Bodenwöhrs Bürgermeister freut sich auf die „modernste Grundschule im Landkreis“

Mit dem Bau der neuen Grundschule erreicht die Gemeinde Bodenwöhr – zumindest was das Investitionsvolumen betrifft – neue Dimensionen. Am Mittwoch erfolgte der offizielle Spatenstich. Bürgermeister Georg Hoffmann freute sich über Einsparpotenziale.
Rund zehn Millionen Euro soll das Prestigeprojekt kosten, fast dreimal so viel wie die Hammerseehalle vor knapp 20 Jahren. Sie schlug mit rund 3,5 Millionen Euro zu Buche und musste im Gegensatz zur Grundschule außerhalb des Haushaltes finanziert werden. „Es wird wohl die modernste Grundschule im Landkreis Schwandorf“, sagte Bürgermeister Georg Hoffmann am Mittwoch beim Spatenstich.
Ehrengäste mussten warten
Hoffmann hieß dazu Vertreter des Architekturbüros, der beteiligten Baufirmen und Handwerksbetriebe, des Schulamts, der Schulleitung und des Elternbeirats, mehrere Gemeinderäte und Mitarbeiter aus der Verwaltung auf dem Schulgelände willkommen. Alle Beteiligten wurden eingeladen, in die Baugrube hinabzusteigen, um den symbolischen Spatenstich vorzunehmen.
Wegen des Baulärms ging es danach in die Hammerseehalle, wo Bürgermeister Hoffmann das Projekt vorstellen wollte. Mit Schmunzeln quittierten die Gäste die Tatsache, dass dort der Geräuschpegel der Kinder der Grundschule, die gerade Pause hatten, kaum geringer war, so dass man ein wenig warten musste.
„Nach dem wochenlangen Abbruch der alten Schule richtet sich mit den Baumeisterarbeiten für das Untergeschoß nun der Blick in die andere Richtung“, so Hoffmann. Die nun entstandene riesige Baugrube erfülle ihn mit Stolz. Man bekomme erst jetzt ein Gefühl für die Dimension des Baus.
Die im Jahr 2019 geschätzten Baukosten in Höhe von rund sechs Millionen Euro seien bis Ende 2022 infolge von Corona, des Ukraine-Kriegs und einigen notwendig gewordenen Anpassungen und Ergänzungen auf 10,6 Millionen Euro angestiegen. Deshalb forderten einige Gemeinderäte Ende 2022 einen Projektstopp. „Es war richtig, die Baumaßnahme trotzdem durchzuführen“, sagte der Bürgermeister.
Alleine bei den drei bisher durchgeführten Ausschreibungen für den Abbruch, die Baumeister- und die Holzarbeiten habe sich ein echter Wettbewerb entwickelt. So konnten laut Hoffmann bereits mehr als eine Millionen Euro gegenüber der Kostenberechnung eingespart werden.
Lob für optimale Lehr- und Lernformen
Die Kosten für die Baumeisterarbeiten werden sich laut Angebot auf 1095000 Euro belaufen und liegen damit rund 285000 Euro unter den veranschlagten Kosten in Höhe von knapp 1380000 Euro. Je nachdem wie streng der Winter ausfällt, sollten die Baumeisterarbeiten bis zum Frühjahr 2024 abgeschlossen sein.
Danach geht es mit den Zimmerer-, Holzbau- und Dachdeckerarbeiten weiter. Diese Arbeiten hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung vor zwei Wochen an die Zimmerei Kainz aus Salzweg bei Passau für rund 1225000 Euro vergeben. Die Kostenschätzung lag ursprünglich bei knapp 1810000 Euro. „Allein bei diesen drei Aufträgen haben wir nun schon rund 1015000 Euro eingespart, so dass die Bausumme nun bei rund 9,6 Millionen Euro liegt“, erläuterte Hoffmann beim Spatenstich.
Schulrätin Susanne Muffert vom staatlichen Schulamt Schwandorf lobte die Anstrengungen der Gemeinde für das Bauvorhaben, bei dem alle Forderungen hinsichtlich Ganztagsbetreuung, steigender Schülerzahlen, unterschiedlicher Lehr- und Lernformen, Energieeinsparung und Digitalisierung berücksichtigt worden seien. Man schaffe eine neue schulische Heimat mit optimalen Lehr- und Lernbedingen, so dass man sich auf die Fertigstellung richtig freuen dürfe.
Traum geht in Erfüllung
Schulleiterin Lisa Rudhart meinte, dass ein Traum von einer neuen Schule in Erfüllung gehe, wenn man die Pläne betrachte. Mit dem von Wald umgebenen Gelände mit Kinderkrippe, Kindergarten, Kinderhort, Grundschule und Hammerseehalle habe man hier in Bodenwöhr einen nahezu idealen Schulstandort.
Bis zum Start des Schuljahres 2025/2026 soll die neue Schule fertiggestellt sein und der Unterricht für die Grundschüler erfolgen.
Fakten zum neuen Gebäude
Hybrid: Architekt Johannes Weber erläuterte, dass die neue Grundschule in einem „deutlich überdurchschnittlichen Standard“ in Hybridbauweise errichtet werde.
Zahlen: Untergeschoß und die Decke werden aus Ziegel und Beton, das Obergeschoß aus Holz gebaut. Dadurch sei eine sehr hohe Förderung zu erwarten. Der umbaute Raum beträgt 3200 Kubikmeter, die Grundfläche 1051 Quadratmeter, die Dachfläche 1600 Quadratmeter.
