Hubert Aiwanger auf Stippvisite in Bruck: Eineinhalb Stunden für drei Betriebe

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) besuchte am Freitag Bruck. Eineinhalb Stunden nahm er sich Zeit, um drei Betriebe vor Ort zu besuchen. Er stellte dabei auch klare Forderungen Richtung Berlin auf – will aber auch ein bayerisches Förderprogramm auflegen.
Aiwangers relativ enger Zeitplan kam gleich zu Beginn seiner Stippvisite ins Wanken. Der Landespolitiker wurde in Roding aufgehalten und kam eine knappe halbe Stunde zu spät zum ersten Betrieb, der ZMT Automotive GmbH & Co. KG.
Deren Geschäftsführer hatten sich im Vorfeld Gedanken gemacht, welche Teile des Betriebes sie dem Staatsminister zeigen könnten. Als Aiwanger bei der Brucker Firma angekommen war, hielt er sich nicht lange mit der Begrüßung auf, sondern folgte mit flottem Schritt den ZMT-Chefs durch die Produktionshallen. Immer wieder ließ er sich von Siegfried Schmid, einem der beiden ZMT-Geschäftsführern, einzelne Teile näher erläutern.
Lehmer Maschinentechnik ist für Getränkeindustrie tätig
Nach dem Rundgang durch die ZMT-Hallen zog es den Minister auch sogleich zum zweiten Betrieb, der direkt an den Automobilzulieferer angrenzte. Bei der Lehmer Maschinentechnik GmbH wartete man bereits auf Hubert Aiwanger, denn durch die anfängliche Verspätung hatte sich die dortige Ankunft des Ministers ebenfalls verschoben.
Von der Geschäftsleitung erfuhr er, dass Lehmer für die Getränkeindustrie tätig ist und momentan gut ausgelastet sei. Der Betrieb beschäftigt 150Mitarbeiter und macht rund 30 Millionen Euro Umsatz im Jahr. Auch für die nächsten fünf Jahre sieht es nicht schlecht aus: Es gebe eine Zusage der Firma Krones, einem der Hauptkunden der Brucker Firma, für ein millionenschweres Auftragsvolumen.
Weitere PV-Anlagen sollen auf Hallendächern installiert werden
Aiwanger interessierte auch, wie es mit den Energiepreisen aussehen, worauf er die Antwort erhielt, dass das Unternehmen bis 2024 noch günstige Strom- und Gasverträge habe. Künftig will das Unternehmen aber unabhängiger von der Preisentwicklung an der Energiebörse werden und weitere Solaranlagen auf den Betriebsdächern installieren, die zur eigenen Versorgung mit Strom beitragen sollen.
Auch wenn für die Lehmer Maschinentechnik GmbH die hohen Energiepreise bisher kein Problem sind, sieht Hubert Aiwanger darin ein großes Problem für die Wirtschaft. Die hohen Energiepreise und die hohen Steuern würden aus seiner Sicht die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie und des deutschen Handwerks massiv beeinträchtigen.
Bayerns Wirtschaftsminister verlangt deshalb von der Bundesregierung eine wirtschaftsfreundlichere Politik, bei der es wieder bezahlbarere Energiepreise gebe. „Robert Habeck muss sich hinstellen und sagen: ‘Ich will Industrieland bleiben. Bleibt hier, investiert, wir machen alles für Euch‘.“ Auf Dauer stehe die Wirtschaft die in seinen Augen verfehlte Bundespolitik nicht durch. Aiwanger sorge auch, dass ein Viertel der Unternehmen über eine Schließung ihres Betriebes oder eine Verlagerung ins Ausland nachdenke. Diejenigen, die genau darüber nachdenken würden, würden auch in den nächsten Jahren nicht investieren. Er hofft, dass es am Ende nicht so viele Firmen sind, die tatsächlich dicht machen oder den Betrieb verlagern.
Unternehmen haben in den vergangenen Jahren investiert
Von den drei besuchten Betrieben – der Dritte war die Holzbau Drexler GmbH & Co. KG mit Sitz in der Bürgermeister-Hölzl-Straße – denkt zumindest keiner ans Aufhören oder Verlagern. Sie alle haben in den vergangenen Jahren in ihre Unternehmen investiert, so unter anderem in neue Betriebshallen.
Das erkennt auch Hubert Aiwanger an. „Wir waren jetzt in drei mittelständischen Betrieben, die vor Ort die Arbeitsplätze sichern, die auch innovativ genug sind, um sich für die Zukunft gut aufzustellen“, meinte der Wirtschaftsminister am Schluss seiner Stippvisite. Für den Wirtschaftsstandort Bayern sei es existenziell wichtig, dass man einen starken Mittelstand habe, so Aiwanger.
Er will den Mittelstand, gerade die Handwerker, die am Hausbau hängen, mit einen bayerischen Wohnbauförderprogramm unterstützen. Eine solche finanzielle Unterstützung in den kommenden Monaten aufzulegen, wolle er anregen. Damit solle ein Anstoß gegeben werden, dass wieder mehr Häuser im Freistaat gebaut werden, so der Minister. Man müsse den betroffenen Handwerkern wieder Arbeit verschaffen. Es dürfe nicht passieren, dass diese Betriebe ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken müssten, betonte Hubert Aiwanger.

