Düstere Aussichten für die Erweiterung der Grund- und Mittelschule in Berching

Von Bernhard Neumayer · 23. Oktober 2023 um 11:00

57 Millionen Euro für eine neue Schule sind der Stadt Berching zu teuer. Deshalb suchen die Architekten aus Berlin nach Einsparoptionen. „Eine erste Meldung hat das Büro bereits abgegeben“, sagt Bürgermeister Ludwig Eisenreich zum drängendsten Thema in Berching. Wie und wann geht es weiter?

Wie wird mit den Ergebnissen der Berliner Architekten umgegangen und wann geht es weiter in Sachen Neubau/Sanierung der Schule? „Mir geht es da nicht anders als den Bürgern“, sagt DFB-Stadtrat Franz Donhauser. „Man hört außer halbgaren Antworten nichts zu diesem Thema.“ In der September-Sitzung des Stadtrates hatte Achim Christl (CSU) nach der Schule gefragt. Eisenreich antwortete, „dass wir uns natürlich damit befassen müssen“.

Schule in Berching: Warten auf Architekten-Idee

Donhauser geht das zu langsam. Eisenreich habe sich in Sachen Schule nur vom Stadtrat schieben lassen. „Er nimmt das Zepter nicht in die Hand, wie es ein Bürgermeister machen sollte“, sagt der DFB-Sprecher. Unter Eisenreichs Stellvertreter Christian Meissner sei während der Ausfallzeit des Ersten Bürgermeisters erkennbar gewesen, dass dem Zweiten Bürgermeister die Schule ein Anliegen sei. „Meissner hat versucht, etwas voranzubringen“, sagt Donhauser. Aber letztlich sei es die Aufgabe des Chefs, die nächsten Schritte in die Hand zu nehmen.

„Wir warten auf die Architekten“, sagt SPD-Fraktionssprecher Stephan Zeller. Das Büro aus Berlin müsse nach Einsparungen suchen und neue Kosten vorlegen. Sein Stadtratskollege von den Freien Wählern, Lothar Bierschneider, konnte auf Anfrage unserer Zeitung zum Thema Schule nichts beisteuern. „Ich kann dazu nichts sagen.“

CSU-Sprecher Andreas Höffler teilte mit, dass er auf eine Rückmeldung aus dem Bauamt der Stadt Berching warte. Unter anderem auf die Fragen „Wie schaut es mit den Verträgen aus? Müssen wir diese kündigen oder weiterführen?“ erhoffe sich die CSU Antworten.

Dazu äußert sich Bürgermeister Eisenreich auch im Gespräch mit unserer Zeitung nicht. Das Architekturbüro sei nach der ersten Meldung weiterhin gefragt, nach zusätzlichen Einsparpotenzialen zu suchen, sagte Eisenreich nur.

In der Oktober-Ausgabe des Mitteilungsblatts der Stadt schreibt der Bürgermeister ausführlicher über die „aktuell größte Herausforderung“, den Neubau beziehungsweise der Sanierung und die Erweiterung der Grund- und Mittelschule.

Die Stadt sei gesetzlich zum Aufbau eines inklusiven Schulsystems verpflichtet. Die Schule müsse barrierefrei werden. Ab dem Schuljahr 2026/2027 müsse die Stadt auch eine Ganztagsbetreuung für Grundschüler anbieten. Die aktuelle Schule könne diese Anforderungen nicht mehr erfüllen.

„Wenn wir unseren Kindern einen erfolgreichen Start in ein eigenständiges Leben ermöglichen wollen, müssen wir in unsere Schule investieren“, schreibt Eisenreich. Stadtrat und Verwaltung haben dies laut Bürgermeister bereits vor einigen Jahren erkannt und die Vorarbeiten auf den Weg gebracht.

Doch während etwa die Stadt Freystadt mit der Sanierung und Erweiterung ihrer Martini-Schule fertig ist, haben die Bauarbeiten in Berching noch nicht einmal begonnen.

Fast ein Jahr ist es her, als der Stadtrat im November 2022 den Neubau der Schule in Berching gestoppt hat. 57 Millionen Euro, die damals im Raum gestanden hatten, könne die Stadt nicht ausgeben, hieß es vor elf Monaten.

Erweiterung der Schule in Berching: Bürgermeister äußert sich

Jetzt müsse man eine andere Lösung finden, schreibt Eisenreich im Mitteilungsblatt. Dabei seien mehrere Fragen zu klären, unter anderem folgende: Kann die Planung so verändert werden, dass sich die Kosten reduzieren? Ist statt eines Neubaus eine Sanierung möglich? Welche weiteren Einsparmöglichkeiten hat die Stadt?

Die Antworten darauf bleibt Eisenreich schuldig. Die kommenden Wochen sollen laut Bürgermeister Klarheit bringen. „Es sind schwierige Zeiten, aber ich bin fest davon überzeugt, dass wir gemeinsam eine gute Lösung finden“, beendet der Bürgermeister seinen Beitrag im Mitteilungsblatt.

Zu unserer Zeitung sagt der Bürgermeister zudem, dass zuerst die Prioritätenliste aufgestellt werden müsse. Diese sein ein Baustein auf dem Weg zur Schule. „Wenn wir die Liste haben, setzen wir uns mit der Rechtsaufsicht zusammen und sprechen über die Schule“, sagt Eisenreich. Dann entscheide man über die nächsten Schritte für die Schule. „Wir wollen das zeitnah schaffen“, sagt Eisenreich. „Aber das ist keine Aufgabe, die man in drei Tagen oder zwei Wochen erledigt.“