In der Gemeinde Bodenwöhr gab es schon einmal einen Grundschul-Neubau

Die Bodenwöhrer Grundschule wurde am 17. Juli1955 eingeweiht, somit hätte sie in diesen Tagen Geburtstag und wäre 68 Jahre alt geworden. Das Schulhaus kostete damals 430.000 D-Mark – ein Blick in die Geschichtsbücher.
Als Theodor Füssl im Jahr 1949 zum neuen Schulleiter berufen wurde, besprach man auch die Notwendigkeit weiterer Schulräume, da die Klassen auf sechs angestiegen waren und die Schülerzahlen stetig weiter nach oben gingen. Die Kinder wurden damals in der „Alten Schule“ an der Schwandorfer Straße, wo jetzt die Gemeindeverwaltung untergebracht ist, unterrichtet.
Bald war man sich einig, dass die „Alte Schule“ zu klein werde und eine neue größere Schule gebaut werden müsse. Als Standort kamen drei Örtlichkeiten in der Weihersiedlung in die engere Wahl, damit die Kinder aus Blechhammer nicht so weit in die Schule hätten: ein Standort in der unteren Weihersiedlung, ein Standort an der Neunburger Straße neben dem Anwesen Spiegler und eine weitere Option am nördlichen Hang des Kutscherberges.
Regelrechter Wahlkampf um den Standort
Es entstand ein regelrechter Wahlkampf um den Standort der neuen Schule, wie man ihn in Bodenwöhr bis dato nicht gekannt hatte. Die untere Weihersiedlung schied aus, weil es sich um ein Siedlungsgebiet handelte, das bald von weiteren Wohneinheiten eingeschlossen werden sollte , weshalb keine Erweiterungsmöglichkeiten für Sportplatz, Halle sowie einen Erweiterungsbau übrig waren. Die Neunburger Straße schied ebenfalls aus, weil die Straße sehr belebt hatte und die Verkehrsfrequenz sogar noch anstieg. Die daraus resultierende Lärmbelästigung kannte man bereits von der Alten Schule in der Schwandorfer Straße, wo man in den heißen Sommermonaten wegen des Verkehrslärms keine Fenster öffnen konnte. Somit blieb der Platz am Kutscherberg übrig.
Um die Bevölkerung zu informieren und zu sensibilisieren, wurde eine Bürgerversammlung im überfüllten Kolpingsaal abgehalten. Schulleiter Theodor Füssl plädierte dabei vehement für den Bau einer neuen Schule, damit die Kinder ordnungsgemäß unterrichtet werden könnten. „Ein neuzeitlicher Unterricht bedingt neuzeitliche Schulräume“, so Füssls visionärer Appell an die Versammlung, der auch in die heutige Zeit passen würde.
Seither schon es mehrere Sanierungen
Am 12. Januar 1953 wurde dann die endgültige Planung dem Gemeinderat vorgelegt und nach eingehender Diskussion angenommen. Von 1953 bis 1955 wurde die neue Schule mit veranschlagten Kosten in Höhe von 430.000 D-Mark gebaut und am 17. Juli 1955 eingeweiht. In den Jahren 1991/92 wurde eine energetische Sanierung der Außenhülle vorgenommen. Der Verbindungsgang wurde zusammen mit der Hammerseehalle im Jahr 2004 errichtet. Aufgrund eines Wasserrohrbruchs wurden im Jahr2017 beide Heizkessel erneuert. In diesen Tagen wird sie nun abgerissen und durch eine neue Schule ersetzt.