Pläne im Werkausschuss vorgestellt: So soll die Fernwärme in Schwandorf ausgebaut werden

Die Fernwärme in Schwandorf ist gefragter denn je. Ganze 694 Anträge für einen Anschluss liegen bei der Städtischen Wasser- und Fernwärmeversorgung (SWFS) auf dem Tisch. Auch deshalb hat Werkleiter Walter Zurek nun einen Plan vorgelegt, wie das Fernwärmenetz bis zum Jahr 2028 erweitert werden könnte.
Der Plan deckt einen Zeitraum von 2024 bis 2028. Dabei geht es einerseits um Häuser, die an bereits bestehende Leitungen angeschlossen werden. Vor allem aber soll das Leitungsnetz strategisch erweitert werden. Das sind die Eckpunkte, die im Werkausschuss vorgestellt wurden.
Eine erste strategische Erweiterung
Wie aus dem Plan hervorgeht, finden 2024 mehrere kleinere Erweiterungen statt. In der Paul-Keller-Straße sind fünf, in der Ringstraße sechs und in der Voithenbergstraße acht Hausanschlüsse geplant. In der Straße „Auf der Point“ entstehen weitere sieben Anschlüsse.
Zusätzlich steht eine „strategische Erweiterung“ auf der Agenda: Laut den Planungen soll in der Dachelhofer Straße eine Trasse mit 320 Metern und acht Hausanschlüssen installiert werden. Auf diese Weise entstehe eine zusätzliche Anschlussleistung von etwa 1000Kilowatt – für Kosten von 960.000 Euro. Mit Blick auf die „wirtschaftliche Kostendeckung“ sei das zwar „mehr als grenzwertig“, allerdings könne es dank einer staatlichen Förderung gemeistert werden.
660 Meter Leitung für Ettmannsdorf
Für 2025 ist in einem ersten Schritt geplant, das Netz in Ettmannsdorf zu erweitern. Insgesamt 660 Meter soll die Trasse lang sein, die 30 Häuser versorgen soll. Dabei geht es um einen Bereich von der St.-Vitalis-Straße über die Hammer- und Lilienstraße bis zur Margeritenstraße sowie um die Schwäbelstraße. „Fest eingeplant“ ist zudem eine Trasse von 180 Metern mit zwölf Anschlüssen in der Innenstadt, nämlich in der Breite Straße. Beide Erweiterungen seien aber nur „sinnvoll“, wenn gleichzeitig die Trinkwasserleitungen erneuert werden. Das schaffe „wirtschaftliche Synergieeffekte“.
Auch in anderen Teilen der Stadt sind Erweiterungen geplant. So soll im Rothlindenviertel eine Trasse von 80 Metern mit acht Anschlüssen installiert werden, dazu kommen sechs Gebäude, die im Bereich Kreuzbergallee, Wackersdorfer Straße und Baumannstraße angeschlossen werden. Das erstreckt sich über eine Länge von 200 Metern.
Netzausbau geht nathlos weiter
Was im Vorjahr begonnen wird, soll 2026 weitergeführt werden. Dann steht der „zweite Step“ in Ettmannsdorf an – mit 700 Meter an Trasse und 26 bis 27 Hausanschlüssen. Er erfolgt von der Ecke Hammer- und Lilienstraße bis zur Ecke Hammer- und Bleiringstraße sowie von der Ecke Bleiring- und Franckstraße bis zur Verknüpfung in die Schwäbelstraße. Auch im benachbarten Ortsteil Dachelhofen werde genauer betrachtet, ob die Trathlohstraße erweitert werden kann. In dem Fall würde es um 130 Meter an Trasse mit neun Hausanschlüssen gehen. Auch diese Erweiterungen würden wirtschaftlich erst Sinn machen, wenn zugleich die Trinkwasserleitung erneuert würde.
Große Fragezeichen hängen über 2027 und 2028
Für die beiden Jahre stünde einiges auf der Agenda. Es geht um eine Erweiterung im Bereich Friedrich-Wilhelm-Weber-Straße und Goethestraße im Kreuzbergviertel sowie um die Erschließung der Schauerkreuzstraße in Dachelhofen, aber auch der Schenkendorfstraße und der östlichen Jahnstraße am Weinberg. Auch die östliche Flurstraße mit Nebenstraßen und die Hochrainstraße mit Nebenstraßen sollen erschlossen oder ausgebaut werden.
Allerdings gibt es dabei einige Unbekannte. So müssen mehrere Projekte aktiv beworben werden, damit es genug Neuanträge für einen wirtschaftlichen Ausbau gibt. Ansonsten würden sich die Vorhaben nicht rechnen. Dabei spielen die aktuellen Baukosten, die Fremdkapitalzinsen sowie die Zahl der Anträge eine wichtige Rolle. In der Schauerkreuzstraße wiederum müsste erst der nötige Platz für die Fernwärmeleitung geschaffen werden – durch eine Generalsanierung aller Sparten. Zudem müssten sich Anschließer „darauf einstellen, dass sie Teile ihrer Grundfläche beziehungsweise grundstücksgleiche Rechte an die SWFS abtreten“ müssten, damit Leitungen verlegt werden können.
Andere Erschließungen, so etwa die am Weinberg oder die in der Hochrainstraße, sind hingegen wohl nur über mehrere Etappen möglich. Wegen dieser vielen Unbekannten seien „zum jetzigen Zeitpunkt alle Netzerweiterungen“ in den Bereichen „fraglich und unbestimmt“, heißt es im Plan.
Die Grenzen des Fernwärme-Ausbaus
In der Sitzung hatte Zurek auch klar gemacht, dass ein unbegrenzter Ausbau der Fernwärme nicht möglich ist. Allein die Kosten zeigen die Grenzen auf: Für die Erweiterungen werden in den nächsten fünf Jahren wohl 8,5 Millionen Euro benötigt. Dazu kommen weitere 6,5 Millionen Euro für Tilgung, Anlagen und sonstige benötigte Ausrüstung. Das bedeutet Gesamtkosten von etwa 15 Millionen Euro. „Trotz Preisanpassungen bei den Kunden“ verfüge die Fernwärme danach „über keine weiteren Finanzmittel zur Vorfinanzierung von Leitungsbaumaßnahmen“.
Auch die Technik setzt dem Ausbau Grenzen. Einerseits dürfte die Leistung, die der Zweckverband Müllverwertung zur Verfügung stellen kann, bis Ende 2027 „ziemlich erschöpft sein“. Zumal bis dahin 10.000Kilowatt zusätzliche Leistung ans Netz angeschlossen werden – und das in einer Zeit, in der das Müllkraftwerk seine Ofenlinien erneuert. Erst nach dieser Erneuerung könne man wohl über mehr Leistung sprechen. Andererseits sind in den nächsten vier Jahren „technische Anpassungen“ nötig. Dazu kommen mögliche personelle Engpässe bei Facharbeitern, die den Ausbau vornehmen, als weiteres Hindernis.
So geht es weiter mit den Plänen
Das letze Worte hat der Stadtrat. Er soll mit seinem Beschluss die Maßnahmen bis 2026 als „konkret“ werten. Alle Maßnahmen ab 2027 sollen hingegen auf ihre Wirtschaftlichkeit geprüft werden. Die einzelnen Maßnahmen werden aber in den jeweiligen Genehmigungsverfahren behandelt.