Touristiker ziehen positives Sommer-Fazit: Die Übernachtungszahlen in Berching steigen

Immer mehr Touristen aus dem Norden legen in Berching einen Zwischenstopp auf ihrem Weg in den Süden ein. Viele loben die Stadt als Erholungsort. Manche kritisieren aber einen Punkt, der auch für Einheimische von großer Bedeutung ist.
Ruhige und zentrale Lage, idyllisch am Main-Donau-Kanal und preiswert: Urlauber Markus Lehnert lobt den Wohnmobilstellplatz an der Uferpromenade in Berching in den höchsten Tönen.
Der Mann aus Bayreuth ist einer von zahlreichen Menschen, die einen Zwischenstopp in Berching einlegen und ihre Freizeit im Altmühltal verbringen. Urlauber, Gastronomen und das Tourismusbüro ziehen nach Ablauf der Sommermonate eine Zwischenbilanz über die bisherige Saison.
Laut Anikó Kerl, der Leiterin des Berchinger Tourismusbüros, konnten die Übernachtungszahlen von Januar bis Juni 2023 um 11,2 Prozent gesteigert werden – im Vergleich zum gleichen Zeitraum im Vorjahr. Ein Abschlussfazit könne sie natürlich erst ziehen, wenn alle Übernachtungszahlen des Gesamtjahres vorliegen. „Aber die Resonanzen der Gäste, die Beobachtungen im Hinblick auch auf die Tagesgäste, die Berching besuchen und erleben, sind dieses Jahr sehr gut“, freut sich Kerl.
Gespräche mit Gästen im Tourismusbüro zeigen laut Kerl, dass die Werbeaktivitäten der Mitarbeiterinnen des Büros auf Messen Früchte tragen. So komme es immer wieder dazu, dass Gäste gezielt über touristische Messen von Berching erfahren und die Stadt als Urlaubsort auswählen.
Wohnmobilstellplatz an der Schiffsanlegestelle Berching kostet sieben Euro pro Nacht
Markus Lehnert hat die mittelalterliche Kleinstadt mit seinem Sohn Jonas als Zwischenstopp auf dem Weg nach Tschechien ausgesucht. „Ich habe nach Stellplätzen gegoogelt und da hat es mir Berching als preiswertesten angezeigt“, sagt Lehnert. Sieben Euro kostet eine Nacht auf dem Stellplatz an der Uferpromenade. 50 Cent werden pro Toilettengang in den neuen WCs fällig. „Absolut in Ordnung“, findet Lehnert, der mit seinem Sohn spätabends in Berching angekommen ist und dann nach eigenen Angaben fast nichts mehr zu essen bekommen hätte. „Wir wollten eigentlich in die Pizzeria Bella Roma, aber die hatte geschlossen.“ Glücklicherweise haben Vater und Sohn noch in der Cocktailbar Splash eine Pizza bekommen.
In der Ferienzeit kann es zu ungünstigen Zeiten in Berching schon passieren, dass man nicht mehr die riesige Essensauswahl hat, die man in der Stadt eigentlich gewohnt ist. Neben der Pizzeria befinden sich direkt in der Altstadt derzeit der Brauereigasthof Winkler und das griechische Restaurant Meteora im Urlaub.
Dass es ab und an etwas schwieriger gewesen sei, ein Mittagessen zu erhalten, gesteht auch Anikó Kerl. „Aber es gab durchgehend Angebote, auch wenn man vielleicht das ein oder andere Mal etwas genauer hinsehen musste, wer geöffnet hat.“ Dass auch Gastronomen ihren Urlaub verdient haben, steht für Kerl außer Frage. „Die Betriebe sind überwiegend familiengeführt, oftmals mit noch schulpflichtigen Kindern, sodass die Zeit in den Ferien auch genutzt wird und das ist absolut in Ordnung“, betont Kerl, die die Übernachtungszahlen des Wohnmobilstellplatzes an der Schiffsanlegestelle präsentiert.
Dieser verzeichnete heuer von Januar bis Juni 2586 Übernachtungen – ein Rückgang um circa elf Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (2876). „Frühjahr und Sommer haben auf sich warten lassen“, versucht sich Kerl diesen Rückgang zu erklären. Zudem sei der Wohnmobilstellplatz wegen der Errichtung neuer Stromsäulen rund drei Wochen geschlossen gewesen.
Wohnmobilstellplatz an der Stampfermühle ist eine neue Option
Erdal Incer von Erkan's Döner an der Schiffsanlegestelle hat zwar den Eindruck, dass der Wohnmobilstellplatz gut besucht gewesen sei. „Aber mein Geschäft mit dem Essen lief heuer nicht so gut“, sagt er auf Nachfrage. Bei 30 Grad Celsius sei manchen der Appetit auf Döner vergangen. Getränke hingegen seien gut verkauft worden.
Am Wohnmobilstellplatz an der Stampfermühle können sich Gäste von Donnerstag bis Montag kulinarisch von Markus Meyers Team verwöhnen lassen. Die Gastronomie sei unter dem Strich gut gelaufen. Für Meyers Biergarten hätte das Wetter aber weniger verregnet sein können. Mit dem Stellplatz an sich ist der Betreiber bisher sehr zufrieden. Er habe sein Ziel von 500 Übernachtungen weit übertroffen. „Jetzt bin ich schon bei 800 – und der Herbst kommt erst noch“, sagt Meyer, der seit Ostern geöffnet hat. Was ihn besonders stolz mache, sei, dass viele Gäste wegen der sehr guten Bewertungen im Internet zu ihm kommen, sagt er. Viele Urlauber aus dem Norden legen in Berching einen Zwischenstopp auf der Fahrt in den Süden ein, sagt Meyer.
Jetzt hofft er auf einen goldenen Herbst und viele Camper, die Rast in Berching einlegen. Anikó Kerl vom Tourimusbüro erwartet viele Wanderer, die die Gegend erkunden.