäftigt die Leute schon. Man ist schon überrascht, dass sowas in Mintraching passieren kann.“ Er habe mitbekommen, wie seine Gemeinde nach Gottesdiensten beisammen stehe und über den Fall spreche.
Toter in Mintraching: Bestürzung in der Nachbarschaft
Gerade in der Nachbarschaft sorgt das Verbrechen für Kopfschütteln. Eine Frau ist gerade dabei, Unkraut auf ihrer Terrasse zu jäten. Sie wohnt gegenüber vom Haus des Verstorbenen. „Er war immer nett, immer hilfsbereit“, sagt sie. Der 73-Jährige habe stets gegrüßt, manchmal habe man miteinander geredet. Viel mitbekommen habe sie von ihm aber nicht. Etwas Außergewöhnliches sei ihr nicht aufgefallen.
Ein älteres Ehepaar sitzt im Schatten vor seinem Haus unweit der Mintrachinger Hauptstraße. Auf dem Tisch steht eine Tasse Kaffee, Trauben liegen griffbereit. Der Verstorbene war der Nachbar der beiden. Sie hätten sich ein Leben lang gekannt. „Ich habe mit ihm früher Fußball gespielt“, sagt der Mann. Er habe stets nett gegrüßt, manchmal habe man ein wenig geratscht. „Man glaubt nie, das so etwas dann bei einem selbst passiert“, sagt die Frau.
Von der Tat selbst habe das Ehepaar nichts mitbekommen. „Ich habe erst abends, als ich nochmal eine Zigarette rauchen wollte, gemerkt, dass etwas nicht stimmt“, sagt der Mann. Er habe Blaulicht gesehen, an einen Feuerwehreinsatz gedacht. Er sei auf die Straße gegangen und habe einen Feuerwehrmann gefragt, was los ist. „Der hat dann gesagt, dass sie auch nicht mehr reindürfen, weil eine Leiche im Haus liegt.“
Die Tat beschäftigt das Ehepaar. „In der ersten Nacht habe ich mir noch nicht so viel gedacht, in der zweiten Nacht habe ich meinen Mann dann gebeten, die Tür abzusperren“, sagt die Frau. Eine weitere Nachbarin fährt vor. „Man hat schon ein wenig Angst“, sagt sie. Der Mann schüttelt ungläubig den Kopf. „Uns bleibt nur zu hoffen, dass sie den Fall schnell aufklären.“