Das Regensburger Parkhaus am Bahnhof, von dem kaum einer weiß

Von Heike Haala · 6. Oktober 2023 um 19:00

Abstellplätze in der Stadt sind bisweilen rar. Jetzt meldet das Unternehmen Dallmeier am Hauptbahnhof: Wir hätten da 90 und die sind oft frei.

Regelmäßig laufen in Regensburg Debatten darüber, dass in der Altstadt fußläufig erreichbare Abstellplätze für Autos fehlen. Dabei gibt es beim Hauptbahnhof ein Parkhaus mit 90 Plätzen, von denen auch noch viele die meiste Zeit frei sind, weil Autofahrer diese Möglichkeit schlichtweg nicht auf dem Schirm haben. Das soll sich nun ändern.

Diese Abstellmöglichkeiten befinden sich im Gebäude des Regensburger Unternehmens Dallmeier. In dem Bau sind laut Chief Security Officer Armin Biersack (CSO) auch Parkplätze auf drei Ebenen untergebracht. Dazu zählen Parkplätze für Mitarbeiter und Mieter im Kellergeschoß. Darüber gibt es weiterhin 90 Plätze, für die Kurzparker eigentlich rund um die Uhr Tickets lösen könnten.

40 Prozent Auslastung im Dallmeier-Parkhaus

Diese Parkplätze seien laut Biersack die meiste Zeit des Jahres aber lediglich zu 40 Prozent ausgelastet. Deswegen will der CSO des auf Videotechnik spezialisierten Unternehmens diese Option in Regensburg deutlich bekannter machen. Denn dass die Menschen ihr Auto in dem Parkhaus abstellen würden, wenn sie nur davon wüssten, merkt er jedes Jahr im Advent. „Ich habe gesehen, dass beim Romantischen Weihnachtsmarkt auf diese Parkmöglichkeit hingewiesen wird. In diesen Wochen haben wir eine Auslastung von etwa 80 Prozent“, sagt er.

Und so will Biersack nun mit dem Parkhaus ans Parkleitsystem der Stadt. Das förderte eine Nachfrage von Stefan Christoph (Grüne) bei der Sitzung des Verwaltungsausschusses zu Tage. Er hatte entdeckt, dass Geld für die Erneuerung des Parkleitsystems bereit gestellt werden soll, weil es um das Parkhaus am Tech Campus und das Dallmeier-Parkhaus erweitert werden soll und wollte wissen, was es damit auf sich hat. Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) antwortete ihm, dass es in dem Dallmeier-Gebäude Umstellungen in der Mieterstruktur gegeben habe, weswegen das Unternehmen nicht mehr so viele Parkplätze benötige. Das bestätigt Biersack. Früher seien hier auch die Parkplätze für das Fitnessstudio auf dem ersten Deck untergebracht gewesen. „Aber das ist nun weg“, sagt er. Die Plätze seien laut Maltz-Schwarzfischer der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt worden, was aber kaum jemand gewusst habe.

Biersack sagt, dass die Anzahl freien Parkplätze in dem Gebäude auf der Kumpfmühler Brücke angezeigt werden soll. Dafür müsse er eine Schnittstelle liefern. Als Unternehmer wünsche er sich natürlich eine Auslastung von 100 Prozent. Er wäre aber auch schon froh, wenn die über die Fritz-Fend-Straße erreichbaren Parkplätze wegen der Tafeln so wie im Advent angenommen werden würden. Einen Euro pro halbe Stunde, aber höchstens zwölf Euro am Tag müssten Autofahrer dafür auf den Tisch legen.

Verein Faszination Altstadt ist begeistert

Die Oberbürgermeisterin bezeichnete die Anzahl der Parkplätze, die Dallmeier damit einspeist, als nicht unerheblich. „Das ist schon eine Hausnummer“, sagt auch Ingo Saar, Geschäftsführer beim Verein Faszination Altstadt, der sich für die Belange der Kaufleute einsetzt. Saar erfuhr zwar erst im Gespräch mit unserer Zeitung, dass es diese freien Parkkapazitäten so nahe der Altstadt gibt, ist sich aber sofort sicher: „Das ist eine gute Nachricht.“ Gerade weil zuletzt immer wieder Parkplätze in der Altstadt weggefallen seien, empfinde er es als schön, dass so etwas bekannt gemacht werden kann. Neben der Lage könnte dieses Parkhaus seiner Meinung nach mit der guten Erreichbarkeit aus dem Süden und dem Westen punkten – sobald die Baustelle am Kumpfmühler Stachus Geschichte ist.

Es ist nicht das erste Parkhaus, das in Regensburg damit von sich reden macht, dass mehr ginge. Zuletzt war bekannt geworden, dass das neue Parkhaus am Tech Campus nach acht Monaten lediglich zu vier Prozent ausgelastet war. Das Parkleitsystem soll nun auch auf diese freien Kapazitäten hinweisen. Die Stadt plant für beide Neuerungen mit Kosten von 67 000 Euro.