Neubau der Naabbrücken in Schwandorf: Der erste Teil der Behelfsbrücke schwebt ein

Der Neubau der beiden Naabbrücken in Schwandorf rückt immer näher. Seit etwa fünf Wochen sind die 25 Arbeiter der Firma Habau inzwischen rund um die Naab zugange. Nun stand der erste Meilenstein bei der Großbaustelle auf dem Plan: Der Einhub der Behelfsbrücken, die bald den Verkehr aufnehmen sollen.
„Die Spannung steigt“, sagt Norbert Enders mit einem Lachen. Es ist Mittwoch, 11.51 Uhr. Mit einer gelben Warnjacke und einem weißen Schutzhelm steht der Projektleiter der Firma Habau in der gesperrten Fronberger Straße. Hinter ihm ragt eine massive Stahlkonstruktion sowie ein großer, achtachsiger Kran in die Höhe, der eine Tragkraft von bis zu 450 Tonnen hat. Ein weiterer Kran mit etwa 250Tonnen Tragkraft steht gegenüber bei der Schuierer Mühle.
Bauamt würdigt Meilenstein bei Arbeiten in Schwandorf
Akribisch haben die Arbeiter die 45 Tonnen schwere Stahlkonstruktion zuvor mit dem Kran verbunden. Dann wird es ernst. Der Kran zieht leicht nach oben. Als die Halterungen unter Spannung stehen, knackst es. Jetzt hebt der Kranführer die Konstruktion an und schwenkt sie von der Fronberger Straße über die Naab, langsam und behutsam.
Was sich am Mittwoch über der Naab abspielte, ist für Hannes Neudam vom Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach ein „Meilenstein“. Denn nur fünf Wochen, nachdem die Firma Habau aus Österreich mit ihren Arbeiten begonnen hatte, startete bereits der Einhub der Behelfsbrücke. Bei einem Pressetermin mit der Stadt und der Firma sprach Neudam von Arbeiten in „Rekordzeit“.
Wie berichtet, lässt das Staatliche Bauamt für eine Summe von rund 20 Millionen Euro die große und die mittlere Naabbrücke erneuern. Dafür werden die alten Brücken, vom Stadtpark bis zur Krondorfer Straße, abgerissen und komplett neu gebaut.
Während dieser Zeit läuft der Verkehr über zwei Behelfsbrücken. Die erste beginnt in der Fronberger Straße und führt bis in die Wöhrvorstadt. Neben dem Gasthof Baier wird eine zweite Brücke liegen, die einmal in die Krondorfer Straße führt. Laut Staatlichen Bauamt ist die Konstruktion auf 7,5 Tonnen beschränkt. Außerdem werde Tempo 30 gelten.
Die Installation der ersten Behelfsbrücke ist nun angelaufen. Los ging es am Vormittag in der Fronberger Straße mit dem ersten Teil der 14 Tonnen schweren Fußgängerbrücke, dann folgte kurze Zeit später der erste Teil der 45 Tonnen schweren Brücke, über die der Verkehr fließen soll.
Insgesamt werden es zwei Brückenteile sein, die über die Fronberger Straße in die Wöhrvorstadt führen, dazu kommen drei Teile von der Wöhrvorstadt bis zur Krondorfer Straße. Diese Abschnitte werden zusammengefügt und sind je 24 Meter lang, insgesamt also 48 und 72Meter.
Fronberger Straße ist für Arbeiten gesperrt
Für die Arbeiten ist die Fronberger Straße derzeit von der Beer-Kreuzung bis zur Böhmischen Torgasse gesperrt. Diese Maßnahme dauert noch bis voraussichtlich 20. Oktober. Oberbürgermeister Andreas Feller (CSU) sprach bei dem Termin von einem „Räderwerk, das ineinander greift“. Die Straße solle so schnell wie möglich wieder freigegeben werden. Aber wenn man den Kran sehe, werde klar, wieso die Straße in dieser Zeit nicht halbseitig befahrbar sei, sagte der Rathauschef.
Hannes Neudam vom Staatlichen Bauamt ging davon aus, dass die beiden Behelfsbrücken im Laufe des Oktobers oder Novembers komplett fertiggestellt sind – also inklusive der Straßenanschlüsse, zu denen beispielsweise auch eine Ampel an der Fronberger Straße gehört. „Der Plan ist, noch im Dezember die Behelfsbrücken unter Verkehr zu nehmen“, sagte er. Was den Zeitplan angeht, sei er optimistisch. Die Firma sei sehr leistungsfähig. Sie werde einen „zügigen Bauablauf hinlegen“.
Die Arbeiten rund um die Naabbrücken haben Ende August begonnen. Wenn alles nach Plan läuft, dann soll das Gesamtprojekt bis Ende 2025 abgeschlossen sein. Dann wird es auch einen kombinierten Geh- und Radweg geben, den sich die Stadt gewünscht hat.
Das Einsetzen der ersten beiden Teilstücke der Fußgänger- und Fahrbahnbrücke jedenfalls klappte reibungslos. Nach wenigen Minuten hatte der Kran die Konstruktion in die Position gebracht. Dann war Millimeterarbeit gefragt, damit alles genau passend sitzt. Die noch fehlenden Teile werden sukzessive eingesetzt – wohl in den nächsten zwei, drei Wochen.

