Bau der Ersatzbrücke kommt voran: Am Schwandorfer Naabufer wird gebohrt und gebaggert

Neugierig blicken Passanten derzeit auf das Ufer der Naab: Dort wird fleißig gebohrt und gebaggert. Spundwände und Fundamente kommen in die Erde. Darauf soll später die Ersatzbrücke aufliegen.
Meter um Meter dringt die riesige Bohrschnecke ins Erdreich. Bis in neun Meter Tiefe wird gebohrt. Auflockerungsbohrungen nennen Fachleute die Arbeiten, die momentan am Naabufer stattfinden. Die Sandsteinschicht, die in fünf Metern Tiefe beginnt, soll dadurch locker gemacht werden. Das ist erforderlich, um anschließend die Spundwände für die Behelfsbrücke über die Naab einfacher einbringen zu können.
Der Untergrund ist überall anders, wie der stellvertretende Bauleiter Daniel Pirkner erklärt. Im Gebirge sei er felsiger, je näher man der Küste komme, desto kiesreicher werde er. In Schwandorf gibt es wiederum eine flächendeckende Sandsteinschicht in der Tiefe.
Der Uferbereich ist in sogenannte Kasten unterteilt, in denen jeweils bis zu 30 Auflockerungsbohrungen durchgeführt werden.
Das riesige Gerät scheint diese Aufgabe mühelos zu bewältigen. Jede Bohrung benötigt nur ein paar Minuten, danach wechselt die Maschine ihren Standort, um den Bohrer gleich wieder in den Boden zu rammen. Stößt die Bohrschnecke auf Widerstand, zum Beispiel Steine, müsse sie eben mit mehr oder weniger Druck arbeiten, erklärt Pirkner.
Antriebsgetriebe kaputt
Bei einem der Bohrgeräte war zu Beginn der Arbeiten das Antriebsgetriebe kaputt gegangen, berichtet der stellvertretende Bauleiter. Eine Woche habe die Firma benötigt, um ein neues zu besorgen. Zum Glück konnte eine zweite Maschine, die von einem Subunternehmer geliehen wurde, ihre Arbeit problemlos aufnehmen. „Wenn beide laufen, ist es natürlich top“, meint Pirkner.
Gestern gab es keine Probleme. Während eine Bohrschnecke am Naab-Hauptarm ihre Arbeit verrichtete, hatte die zweite ihre Bohrungen am Ufer des Nebenarms in Richtung Fronberger Straße bereits beendet.
Ein Schwerlaster rückte daraufhin an, um die Maschine an die Krondorfer Straße umzusetzen. Die Maschine auf den Laster zu bekommen, war Millimeterarbeit. Der Umzug selbst war dann innerhalb kurzer Zeit erledigt – und die alte Naabbrücke musste dafür auch nicht gesperrt werden. Der Schwerlaster ordnete sich einfach in den fließenden Verkehr ein. Wenig später drang der zweite Bohrer am neuen Standort bereits wieder ins Erdreich.
Bis Ende der Woche werde noch gebohrt, erklärt Daniel Pirkner. Morgens um 7 Uhr beginnen sich die Bohrer zu drehen – bis gegen 19 Uhr. Vonseiten der Anwohner in der Wöhrvorstadt, die die Hauptbetroffenen der Bohrarbeiten sind, habe es laut Pirkner bislang so gut wie keine Beschwerden gegeben.
Auf den beiden Uferseiten des Naab-Hauptarms zwischen Wöhrvorstadt und Krondorfer Straße kommen allein vier Spundwände in die Erde, am kleinen Naab-Arm sind es insgesamt drei.
Aufschüttungen notwendig
Um die Spundwände auch in der Flußmitte einbringen zu können, wurden im Vorfeld Massen an Steinen an die Naab gebracht und das Ufer aufgeschüttet. Zwei Spundwände sind am Naab-Nebenarm bereits eingeschlagen, die dritte folgt laut Pirkner nächste Woche. Parallel werden die Fundamente erstellt, auf denen die Ersatzbrücke aufliegt.
Die ersten Teile der Behelfsbrücke, über die der Verkehr während des Abbruchs und Neubaus der alten Naabbrücken geleitet wird, sollen kommende Woche vormontiert werden. In der ersten Oktoberwoche ist der Einhub der Brücke geplant.

