Sparzwang durch Schulneubau: Berching legt Jugendzentrum auf Eis

Der Ersatzneubau der Grund- und Mittelschule Berching schwebt weiterhin wie ein Damoklesschwert über der Stadt. Bei der Stadtratssitzung am Dienstag war das zu teure Schulprojekt das zentrale Thema. Der Sparzwang wirkt sich nun auch auf das geplante Jugendzentrum aus.
Zuletzt wurde zum geplanten Neubau des Jugendzentrums mit Musikproberäumen in der Stadtratssitzung im September 2022 die weitere Leistungsphase diskutiert. Nach neuester Kostenberechnung durch das Architekturbüro Breitenhuber und Hausmann liegen die derzeitigen Kosten bei rund 5,1 Millionen Euro. Mit Bescheid vom 25. Mai dieses Jahres wurde die vorliegende Planung durch das Landratsamt Neumarkt auch bereits genehmigt. Beim Vergabeverfahren war das Planungsbüro Stürzl aus Regensburg als Favorit hervorgegangen. Dessen Angebotssumme für die Objektplanung liegt bei 375700 Euro.
Ausschreibung für Jugendzentrum in Berching aufgehoben
Die Ausschreibung wurde nun in der Stadtratssitzung mit zwei Gegenstimmen aufgehoben. Das Verfahren und die weiteren Planungen des Jugendzentrums werden somit eingestellt und für unbekannte Zeit auf Eis gelegt.
Donhauser und der Jugendbeauftragte Lothar Bierschneider hatten dagegen gestimmt. Bierschneider betonte, allerdings, dass er uneingeschränkt zur Schule stehe und bedauerte, dass man ohne Alternativen zum Jugendzentrum inzwischen viel Geld ausgegeben habe. Werner Stork fand es schade, das Jugendzentrum nicht weiter zu verfolgen und meinte: „Wir müssen Prioritäten setzen, und da ist mir die Schule schon wichtiger.“ In die gleiche Kerbe schlug Achim Christl.
Donhauser erinnerte außerdem daran, dass die Kulturfabrik laut Landratsamt schon längst hätte schließen müssen, und dass die Genehmigung nur mit einer „Gnadenfrist“ verlängert worden sei.
Maßnahmenkatalog für Einsparungen beim Schulbau
Für das Schulprojekt selbst ging es bei der Sitzung darum, einen Maßnahmenkatalog zu erstellen, um die Kosten zu reduzieren. Die momentanen Kosten werden auf 57 Millionen Euro beziffert. Die Stadt kann diese Summe laut Bürgermeister Ludwig Eisenreich nicht stemmen. Auf der Suche nach Einsparmöglichkeiten wolle die Stadt ein Büro beauftragen, um nach Einsparmöglichkeiten zu suchen und neue Kosten vorzulegen. Wie Bürgermeister Ludwig Eisenreich ausführte, wurde im Zuge der Planungen zum Neubau der Schule die Leistungsphase 2 im November 2022 abgeschlossen. Die Zustimmung zur Weiterführung der Planungen in der Leistungsphase 3 wurde aufgrund des hohen Finanzbedarfs bisher nicht erteilt.
Über die weitere Vorgehensweise wurde in diversen Klausuren beraten, zuletzt im März und im August dieses Jahres.
Büro aus Berlin soll Maßnahmenkatalog erstellen
Mit dem Architekturbüro Sehn aus Berlin fanden seither Gespräche und Abstimmungen statt. Vor gut vier Wochen ging die Ausarbeitung eines Maßnahmenkatalogs zu etwaigen Einsparungen bei der Stadt ein. Hierfür sollten Vorschläge ausgearbeitet werden, die auf eine Flächeneinsparung der ober- und unterirdischen Kubatur abzielen, ohne dabei die Grundzüge des Wettbewerbsentwurfs zu stark zu beschneiden und vergaberechtliche Probleme zu vermeiden, so Eisenreich.
Das Angebot des Büros Sehn sehe eine Abrechnung nach Stundensätzen vor, wobei nur die tatsächlichen angefallenen Stunden vergütet werden. Die Architekten von Sehn kakulieren laut Eisenreich aktuell mit 420 Stunden und einer Angebotssumme von 50589 Euro. Mit der Gegenstimme von Franz Donhauser wurde der Auftrag an das Büro vergeben.
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Donhauser schlug bei der Diskussion sehr kritische Töne in Richtung des Bürgermeisters an. Er sprach an, dass seit 2010 Handlungsbedarf in Punkto Schule bestehe und man schlichtweg nicht weitergekommen sei. Es liege kein Ergebnis vor, sagte Donhauser. Bürgermeister Eisenreich wies die Kritik zurück und bedauerte, dass ausgerechnet Donhauser bei Klausuren und Besprechungen des Arbeitskreises Schule mit Abwesenheit geglänzt habe.