In Bodenwöhr wird das alte Grundschulgebäude plattgemacht

Von Randolf Alesch · 17. Juli 2023 um 19:00

Seit einigen Wochen ist die Abbruchfirma Hierold aus Moosbach damit beschäftigt, die alte Grundschule in der Weihersiedlung in Bodenwöhr (Landkreis Schwandorf) bis Ende Juli abzureißen. Sie soll einer modernen, zukunftsfähigen und umweltfreundlichen neuen Schule in Holzbauweise Platz machen.

Der Gemeinderat stimmte dem Schulneubau im November des vergangenen Jahres mit neun zu sechs Stimmen zu. Die Gesamtkosten werden sich auf rund elf Millionen Euro belaufen, inklusive der Planungskosten und Außenanlagen.

„Das Interesse an den Abbrucharbeiten war enorm“, teilte Bürgermeister Georg Hoffmann auf Nachfrage mit. Rund 30 Firmen hätten die Unterlagen für die Erstellung eines Angebotes angefordert. Letztendlich erhielt die Firma Hierold aus Moosbach zum Gesamtpreis von knapp 350.000Euro den Zuschlag, rund 150.000 Euro weniger als zunächst veranschlagt.

Rückbau erfolgt im Recyclingverfahren

„Beim Rückbau muss penibel auf die Umweltvorschriften geachtet werden, deshalb erfolgt alles im Recyclingverfahren“, erklärt Hoffmann. Was nochmals verwendet werden könne, sei wieder dem Markt zuzuführen. So wurden zuerst die Innenräume entkernt, die Einrichtungen, die Türen, der Estrich und die Decken ausgebaut sowie an der Außenwand der Nordseite die Fenster und die Wärmedämmung entfernt. Zwischenzeitlich wurde mit den Abbrucharbeiten aber auch an der zur Hammerseehalle ausgerichteten Südseite begonnen und die ersten Fenster ausgebaut. Ebenso hat man damit angefangen, den Dachstuhl abzureißen.

Fein sortiert werden die unterschiedlichen Materialien von einem Bagger in riesige Containern geladen und dort zwischengelagert, bevor sie von den Lastern der Abbruchfirma abtransportiert werden. Danach stehen in diesem Jahr die Baumeister-, Zimmerer-, Holzbau-, Dach- und Fensterarbeiten an, so Hoffmann zum Zeitplan, damit der Bau noch winterfest wird, bevor man mit dem Innenausbau weitermachen könne.

Einwohnerzahl in Bodenwöhr steigt

Da die Einwohnerzahl von Bodenwöhr laut den demografischen Zahlen kontinuierlich wachse, wolle man nicht am Platzangebot sparen. „Es wäre fatal, würde die neue Grundschule in einigen Jahren bereits wieder zu klein werden“, betont Hoffmann. Deshalb wolle man vorausschauend handeln und auch für zukünftige Schülerzahlen gerüstet sein. Statt der ursprünglich geplanten acht Klassenzimmer werden nun neun gebaut, mit einer Größe von 70 statt der vorgegebenen Mindestgröße von 55 Quadratmetern. Hinzu kommen noch drei Mehrzweck- und Differenzierungsräume sowie eine „Innere Mitte“ mit Schulmarktplatz.

Das Raumkonzept solle künftig jede mögliche Unterrichtsform abbilden, erklärt Hoffmann, und auch schwierige Situationen wie eine Pandemie meistern können. Insgesamt hat das Gebäude ein Raumangebot von 1670 statt der zunächst vorgesehenen 1380 Quadratmeter. Platz werde man auch brauchen, sagt Hoffmann, um die zusammen mit den Eltern, der Schule und den Fraktionen im Gemeinderat entwickelte Konzeption „Schule und Ganztag“ mit Hort und Ganztagsbetreuung umsetzen zu können.

PV-Anlage auf dem Dach

Um das Gebäude weitestgehend energieunabhängig zu machen, wird eine Photovoltaikanlage auf dem Dach errichtet. Geheizt wird mit einem Blockheizwerk, das mit Hackschnitzeln betrieben wird und auch noch die Hammerseehalle, das Hauptschulgebäude, den Kinderhort und das TV-Heim versorgt.

Kreuz und quer liegt das Material in den Gängen der ehemaligen Grundschule herum und wartet darauf, entsorgt zu werden. Foto: Randolf Alesch
Die Firma Hierold Bau aus Moosbach ist seit Wochen mit mehreren Mitarbeitern damit beschäftigt, die alte Grundschule zu entkernen. Foto: Randolf Alesch