Traditionslokal Gänsbauer vor Pächterwechsel: Diese Gastronomen übernehmen

Von Christian Eckl · 13. Dezember 2023 um 12:00

Die Regensburger Zwillinge mit türkischen Wurzeln haben bereits ein Lokal in Reinhausen. Viele kennen sie, weil sie jahrelang ein Feinkostgeschäft im Donau-Einkaufszentrum betrieben haben. Jetzt wagen sie sich an das Traditionslokal.

Es ist ihnen ein Herzensanliegen: „Das ist kein Grill, das wird ein gehobenes Restaurant mit anatolischen Tapas“, sagt Kerem Ayber. Zusammen mit seinem Zwillingsbruder Ismail betreibt er seit 2016 in Regensburg-Reinhausen bereits das Restaurant Twins. Liebhaber der Mittelmeer-Küche des Nahen Ostens kennen die beiden Brüder aber vielleicht noch von woanders her: Zwischen 1999 und 2020 betrieb die Familie Ayber den Feinkostladen im Donau-Einkaufszentrum. Jetzt wollen sie es wissen: Mit dem Restaurant Gänsbauer übernehmen die Zwillinge ein Traditions-Gasthaus mit klangvollem Namen. Anatolische statt bayerische Küche – ein Widerspruch?

„Sind in Bayern zuhause“

„Wir fühlen uns in Bayern und in der Türkei zuhause“, sagt Kerem Ayber. Die beiden Welten zusammenzubringen, das ist so etwas wie das Lebensthema der Gastronomen. Den Namen Gänsbauer wollen sie dann auch behalten, wenn sie ab Februar ihre Türen für die Gäste öffnen. „Wir hatten schon immer die Vision, etwas in Regensburg zu erschaffen, das es hier noch nicht gibt“, sagt Ayber. Dass der Übergang zwischen anatolischer Küche und bayerischem Lebensgefühl fließend ist, das bewiesen sie auch im vergangenen Sommer.

Denn da organisierten die Brüder zusammen mit dem Roxy Kino in Abensberg ein Freilichtkino-Festival in Niederbayern. Dort gab es neben dem aktuellen Eberhof-Krimi „Rehragout-Rendezvous“ so etwas wie bayerisch-anatolische „Fusion-Kitchen“: Weißwurstburger im Laugen-Brötchen, darauf marinierter Rotkohl und eine selbst gemachte Kreation aus süßem Senf und Mayonnaise.

Der Gänsbauer bleibt innen so, wie er ist

Der Gänsbauer soll von der Einrichtung her weitgehend so bleiben, wie er ist, sagt Kerem Ayber. Das Team aber nehmen die beiden Wirte mit: Es sind ein junges Team und Köche, die auf regionale Produkte Wert legen und gleichzeitig die Küche Anatoliens in- und auswendig kennen. Zum Beispiel soll es eine Vielzahl von vegetarischen Vorspeisen geben, etwa eine Walnusscreme. Auberginen spielen eine Rolle, ein Hauptgang ist beispielsweise Ali Nazik, eine Spezialität aus der türkischen Provinz Gaziantep. Dazu werden Auberginen geräuchert, gewürzt, gegrillt und dann püriert. Darauf werden sautierte Lammwürfel garniert. Auch Fisch und Pulpo soll es geben, wie Ayber sagt.

Dass im Restaurant Gänsbauer nach drei Jahren ein Wechsel ansteht, liegt auch an dem neuen Projekt des Paares Elena und Michael Kreuzer. Die bisherigen Betreiber des Restaurants haben ein neues Projekt vor sich: Ebenfalls ab Februar betreiben sie zusammen mit dem bisherigen Kernteam des Gänsbauers den Golf- und Landclub Regensburg im traditionsreichen früheren fürstlichen Jagdschloss Thiergarten. „Wir sind glücklich, dass die Familie Kreuzer zu uns kommt“, sagte die Vizepräsidentin des Clubs, Susanne Ascher, als der Wechsel der Kreuzers aus dem Gänsbauer in den Landkreis publik wurde. „Unsere Mitglieder wollen eine gute Gastronomie“, sagte die Golfclub-Vizepräsidentin weiter. „Aber auch für die auswärtigen Golfer, die sogenannten Green-Fee-Golfer, ist die Gastro sehr wichtig.“

Fine Dining am Golfplatz

Auch die Kreuzers haben mit Tapas im Gänsbauer angefangen, aber eben mit bayerischen. Die gastronomische Reise führte das Paar zusammen mit dem Koch Johannes Gareis in den Bereich des Fine Dinings. Ein feines Tomaten-Tatar beispielsweise wird auf der Karte der neuen Gastronomie des Jagdschlosses stehen.

Die Räumlichkeiten des Jagdschlosses und die Kapelle bieten sich beispielsweise für Hochzeiten oder andere Feierlichkeiten wie Taufen an. Das Jagdschloss diente den Fürsten von Thurn und Taxis, in deren Besitz das Schloss bis heute ist, einst als Ruhestätte nach der Jagd. Seit 1969 wird hier Golf gespielt. Der Gänsbauer in der Keplerstraße ist in einem Gebäude untergebracht, das im Kern wohl auf das 14. Jahrhundert zurückgeht. Das heutige Aussehen erlangte das Gebäude durch Umbauten im 19. Jahrhundert.

Die Brüder Kerem und Ismail Ayber wollen im Gänsbauer anatolische Tapas auf gehobenem Niveau anbieten. Foto: Roman Opitz