Jugendarbeit: Berg und Lauterhofen kooperieren, Pilsach geht einen eigenen Weg

Von Nicole Selendt · 17. Oktober 2023 um 11:00

Während der Berger Gemeinderat Ende Oktober darüber entscheiden wird, ob man sich in Zukunft mit dem Markt Lauterhofen einen gemeinsamen Jugendpfleger „teilen“ möchte, geht die Gemeinde Pilsach einen völlig eigenständigen Weg. Das planen die Bürgermeister im Einzelnen.

In Berg wollen die Gemeinderäte vor allem der Tatsache Rechnung tragen, dass sich – verstärkt seit der Coronazeit – die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen geändert haben, sagt Bürgermeister Peter Bergler unserem Medienhaus am Telefon. 13 Kommunen im Landkreis hätten sich bereits auf den Weg gemacht und einen Jugendpfleger eingestellt, warum also sollte Berg hier nicht mitziehen? „Das sind halt einfach die Profis“, stellt Bergler fest.

Es gebe auch in Berg immer mehr Kinder und Jugendliche, die sich nicht mehr wie früher in Vereinen oder Verbänden wiederfänden. Die in schwierigen Familienverhältnissen aufwüchsen. Die sich zunehmend isoliert fühlten. Bergler wolle den Kindern und Jugendlichen der Gemeinde daher wieder die Möglichkeit geben, sich zu treffen, gemeinsame Projekte anzugehen und sich weitgehend selbst zu organisieren – angeleitet von einem Jugendpfleger.

Beschluss der Gemeinde Berg im Oktober

In seiner Septembersitzung hatte der Berger Gemeinderat das Thema bereits besprochen. Markus Ott, Geschäftsführer des Kreisjugendrings in Neumarkt, hatte dem Gremium die Möglichkeit erläutert, sich mit der Gemeinde Lauterhofen einen gemeinsamen Jugendpfleger zu teilen. Dieser wäre dann jeweils knappe 19 Wochenstunden in beiden Kommunen für die Kinder und Jugendlichen da.

„Das sind halt einfach die Profis.“ Peter Bergler, Bürgermeister Berg

Bergler erklärte auf Anfrage, dass viele Gemeinderäte in der Sitzung grundsätzlich ihre Zustimmung signalisiert hätten. Zu einem Beschluss war es aber noch nicht gekommen, weil Bergler den Fraktionen nochmals die Möglichkeit zur Beratung hatte geben wollen. Nun steht das Thema voraussichtlich auf der Tagesordnung der Oktobersitzung.

Mit Bürgermeister Ludwig Lang aus Lauterhofen ist sich Bergler weitgehend einig. Der Marktgemeinde, die sich bis vor kurzem noch einen Jugendpfleger mit der Gemeinde Pilsach geteilt hatte, war ihr erster Jugendpfleger schon nach wenigen Monaten wieder abhanden gekommen. Dieser hatte gekündigt, um wieder in seinen alten Job als Erzieher zurückzukehren. Nachdem Berg sich bereits im Schulverbund mit Lauterhofen befindet, ließen sich hier vielleicht gute Synergieeffekte erzielen, hofft Bergler.

Pilsach sucht nach einem Generationenmanager ein

Wenn nun Lauterhofen und Berg eine Kooperation in der Jugendarbeit anstreben, bleibt Pilsach alleine zurück. Und das sei in Ordnung, wie Bürgermeister Andreas Truber versichert. Denn seine Gemeinde will in Zukunft in der Jugendarbeit einen anderen Weg einschlagen – und orientiert sich dabei am Beispiel der Gemeinde Berngau. Dort gibt es mit Christine Brönner nicht nur eine Jugendpflegerin. Brönner ist in Berngau als Generationenmanagerin beschäftigt und kümmert sich dort nicht nur um die Belange der Kinder und Jugendlichen, sondern um die aller Altersgruppen.

Und weil Pilsach nun aufgrund seiner Bevölkerungszahl in die bayerische Städtebauförderung hineingerückt ist und in deren Rahmen die Beschäftigung eines Generationenmanagers förderfähig ist, hat sich der Gemeinderat im April 2023 dazu entschlossen, eine solche Stelle zu schaffen.

Was die Polizei zum Thema Jugendpflege sagt

Vieles von dem, was der vorherige Jugendpfleger angestoßen hatte, werde derzeit von Ehrenamtlichen und der Jugendbeauftragten gestemmt, wofür Bürgermeister Truber ein großes Lob ausspricht. Auch sei mit Susanne Niebler vom Kreisjugendring jemand da, der die Fortführung des Zukunftsplans Pilsach betreut, für den die Gemeinde Fördermittel bewilligt bekommen hatte.

Doch Verwaltungsangestellte und Ehrenamtliche könnten so nebenbei oder in ihrer Freizeit nicht das leisten, was ein zukünftiger Generationenmanager in Vollzeit leisten könne. Daher hofft Truber, dass man die Jugendarbeit schnell wieder „professionalisieren“ könne. Denn es gebe noch viel zu tun, viele Projekte stünden an. Truber nennt Beispiele: mobiler Soccercourt, Kneippanlage und Pumptrack.

Über KJR angestellt

Zusätzlich zum Generationenmanager wird es in Pilsach ebenso wie in Berngau einen Quartiersmanager geben. Dieser solle als „Schnittstelle“ für Bürger, Gemeinde und Akteure der Städtebauförderungen agieren. Während für den Generationenmanager eine Vollzeitstelle vorgesehen ist, ist der Quartiersmanager aber ein sogenannter Minijobber. Wie Truber erklärt, würden derzeit die Stellenausschreibungen für beide erstellt. Wie zuvor der Jugendpfleger werden Generationenmanager und Quartiersmanager über den Kreisjugendring beschäftigt sein.