Schule: Berching hat bisher eine Million Euro ausgegeben – erweitert wurde aber noch nichts

Von Bernhard Neumayer · 10. Dezember 2023 um 15:00

Wie und wann geht es bei der Erweiterung der Grund- und Mittelschule weiter? Das Thema brennt vielen Berchingern auf den Nägeln. Diese und weitere Fragen hat unsere Zeitung deshalb an das Architektenbüro in Berlin sowie an die Stadt gestellt. Hier sind die Antworten.

In der November-Sitzung hatte der Stadtrat beschlossen, das Architekturbüro sehw damit zu beauftragen, nach weiteren Einsparungen zu suchen. Unsere Zeitung hat deshalb in Berlin angefragt, an welchen Stellen das Büro schrauben will, um Kosten zu reduzieren. Unseren Fragenkatalog hat das Architekturbüro leider nicht beantwortet. Stattdessen verweist es auf die Stadt, die auf folgende Fragen diese Antworten geliefert hat.

Wo genau könnte man bei der Erweiterung der Schule an Fläche einsparen?

„Um an den Kosten und nicht an der Qualität zu sparen, wäre ein kleinerer Baukörper sinnvoller“, teilt Bürgermeister Ludwig Eisenreich schriftlich mit. Dazu gebe es bereits erste Ansätze. Diese auf deren Umsetzbarkeit zu überprüfen, sei die Aufgabe der Studie, die in Auftrag gegeben wurde. Der Bürgermeister nennt mögliche Beispiele, um Geld einzusparen: Wegfall von Technikräumen durch Verzicht einer zentralen Lüftungsanlage, Wegfall von Lernterrassen und Verschieben von Archivräumen in das erste Obergeschoss.

Im Mai 2022 stellte der Architekt einen Entwurf vor. Welche Grundzüge sollen davon bestehen bleiben, welche Ideen könnte man streichen?

Die Vorgaben des Vergabeverfahrens müssen erhalten bleiben, antwortet Eisenreich darauf. Jedoch seien kleinere Änderungen beim Grundriss denkbar, insbesondere im Bereich des Kellergeschosses. „So könnte eine Einsparung im Bauvolumen und somit eine Kostenreduzierung ermöglicht werden.“ Auch die Doppelnutzung von Fachräumen könnte laut Bürgermeister zu Einsparungen im gesamten Volumen theoretisch folgen. Aktuell gehe es rein um die bauliche Umsetzung. Selbstverständlich seien diese Ansätze mit allen Beteiligten (unter anderem Aufsichtsbehörde und Schulverwaltung) abzustimmen.

Gehen die Planungen noch in Richtung kompletten Neubau oder ist eine Sanierung eine Option?

Der bestehende Stadtratsbeschluss gebe als Ziel klar einen kompletten Ersatzneubau vor, schreibt Eisenreich. Der Weg zur Umsetzung sei nach aktuellem Stand aber noch offen.

Wird der Vorschlag, den die SPD mit der Verwaltung ausgearbeitet hatte, verfolgt?

„Man war und ist für jeden Vorschlag offen, es gibt keine Denkverbote“, teilt der Bürgermeister mit. Wichtig sei nur, dass Ideen mit einer Reduzierung der geschätzten Baukosten einhergehen müssen. Ob und wie der damalige Vorschlag der SPD umgesetzt werden könne, solle die Studie klären. Der Vorschlag sah eine Umsetzung von vorerst zwei Bauabschnitten vor, das restliche Gebäude müsste anschließend soweit ertüchtigt werden. Nur dann sei ein uneingeschränkter Schulbetrieb möglich, schreibt Eisenreich.

Wie viel Kosten sind bisher für welche Leistungen angefallen?

Seit 2016 sind für Bestandsaufnahme, pädagogisches Konzept, Standortanalyse, Ausschreibung und Planung rund eine Million Euro ausgegeben worden, teilt die Stadt mit.

57 Millionen Euro sind nach Aussagen des Bürgermeisters nicht stemmbar. Wo liegt die Obergrenze für die Stadt?

Eine konkrete Zahl nennt Eisenreich nicht. Stattdessen antwortet er: „Gemeinsam mit dem Stadtrat wurde eine lange Aufgabenliste für die kommenden Jahren besprochen, die Projekte wurden priorisiert.“ Nach deren Einstufung stehe der Finanzbedarf der nächste Jahre. Zudem suche man nach weiteren Finanzierungsmöglichkeiten für die Schule.

Stadträte hatten moniert, dass man dem Architekten damals keine Obergrenze genannt hatte: Was hat man dem Büro jetzt als finanziellen Rahmen gesetzt?

Auch hier liefert die Stadt keine fixe Zahl. Stattdessen lässt Eisenreich schriftlich übermitteln: „Durch die in Auftrag gegebene Studie zur Einsparung im Rahmen des Großprojektes sollen Einsparmöglichkeiten aufgezeigt werden. Es soll eine Art Maßnahmenkatalog als Ergebnis präsentiert werden, aus welchem man Einzelmaßnahmen zur Einsparung auswählen kann.“

Wann sollen die Ergebnisse der Studie vorliegen?

Sie werden im ersten Quartal 2024 erwartet.

Wie sieht der weitere Zeitplan aus?

Der erste Schritt sei die Schaffung von Rücklagen und die Sicherung der Finanzierung. Weitere Schritte seien im Anschluss einzuleiten.

Wo kommen die Ganztagsschüler ab 2026 unter, wenn die Schule bis dahin nicht erweitert ist?

Bisher stehen bereits mehrere Räumlichkeiten für die Ganztagsbetreuung an der Schule zur Verfügung, teilt die Stadt mit. „Zusätzlich werden externe Übergangslösungen als Alternative erforderlich.“ Welche dies sind, lässt die Stadt offen.