„Fußgängerzone wird kommen müssen“: Schwandorfs OB Andreas Feller im Interview

Erst kürzlich hat Schwandorf die neuen Pocket Parks präsentiert, und schon bald soll es im Stadtpark mit neuen Baumaßnahmen weitergehen. Oberbürgermeister Andreas Feller (54, CSU) lässt im Sommerinterview durchblicken: Er hat noch viel vor. Sogar so viel, dass er eine dritte Amtszeit anstrebt.
Ein Dauerbrenner-Thema ist die Zukunft der Feuerwache an der Ettmannsdorfer Straße. Wie ist da der aktuelle Sachstand?
Andreas Feller: Wir müssen die Standortfrage lösen. Die Feuerwehr ist wie Schulen oder Kindertagesstätten eine Pflichtaufgabe der Stadt. Die Feuerwehr wurde von mir beauftragt, auch selbst auf Grundstückssuche zu gehen. Ganz zufrieden ist man mit dem vorgeschlagenen neuen Standort an der Schwimmbadstraße ja nicht. Ziel ist es, heuer noch einen grundsätzlichen Beschluss zu fassen – aber wohlwissend, dass wir morgen nicht bauen werden. Wir haben einen Haushalt und Beschlüsse über viele Millionen. Die Feuerwache ist da noch nicht eingeplant. Bis zum Sankt-Nimmerleinstag wird das aber nicht aufgeschoben.
Welchen Standort favorisieren Sie? Den bisherigen, die Schwimmbadstraße, oder doch einen ganz anderen?
Feller: Ich bin da offen für alles. Der Standort muss funktionieren, das ist das A und O. Und finanzierbar muss er auch sein. Luftschlösser hat sich die Stadt noch nie leisten können. Und sie wird sich auch künftig keine leisten können.
Schauen wir in die Innenstadt. Die Friedrich-Ebert-Straße sollte nach Beschluss des Stadtrats eigentlich längst eine Fußgängerzone sein. Doch die Autos rollen noch immer durch.
Feller: Die Fußgängerzone wird jetzt dann kommen müssen – nicht vor dem Weihnachtsgeschäft, aber danach. Wir hätten das ja schon längst umsetzen sollen. Aber wir wollten zunächst die Baustellen in der Bahnhofsstraße, in der Schwaigerstraße und am Schlesierplatz abwarten.
Die Friedrich-Ebert-Straße wurde für viel Geld hergerichtet. Doch die Leerstände trüben das Bild. Jetzt schließt auch noch die Filiale von Gerry Weber.
Feller: Bei der Friedrich-Ebert-Straße schwingen viele Facetten mit. Die Frage ist: Muss sie eine Einkaufsstraße bleiben? Wir haben dieselben Probleme wie jede Innenstadt. Während der Pandemie wurden die Menschen hin zum Onlinehandel erzogen. Die Straße wird sich verändern müssen. Ich finde: Die Innenstadt hat auch Wohn- und Aufenthaltsqualität mit Gastronomie.
Welche Projekte wollen Sie vor dem Jahresende noch unbedingt angehen? Auf der Agenda steht ja noch einiges.
Feller: Wir müssen das fertig machen, was wir angefangen haben. Ich denke da an Restarbeiten bei den Pocket Parks, einen weiteren Bauabschnitt beim Stadtpark und den Winterzauber. Daneben planen wir Kindertagesstätten. Wir haben 150 Plätze zu wenig, da gibt es gar nichts schön zu reden. Ich stelle übrigens fest, dass unser Personal in der Verwaltung und beim Bauhof sehr motiviert ist. Die Mitarbeiter haben Lust auf Projekte und wollen ihre Stadt weiter verbessern.
Sie haben gerade den Winterzauber angesprochen. Wird es heuer wieder die Eislauffläche geben?
Feller: Zunächst möchte ich erwähnen, dass wir ausgebucht sind. Wir haben alle Buden besetzt, und wir werden heuer sogar mehr Hütten haben. Die Eislauffläche wird es auch wieder geben. Die ist ja sehr gut angekommen. Eventuell wird sie heuer sogar größer werden. Aber da ist noch keine Entscheidung gefallen. Wir wollen das Konzept vom vergangenen Jahr etablieren und behutsam weiterentwickeln. Ein Disneyland soll der Winterzauber aber nicht werden.
Bis zum Wintereinbruch könnte sich im Stadtpark aber auch noch etwas tun. Das neue Piratenschiff kommt bei den Kinder offenbar super an. Wie geht es weiter?
Feller: Wir haben noch mehrere beschlossene Maßnahmen, die nach und nach umgesetzt werden. Es geht jetzt weiter mit einem Abenteuer-Spielbereich. Zudem wird eine Kneippanlage entstehen. Beides könnte noch heuer kommen. Weitere Vorhaben müssen eng mit dem Hochwasserschutz abgestimmt werden. Und dann hoffe ich inständig, dass sich auch die Wasserräder wieder drehen.
Immer wieder wird in der Stadtgesellschaft über die Elektroroller eines Anbieters diskutiert. Es hieß, im Herbst wird analysiert, ob das Experiment verlängert werden soll.
Feller: Das liegt ganz allein bei der Firma. Es gibt keinen Vertrag mit der Stadt Schwandorf. Scheinbar werden die Roller genutzt. Ich stelle aber auch fest, dass ein paar veritable Witzbolde mit den Gefährten unterwegs sind. Sie stellen die Roller einfach in einer Hofeinfahrt ab oder parken sie mitten am Fahrradweg. Diese „Witzigkeit“ muss natürlich aufhören.
Es ist Halbzeit der laufenden Wahlperiode. Sie sind in Ihrer zweiten Amtszeit. Verschwenden Sie schon Gedanken an eine mögliche dritte?
Feller: Hinter der Stadt und mir liegen neun sehr schöne und erfolgreiche Jahre. Ich denke, dass ich 2026 ein drittes Mal antreten werde.
Auch ein Oberbürgermeister hat Urlaub. Wo geht es für Sie und Ihre Frau Susanne in diesem Jahr hin?
Feller: Wir werden für zehn Tage an die Ostsee fahren. Ich muss einfach ans Meer. Bei zu großer Hitze kann ich mich nicht erholen. Ich möchte die Gelegenheit nutzen, um nochmals auf unsere Postkarten-Aktion hinzuweisen. Die Bürgerinnen und Bürger können mir gerne ins Rathaus eine Karte schicken. Es winken Preise.


