Hoffnung für das alte NAC: Neue Eigentümer signalisieren Investitionsbereitschaft

Von Thomas Rieke · 3. März 2023 um 19:00

Wie geht es im älteren Teil des NAC weiter? Diese Frage beschäftigt nicht nur Konsumenten und Kaufleute, die im Einkaufszentrum an der Regensburger Straße ansässig sind. Sie bewegt auch die Verwaltung, den Stadtrat und das Wifo um Benedikt Göhr. Nun gibt es Neuigkeiten, die Hoffnung nähren.

Der Zusammenschluss der Gewerbetreibenden hatte kürzlich im NAC zu einem Treffen mit Mietern eingeladen. Auch der Leiter der Bauverwaltung, Gerhard Schneeberger, Stand Rede und Antwort.

Diskussionsstoff gab es laut Pressemitteilung jede Menge. Wie berichtet, sorgten Eigentümerwechsel, zuletzt im vergangenen Herbst, und wechselnde Verwalter zunehmend für Verwirrung. Manch Pächter wussten nicht mehr, wer ihre Ansprechpartner sein sollten. Außerdem verhärtete sich der Eindruck, die Besitzer verspürten nur wenig Lust, das NAC zukunftsfähig zu machen. Über 25 Jahre nach der Eröffnung der ersten Läden ist der Investitionsbedarf für jedermann jedoch unübersehbar.

Größtes Sorgenkind ist der ehemalige Baumarkt

Das größte Sorgenkind im NAC: der ehemalige Baumarkt. Bereits zum zweiten Mal wird er nach seiner Schließung in 2021 übergangsweise alsHerberge für Geflüchtetegenutzt. Der Vertrag der Regierung der Oberpfalz läuft noch bis Ende März. Dem Vernehmen nach gibt es aber erneut eine Verlängerungsoption für drei Monate.

Umso erfreuter nahmen die Teilnehmer des vom Wifo arrangierten Treffens die Informationen von Amtsleiter Schneeberger zur Kenntnis, dass es nun offenbar doch ernsthafte Bemühungen um eine Modernisierung des in die Jahre gekommenen NAC gibt.

Die MZ wollte es genauer wissen und hakte direkt bei der Modulus Real Estate GmbH nach, welche den neuen Eigentümer, einen international agierenden Investor, vertritt. Eine Sprecherin des in Hamburg ansässigen Unternehmens bestätigte: „Mit der Übernahme des Portfolios haben wir auch die Themen aufgenommen, die der Voreigentümer bereits angeschoben hat.“ Für das NAC bedeute dies, „dass wir die Revitalisierung angehen möchten“.

Außen- und Werbeanlagen sind ebenfalls im Fokus

Hierzu, so heißt es weiter, seien bereits Gespräche mit der Stadt Burglengenfeld aufgenommen worden. Ziel sei es, das laufende Bebauungsplanverfahren weiterzuführen. „Auch konnten wir mit einem lokalen Architekturbüro erste Konzepte entwickeln“, ist der Stellungnahme zu entnehmen. Die Planung sehe vor, den ehemaligen Baumarkt durch einen Neubau zu ersetzen und das Einzelhandel- und Nahversorgungsangebot im NAC zu erweitern. Zudem sei es nötig, die Außen- und Werbeanlagen zu erneuern. Dies seien „offensichtliche Themen, die angegangen werden müssen“ und zu denen Modulus im Austausch mit der Stadt stehe.

Darüber hinaus hat das Unternehmen nach MZ-Informationen Kontakt zu den Bestandsmietern aufgenommen. Bei einigen hat sich Modulus persönlich vorgestellt. Da die Mieter die Immobilie, die Kunden und die Potenziale am besten kennen würden, sammle das Unternehmen von ihnen Informationen. Die Ergebnisse sollen in die Planung mit einfließen.

Amtsleiter erhofft sich „neuen Schwung“

Der nächste Schritt sei nun, mit potenziellen, also möglichen neuen Mietern die Gespräche zu vertiefen, um die Planung und die Verkaufsflächen zu konkretisieren und das Bebauungsplanverfahren voranzutreiben. „Es wird sicher noch ein paar Monate dauern, bis wir hier etwas präsentieren können“, so eine Modulus-Sprecherin. Amtsleiter Schneeberger geht davon aus, dass die Pläne dem Naabtalcenter „neuen Schwung verleihen“. Dass vor Neubau und Erweiterung auch an den Bestand und die Beseitigung von Leerstand gedacht werde, begrüßen die NAC-Mieter und Wifo-Mitglieder laut Pressemitteilung einhellig.

Benedikt Göhr macht im Gespräch mit der MZ aber einmal mehr deutlich, dass es dem Wifo – bei allem Interesse an guten Beziehungen – nicht egal sein kann, welche Geschäfte im NAC eröffnen. Ansiedelungen, welche große Flächen benötigten, wie etwa in den Branchen Möbel und Freizeit, seien eine „wundervolle Ergänzung“, kleinteiligen Einzelhandel sehe er jedoch kritisch. „Der gehört in die Innenstadt“, so der Wifo-Sprecher.

Göhr: „Etwas Gutes“ soll entstehen, nicht nur „Verträgliches“

Ziel einer „vernünftigen Ansiedelungspolitik“ muss es laut Göhr sein, „etwas Gutes für Burglengenfeld zu schaffen“, nicht etwas „gerade noch Verträgliches". Damit sprach er nicht nur den Repräsentanten der Innenstadtgeschäfte aus dem Herzen, sondern auch einer Reihe Kaufleuten, die im NAC ihr Fähnchen hoch halten.

Mit Erleichterung wurde die Information zur Kenntnis genommen, dass der Entwickler der noch brach liegenden Flächen im neuesten NAC-Gebiet seine Pläne bezüglich eines Vollsortimenters auf Eis gelegt hat.Das entsprechende Konzept war schon im Stadtrat kritisch beurteilt worden.Was als Alternative in Frage käme, scheint noch völlig offen zu sein. Auch im Rathaus weiß man dazu aktuell nicht mehr.

Wifo vertraut auf Engagement des Stadtrats

Unterm Strich macht sich Benedikt Göhr aber nichts vor: Die Einflussmöglichkeiten des Wifo auf die Pläne von Modulus und Co sind gering. Man gehe aber davon aus, dass der Stadtrat im Rahmen seiner Möglichkeiten die Entwicklung steuere. Die Ergebnisse des Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) seien hier eine wertvolle Leitlinie. Angetan vom Verlauf des Treffens im NAC, verständigte man sich darauf, so ein Treffen alsbald zu wiederholen.

Auch Schneeberger signalisierte entsprechende Bereitschaft. Auf Anfrage sagte er: „Auf Einladung werde ich an Treffen mit Vertretern des Wifo teilnehmen, um über den laufenden Prozess zu informieren.“ Er verstehe sich als Bindeglied zwischen dem Eigentümer und den Bestands-Mietern des NAC bzw. Wifo.

Was tut sich am Lell-Gelände?

Weiteres Thema der Besprechung war das Geländedes zum Jahresende geschlossenen Ford-Autohauses Lell an der Regensburger Straße.Wegen der attraktiven Lage ist es kein Wunder, dass sich bereits viele Gerüchte um die Zukunft des Grundstücks ranken.

Während der Geschäftsführer des Autohauses , Johann-Baptist Lell, auf Anfrage erklärte, das Thema stehe aktuell nicht ganz oben auf der To-do-Liste, hat das Wifo andere Infos. Demnach solle das Gelände für eine neue gewerbliche Nutzung bereits überplant werden.