Kinderpornografie: Tipp des FBI führte Ermittler in den Landkreis Regensburg

Zehntausende Filmchen hortet ein Mann auf Festplatten und PC. Weil US-Fahnder Hinweise auf illegale Kinderpornografie hatten, rückte die Kripo in Regensburg an und durchsuchte das Haus. Nun soll der 60-Jährige eine Sexualtherapie machen.
Ein Tipp von US-Ermittlern des Federal Bureau of Investigation (FBI) führt die Kripo im Sommer 2022 zu einem 60-Jährigen aus dem Landkreis Regensburg – mit dessen IP-Adresse wurde versucht, Kinder- und Jugendpornografie heruntergeladen. Tatsächlich war es nämlich eine Falle, mit der Fahnder in den USA weltweit Pädophile zur Strecke bringen.
Das FBI stellt auf gängigen Plattformen selbst Inhalte bereit. Statt die vermeintliche Kinderpornografie zu laden, werden jedoch Zeitstempel und IP-Adresse gespeichert und ausgewertet. So erklärte es ein Regensburger Ermittler am Mittwoch vor Gericht. So kam die Kripo dem nun Angeklagten auf die Schliche – dank des Hinweis aus den USA.
Die Kriminalpolizei rückte schließlich an und durchsuchte das Haus, in dem der 60-Jährige mit Familie lebte. IT-Forensiker entdeckten dabei 370 illegale Videos und Fotos mit Kindern und Jugendlichen – unter Terabyte normaler Pornografie, die der Mann streng kategorisiert und sortiert auf Festplatten hortet. Der „typische Sammler“, wie es ein Ermittler nannte, machte früh reinen Tisch. Dafür gab es am Ende eine Bewährungsstrafe.
Kinderpornografie: Angeklagter gestand sofort
Das Warum vermochte der Angeklagte dem Schöffengericht erst nach Ausschluss der Öffentlichkeit genauer zu beantworten. So hatte es Strafverteidiger Michael Haizmann beantragt. Zuvor hatte der Mandant noch versucht, es mit Neugierde zu erklären; das wäre „so beiläufig mit reingelaufen“ beim Download auf einer bekannten Internet-Tauschbörse.
An einen Zufall aber vermochte selbst der Sachbearbeiter der Kripo nicht so recht zu glauben – zumal Ordner mit szenetypischen Namen auftauchten. Angesichts der unglaubliche Menge von mehr als 42 Terabyte auf den Festplatten und einem PC sei zudem nur ein Teil der Daten ausgewertet worden. Ansonsten wäre es zu teuer geworden: Gutachten von IT-Sachverständigen kosten nämlich viel Geld.
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Gleich zu Prozessbeginn hatte der 60-Jährige seinen Verteidiger alle Vorwürfe einräumen lassen. Immer wieder rang der Mann, der bereits bei der Hausdurchsuchung dem Hauptermittler alles gestand, um Fassung. Wie Haizmann betonte, habe der Angeklagte sich auf sein Anraten selbst in Therapie begeben.
Letztlich schrammte der Mann auch deshalb ganz knapp am Gefängnis vorbei. Zwei Jahre lautete das Urteil des Regensburger Schöffengerichts nach kurzer Beratung für den bisalng nicht vorbestraften und laut Richterin Blankenhorn sehr reuigen und auch schuldeinsichtigen 60-Jährigen.
Auflage: 3500 Euro an Kinderschutzbund
Obwohl sich dessen Angaben „mit der schieren Menge etwas beißen“, wie die Richterin in der Begründung betonte, wurde die Haftstrafe zur Bewährung ausgesetzt. Das Amtsgericht erlegte dem Angeklagten eine Sexualtherapie auf und er muss 3500 Euro an den Regensburger Kinderschutzbund zahlen.