Verkehr fließt in Schwandorf jetzt über die Behelfsbrücken über die Naab – OB Feller fuhr als Erster

Von Max Schmid · 8. Dezember 2023 um 16:01

Die beiden neuen Behelfsbrücken über die Naab wurden innerhalb von nur drei Monaten errichtet – und am Freitagvormittag für den Verkehr freigegeben. Ampeln sollen den Verkehr regeln. Allerdings gelten auf den beiden Behelfsbrücken Einschränkungen.

Die Höchstgeschwindigkeit wurde auf 30 Stundenkilometer begrenzt, Fahrzeuge dürfen auf maximal 7,5 Tonnen wiegen. Großraum- und Schwertransporte können nicht über die Behelfsbrücken fahren. Diese werden wie bisher über die Kreisstraße SAD22 und die Bundesstraße B85 umgeleitet.

Für Fußgänger wurden parallel zu den beiden Behelfsbrücken Gehsteige angelegt, die ein sicheres Überqueren ermöglichen sollen. Die Zufahrt vom Ortsteil Krondorf her, die während der Bauzeit gesperrt war, ist nun wieder frei befahrbar.

Der Abbruch der alten Brücken beginnt im Januar

Die beiden alten Brücken sind ab sofort für den Verkehr gesperrt. Die Abbrucharbeiten werden im Januar 2024 beginnen, mit der voraussichtlichen Fertigstellung der neuen Brücken rechnet das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach Ende 2025.

Mehrere Mitarbeiter der Amberger Baubehörde und der Bauverwaltung der Stadt Schwandorf sowie des österreichischen Bauunternehmens Habau trafen sich am Brückenkopf in Krondorf, um gemeinsam mit Oberbürgermeister Andreas Feller und dem Leiter des Staatlichen Bauamts, Tobias Bäumler, die beiden Behelfsbrücken für den Verkehr freizugeben. Mit dabei war auch der langjährige OB-Chauffeur Roland Lauch mit dem Dienstwagen mit dem Kennzeichen SADOB 200, der es sich nicht nehmen ließ, mit seiner letzten Dienstfahrt als Erster über die Behelfsbrücken zu fahren, ehe er in den wohlverdienten Ruhestand ging.

Bauamtsleiter Tobias Bäumler sprach angesichts des schnellen Aufbaus der beiden Brücken von einer bravourösen Leistung und dankte der Firma Habau für ihren Einsatz. Er informierte, dass man mit dem Rückbau der großen und mittleren Naabbrücke im Januar 2024 beginnen werde und nach einer geschätzten Bauzeit von rund zwei Jahren in Schwandorf für die kommenden Jahrzehnte in punkto Naabüberquerung gut aufgestellt sein werde.

Verkehr im Kreuzungsbereich wird durch Ampeln geregelt

Sein Dank galt den Anwohner an den Behelfsbrücken für deren Verständnis für die Bauarbeiten, aber auch für die nächsten beiden Jahre, so lange beide Brücken in Betrieb sein werden. Bäumler erläuterte, dass die Behelfsumfahrung die Nürnberger Straße anbinde und über die große Behelfsbrücke in die Wöhrvorstadt führe. Von dort aus münde die Umfahrung in die zweite Brücke, die direkt in die Fronberger Straße führe. Der Verkehr im Kreuzungsbereich werde durch Ampeln geregelt. In der Nürnberger Straße werde zudem auf Höhe der Krondorfer Straße eine Fußgängerampel errichtet.

Bauamtsleiter Bäumler erinnerte an das Info-Center für den Brückenbau im früheren Gebäude der Mittelbayerischen Zeitung in der Fronberger Straße 2, das für Auskünfte jeden Mittwoch zwischen 16und 18 Uhr geöffnet ist. OB Feller äußerte sich ähnlich. Ohne Einschränkungen gehe es nicht, man versuche diese aber auf ein notwendiges Minimum zu beschränken. Scherzend meinte Feller, dass die Brückenbaustelle komplikationslos vorangehe werde, da Franz Radlinger von der „Unteren Krondorfer Baubehörde“ mit Argusaugen über die Baustelle wachen werde. Christoph Weh, Abteilungsleiter Konstruktiver Ingenieurbau am Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach, erläuterte Details zum Schwandorf Naabbrückenbau.

Errichtung der beiden Brücken kostet rund 20 Millionen Euro

Der Baubeginn für die beiden Behelfsbrücken startete im August mit dem Einhub der Bauteile mit verschiedenen Mobilkränen mit Traglasten bis zu 450 Tonnen. Jedes Segment war 24 Meter lang und hatte ein Gewicht von 48 Tonnen. Weh sprach von sehr schwierigen Baubedingungen, der innerstädtische Verkehr, die beengten Platzverhältnisse und ein hoher Koordinierungsaufwand hätten die Bauarbeiten erschwert. Dennoch seien sie im Zeitplan erfolgt.

Die Errichtung der beiden Brücken kostet rund 20 Millionen Euro. Die Brücken wurden durch das Unternehmen Habau mit Trägerrosten aus Stahl und Holzträgerbohlen errichtet, der Fahrweg aus Riffelblech, das mit Epoxidharz und Quarzsand behandelt wurde, um die Griffigkeit zu gewährleisten. Der angehängte Gehweg sei nur für Fußgänger, Radfahrer müssen auf der Fahrbahn die Naab überqueren. Ausblickend auf den weiteren Verlauf des Brückenneubaus sagte Weh, dass nach dem Abbruch der alten Brücken die neuen Brücken bis Ende 2025 fertig sein werden und dann für den Verkehr wieder freigegeben werden können. Die Behelfsbrücken werden danach wieder zurückgebaut.

Jetzt rollen die Fahrzeuge über die Behelfsbrücke, die in die Fronberger Straße mündet. Foto: Max Schmid
Für Autos, Radfahrer und Fußgänger ist die alte Naabbrücke ab sofort gesperrt. Foto: Max Schmid