Wolfgang Dantl darf in Burglengenfeld weiter als Citymanager anschieben

Seit 2020 ist Wolfgang Dantl in Burglengenfeld als Citymanager aktiv. Im Auftrag des Wirtschaftsforums und mit finanzieller Unterstützung der Stadt bringt er Aktionen auf den Weg, moderiert zwischen den Beteiligten, leistet Überzeugungsarbeit. Nun hat der Stadtrat dem Veranstaltungstechniker offiziell den Rücken gestärkt.
Am Mittwoch stand nämlich die Zukunft des Citymanagements auf der Tagesordnung. Nachdem die Finanzierungszusagen für die Jahre bis 2022 längst ausgelaufen sind, war es an der Zeit zu überlegen, wie es weitergehen soll. Letztlich gab es ein klares Votum, die Stelle auch künftig zu unterstützen.
Auch freiwillige Leistungen bewilligt
Laut Sitzungsvorlage hat das Wifo die für 2021 und 2022 gewährten Gelder (insgesamt 30000Euro) bei weitem nicht ausgeschöpft. Um eine Fortsetzung des Citymanagements zu garantieren, sollten gleichwohl bis 2025 jährlich 12000 Euro zur Verfügung gestellt werden. Außerdem sollte die Kommune jährlich 10000 Euro als freiwillige Leistung gewähren – obwohl die Rechtsaufsicht vor nicht allzu langer Zeit genau vor solchen Ausgaben gewarnt hat.
Im Stadtrat ging es diese Woche einmal mehr um das liebe Geld. Lesen Sie dazu: Zur Sicherung der Liquidität: Stadt Burglengenfeld nimmt weiteren Millionen-Kredit auf
Dantl wurde Gelegenheit gegeben, in öffentlicher Sitzung Werbung in eigener Sache zu betreiben. Er berichtete, was in den zurückliegenden Jahren geleistet worden sei, welche Erfolge sich eingestellt hätten – und was noch getan werden könnte, um die Attraktivität des Stadtkerns zu heben. Für positive Ergebnisse, so betonte Dantl, sei immer das fruchtbare Zusammenwirken von Akteuren verschiedener Ebenen nötig. Für eine Veranstaltung im Stadtzentrum beispielsweise schaffe die Kommune den Rahmen, Händler und Gastronomen füllten ihn aus, doch erst die Besucher sorgten auch für das gewünschte lebendige Treiben.
Kritik an Zustand im Naabtalcenter
Die Immobilieneigentümer spielten ebenfalls eine bedeutende Rolle, sagte Dantl. So sei es nicht egal, ob das Erdgeschoss eines Hauses am Marktplatz als Ladengeschäft oder für Wohnen genutzt werde.
Schließlich lenkte der Manager den Blick auch auf das Naabtalcenter (NAC), wo der ehemalige Baumarkt seit vielen Monaten als Flüchtlingsquartier genutzt wird. Die Stimmung der verbliebenen Händler sei „nicht gut“, sagte Dantl. Das dürfe man nicht als Ausländerfeindlichkeit interpretieren. Doch für ein Einkaufszentrum sei die Nutzung eines so großen Objekts als Asyllager nun einmal nicht förderlich. Die Verunsicherung der Händler im NAC ist verständlich. Dabei hatten die neuen Eigentümer der Immobilien erst im März Hoffnungen geweckt. Lesen Sie dazu: Neue Hoffnung für das alte NACDie Kaufleute sehnten sich nach einer Ansage, wie es weitergeht. Sie brauchten eine klare Perspektive. 3. Bürgermeister Sebastian Bösl (SPD) gab Dantl recht. Mit Humanität und Integration hätten die Zustände im ehemaligen Baumarkt „nichts zu tun“. Ansonsten bescheinigte er Dantl hervorragende Arbeit, die unbedingt fortgesetzt werden sollte.
Nur Hans-Edmund Glatzl zog nicht mit
2. Bürgermeister Josef Gruber (CSU) erklärte, aus seiner Sicht bestehe kein Zweifel, dass sich Burglengenfeld Citymanagement leisten sollte. Ferner würdigte er die Mitglieder des Wifo, die sich ehrenamtlich über ihren eigenen Betrieb hinaus für die Geschäftswelt einsetzten: „Das ist höchst löblich.“
Gregor Glötzl (BWG) meinte, die Unterstützung des Citymanagements lohne sich auf jeden Fall: „Jeder Euro kommt wieder zurück.“ Nur Hans-Edmund Glatzl (BFB) trug die Beschlussvorlage nicht mit. Es gehe zwar um keine großen Summen. Aber die Mehrheit des Rats habe kürzlich sogar die von ihm beantragte Bezuschussung von Balkonkraftwerken abgelehnt, obwohl dabei weniger Geld auf dem Spiel gestanden habe.
Wolfgang Dantl mag als Citymanager gute Arbeit geleistet haben. Wunder kann aber auch er nicht bewirken, meint Redakteur Thomas Rieke in seinem Kommentar.
