Dorfreparatur versus Jumpomania: In Winzer könnten Reihenhäuser entstehen

Im Jumpomania trainieren derzeit 300 Karatekas. Wie lange noch, ist offen, denn Karl Kotz plant hier Häuser, worin der Gestaltungsbeirat eine Möglichkeit sieht, ein städtebauliches Defizit zu bereinigen. Die Betreiber der Sportschule aber würden lieber bleiben.
Dass das Haus, in dem derzeit die Firmenzentrale der Jumpomania Sports-School unter der Ägide von Nina Ulrich untergebracht ist, diesem Bauvorhaben weichen müsste, ist schon klar. Architekt Ralf Muthsam vom Büro Ferdinand Weber sprach während der vergangenen Sitzung des Gestaltungsbeirats unmissverständlich von einem Abbruch des Bestandsgebäudes.
Das ist geplant
Für die Errichtung der drei geplanten Reihenhäuser warb er vor den Architekturwächtern auch damit, dass der Bestand eine Störung des denkmalgeschützten Ensembles Niederwinzer darstelle und zum Teil in einer Bauverbotszone stehe. Kleinteilige Häuser mit Sattel- oder Walmdächern sowie wechselnden Höhen, die sowohl mit dem Giebel als auch der Traufe direkt an der Nürnberger Straße gebaut werden könnten, aber würden laut Muthsam nicht nur den im Moment zum Platz geweiteten Straßenzug, sondern auch die Winzerer Höhen wieder nachvollziehbar machen.
Dieser Einschätzung folgte der Gestaltungsbeirat: Das Bauvorhaben bereinige das auf dem Grundstück bestehende städtebauliche Defizit, sind sich die Mitglieder des Gremiums einig. Die in ihren Augen untypische, überdimensionale Aufweitung des Straßenraums könnte durch die Häuser gefasst werden. Weil diese zudem von der Hauptverkehrsader im Süden abrücken würden, erledige sich auch die Sache mit der Bauverbotszone. Weiter könne der Grünraum dadurch wieder durchgehend gestaltet und die frühere Topographie des Hangs wiederhergestellt werden, so die einhellige Meinung von Regensburgs Architekturwächtern.
Ursula Hochrein vom Gestaltungsbeirat gab den Planern und Bauherren aber auch mit auf den Weg, dass sie sich im Sinne der Lebendigkeit des Quartiers durchaus mehr Spiel vorstellen kann. Möglich werde dies beispielsweise durch die Platzierung der Häuser auf dem Grundstück. Der Rhythmus der geplanten Gebäude könne etwa in Schwung kommen, indem die Planer eines von ihnen drehen, bei den Abständen dieser Häuser voneinander variieren oder eines davon länger und dünner entwerfen, schlug sie vor. Zudem brachte das Gremium ins Spiel, über einen Innenhof nachzudenken, um die Lage an der verkehrsumtosten Straße an der Donau zu entschärfen. Und so soll es einen weiteren Termin beim Gestaltungsbeirat mit dem Projekt geben.
Kampfschule will bleiben
Dem Jubel über die Möglichkeit der Dorfreparatur steht das Interesse der Betreiber der Kampfsportschule entgegen. Chefin Ulrich werde sich nach einem anderen geeigneten Objekt umsehen und umziehen müssen, sagt sie. „Es handelt sich um unsere Firmenzentrale und ein Umzug wäre in vielerlei Hinsicht problematisch“, verdeutlicht Ulrich die Bedeutung dieses Schritts.
Für die Kinder, die hier trainieren, würde ihrer Auskunft nach eine Sportstätte wegfallen, denn derzeit könnten diese zum Teil zu Fuß oder mit dem Fahrrad ins Training kommen, was bei einem Standort außerhalb von Winzer nicht mehr möglich wäre. „Es ist leider kaum denkbar, einen anderen geeigneten Standort in Winzer zu finden“, sagt Ulrich.
Zudem sei es schwierig, eine passende Immobilie für ein Projekt wie ihre Kampfschule zu finden. „Denn die Mieten in Regensburg sind sehr hoch und wir brauchen eine große Trainingsfläche sowie eine Küche, eine Toilette, eine Umkleide und ein Büro“, erklärt Ulrich ihre Situation.
Wann die Pläne für das Grundstück Wirklichkeit werden sollen, ist gerade noch offen. Bauherr Kotz sagte am Rande der Sitzung, dass es für die Umsetzung noch keine Zeitschiene gebe.