Bauarbeiten für neue Apartments im Herzen Berchings schreiten voran

Von Bernhard Neumayer · 4. September 2023 um 15:50

Seit knapp eineinhalb Jahren laufen die Bauarbeiten am ehemaligen Engelwirt in Berching. In dem leerstehenden Ensemble sollen nicht nur 14 Ferienwohnungen für Touristen entstehen. Auch einheimische Bürger sollen von der Sanierung profitieren.

Bauherr Michael Zink gewährt unserer Zeitung Einblicke in die Baustelle. Der Galerist aus Waldkirchen (Seubersdorf) steht mit seiner Frau Stephanie Vögerl hinter dem Projekt am Reichenauplatz.

„Schaut noch wild aus“, sagt Zink, als er die Baustelle betritt. Vom Ringmauerweg aus gelangt man in den Innenhof, der nach Fertigstellung ein Ort der Ruhe für alle Bürger sein soll. Jetzt gleicht er noch einer Großbaustelle.

Unter Kirschbäumen und neben Wassertrögen sollen später nicht nur Hausgäste, sondern auch Berchinger zu bestimmten Öffnungszeiten verweilen können. „Man kann sich in den Schatten setzen, ohne, dass man ein Getränk kaufen muss“, erklärt Zink den Unterschied zu einem Café. Zudem soll im Innenhof, der von Reichenauplatz, Ringmauerweg und Probststraße eingerahmt wird, ein Wintergarten errichtet werden. „Im Sommer kann man diesen als eine Art Theke verwenden.“

In Berching entsteht ein Laden mit Bio-Produkten

Neben dem Garten können Einheimische auch im Regionalladen einkaufen. Diesen erreicht man über den Eingang am Reichenauplatz. Gleich rechts im Erdgeschoss sollen sich laut Zink „vor allem die Berchinger“ sowie Übernachtungsgäste mit (Bio)-Produkten aus der Oberpfalz und aus Franken versorgen können. Unter anderem Wein, Schokolade, Pralinen und Reiseliteratur will der Galerist dort anbieten, zählt er beispielhaft auf. Gegenüber des Regionalladens ist ein Salon mit Sitzmöglichkeiten und einer Bibliothek geplant.

Im Erdgeschoss des Hauptgebäudes (Reichenauplatz 16) sind zudem ein Gesellschafts-/Esszimmer sowie eine Gemeinschaftsküche für Hausgäste vorgesehen. Auf der anderen Seite des Flurs laufen die Arbeiten für ein Büro hinter der Rezeption sowie für ein Lager. Dort verlegen Mitarbeiter der Parsberger Firma Vögerl derzeit dreifarbige Steinzeugfliesen. In dem Gemeinschaftsraum arbeiten Fliesenleger daran, den Boden mit französischen Fliesen zu bedecken.

Im langen Gang des Hauptgebäudes selbst haben die Arbeiter bereits den Boden verlegt – und zwar mit alten Solnhofener Jura-Platten. Zum Teil sind die Wände im großen Haus schon verputzt. Auch Elektro, Wasser und Heizung (Hackschnitzel aus dem Heizwerk Berching) sind im Hauptgebäude mittlerweile installiert, in den Nebengebäuden dauert es noch.

Zink ist mit dem Fortschritt auf der Baustelle zufrieden. „Wir haben tolle Handwerker und Stefan Lerzer koordiniert das alles super“, lobt Zink die beteiligten Firmen. Ebenso dankt der Bauherr der Stadt für die Zusammenarbeit.

Einen Altbau zu sanieren, sei immer komplexer, als einen Neubau zu errichten, sagt Zink. „Deshalb dauert es auch länger als erhofft und kostet mehr als gedacht.“ Unter anderem das Gesims am Hauptgebäude hatte Probleme bereitet. Wie teuer die denkmalgerechte Sanierung voraussichtlich wird, verrät Zink auf Nachfrage übrigens nicht.

Dass es ein Mammut-Projekt ist, zeigt aber allein schon die Anzahl der Apartments, die entstehen sollen. Insgesamt werden es 14 Ferienwohnungen, ausgestattet mit Schlafzimmer, Bad und eigener Küche oder Gemeinschaftsküche.

Vier barrierefreie Wohnungen im Engelwirt-Ensemble in Berching

Acht Apartments erstrecken sich jeweils über zwei Stockwerke und sollen mit einer Galerie für eine besondere Atmosphäre sorgen. Die sichtbaren Holzbalken der Dachkonstruktion tun ihr Übriges. Eine Ferienwohnung findet in der früheren Stallung Platz, vier barrierefreie Apartments werden im ehemaligen Stodl gebaut, zwei Wohnungen in einem weiteren Nebengebäude. Der Rest spielt sich im Haupthaus ab.

In einem weiteren Nebengebäude im Ringmauerweg plant Zink einen Schuppen für Fahrräder sowie eine Ladestation.

Die Ferienwohnungen selber sollen laut Zink ähnlich eingerichtet werden wie seine Petersbergapartments in Waldkirchen. „Zeitgenössisches Design mit dem ein oder anderen Klassiker.“ Zudem darf für den Galeristen Kunst nicht fehlen.

Bis es sich die ersten Gäste gemütlich machen können, dauert es noch. „Unser Ziel ist es, das Hauptgebäude Ende des Jahres einzurichten.“ Im Januar soll das Apartment in der ehemaligen Stallung möbliert werden. Die ersten Gäste in diesen beiden Gebäuden möchte Zink im Frühjahr 2024 begrüßen. „Die anderen Apartments dauern noch länger.“

Um das Gebäude am Reichenauplatz 16 in Berching steht noch ein Gerüst. Foto: Neumayer
Vom Hauptgebäude aus kann man in den Innenhof blicken. Im Rohbau dahinter (Hintergrund) entstehen zwei Apartments. Foto: Neumayer
Die Holzbalken bleiben auch nach Fertigstellung sichtbar. Hier soll später ein Apartment entstehen. Foto: Neumayer
Die Stuckdecke im früheren Engelwirt in Berching wurde freigelegt und wird nun wieder hergerichtet. Foto: Neumayer