#aiwangermussweg: Gegenwind für Schwandorfs Landrat Thomas Ebeling

Schwandorfs Landrat Thomas Ebeling (CSU) setzt seinen Kurs fort: Er fordert nach der Flugblatt-Affäre weiter öffentlich den Rücktritt von Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW). Nun kritisieren die Freien Wähler jedoch das Verhalten Ebelings scharf.
Der Landrat machte Anfang September in einem MZ-Artikel deutlich, dass er mit Aiwanger, der auch stellvertretender Ministerpräsident ist, nichts mehr zu tun haben will. Grund sei dessen Umgang mit der Flugblatt-Affäre. Wenn Aiwanger auf einer Veranstaltung unangekündigt auftauche, würde er diese umgehend verlassen, kündigte Ebeling damals an. Um seiner Meinung öffentlich Nachdruck zu verleihen, verbreitet der CSU-Politiker seitdem auf Facebook Beiträge, die er mit dem Hashtag #aiwangermussweg versieht.
Schon Anfang September war den Freien Wählern, die auf Kreisebene eng mit der CSU zusammenarbeiten und mit Richard Tischler den ersten Stellvertreter des Landrats stellen, das Verhalten Ebelings ein Dorn im Auge. Nun haben sie sich in einer Sitzung der FW-Kreistagsfraktion beraten „und die Haltung von Landrat Thomas Ebeling zu unserem Landesvorsitzenden Hubert Aiwanger erörtert“. Darüber informieren FW-Kreischef Dieter Jäger und FW-Kreistagsfraktionsvorsitzender Martin Scharf in einer Erklärung an die FW-Mitglieder. Das Dokument mit dem Titel „Causa Landrat“ liegt auch der Mittelbayerischen vor.
Freie Wähler erinnern an Auftrag der Wähler
Darin heißt es, dass man die Meinung anderer respektiere. Jedoch könne man Ebelings Ansichten in der Sache nicht teilen und dessen Aussagen auch nicht akzeptieren. „Herr Ebeling wurde von den Bürgerinnen und Bürgern des Landkreises Schwandorf gewählt, um dem Wohl des Landkreises Schwandorf zu dienen“, erklären Jäger und Scharf gemeinsam.
Dazu gehöre es auch, den Stellvertreter des Ministerpräsidenten und Wirtschaftsminister zu empfangen, „wenn es für unseren Landkreis förderlich ist“. Als Privatperson stehe es Ebeling dagegen „selbstverständlich frei zu entscheiden, mit wem er sich treffen will“.
Durch die Beiträge, die Ebeling auf Facebook mit dem Hashtag #aiwangermussweg versieht, würden die Freien Wähler „in eine rechte Ecke geschoben werden oder als Rechtspopulisten dargestellt werden“. „Für alle uns bekannten Freie Wähler in unserem Landkreis können wir nach bestem Wissen und Gewissen sagen, dass uns Rechtsextremismus fremd ist. Wir stehen in der Mitte unserer Gesellschaft“, so Jäger und Scharf gemeinsam.
Künftige Zusammenarbeit im Landkreis Schwandorf wird sich zeigen
Man werde sich weiter für das Wohl der Bürgerinnen und Bürger auch im Kreistag einbringen wollen. „Wie eine Zusammenarbeit konkret aussehen wird, wird sich zeigen und hängt auch von Thomas Ebeling ab, wie er sich gegenüber den Freien Wählern verhalten wird“, heißt es in der Erklärung.
Landrat Ebeling wollte auf Anfrage unserer Zeitung die Stellungnahme der Freien Wähler nicht kommentieren. „Ich tausche mich wenn dann direkt mit den Freien Wählern, unserem Kooperationspartner im Kreistag, direkt aus. Das mache ich nicht über die Presse“, so Ebeling.