Es war eine große Vision für Schwandorf: Wieso das Hotelprojekt „Am Brunnfeld“ tot ist

Es war eine große Vision. Am Brunnfeld, in bester Lage nahe der Autobahn, sollte ein Hotel entstehen. Etwas mehr als 100 Zimmer, 206 Betten, MotelOne-Standard, das war nach Angaben der Stadt der Plan. Doch jetzt ist klar: Das Projekt der KRE Group ist gestorben.
Die Stadt Schwandorf hatte das Vorhaben immer unterstützt. Im Januar 2020, noch vor der Corona-Pandemie, erschien auf deren Homepage ein Artikel über einen gemeinsamen Termin mit den Investoren, Planern und Oberbürgermeister Andreas Feller (CSU). „Wenn alles gut laufe, so hoffe man, bis Ende 2021 Eröffnung feiern zu können“, hieß es in dem Artikel.
Große Pläne für Schwandorf in bester Lage
Tatsächlich fasste der Stadtrat einen Aufstellungsbeschluss für das Projekt. Mehr noch, auch das Bebauungsplanverfahren und das Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplans seien im Herbst 2020 gestartet worden, sagt Stadt-Sprecherin Maria Schuierer auf Anfrage unserer Zeitung.
Die Pläne sahen vor, dass das Hotel im Anschluss an den Pendlerparkplatz Richtung Globus entstehen sollte. Doch die Zeit verstrich, ohne dass sich etwas bewegte. Ein Baubeginn? Fehlanzeige. Bis heute, mehr als drei Jahre später, ist auf dem Grundstück noch nichts passiert.
Als Entwickler hinter dem Hotelprojekt war die KRE Group in Erscheinung getreten. Auf Anfrage bestätigt das Bamberger Unternehmen, dass das Projekt von ihnen derzeit nicht weiterverfolgt werde.
Auch Stadt-Sprecherin Maria Schuierer bestätigt diesen Informationsstand. „Die Projektentwickler haben das Projekt – bedingt durch die Corona-Pandemie – zunächst ruhen lassen und dann letztendlich davon Abstand genommen“, teilt sie mit. Das habe sich „im Laufe der Entwicklungen während der Corona-Pandemie nach und nach herausgestellt“. Insbesondere seien „mögliche Betreiber während und nach der Corona-Krise sehr zurückhaltend“ gewesen. Die KRE Group habe die Große Kreisstadt „jedoch immer über den jeweiligen Sachstand auf dem Laufenden“ gehalten.
Wie es mit dem Gelände Am Brunnfeld weitergeht, ist offen. Die Stadt selbst hat keinen Zugriff auf das Grundstück, denn sie ist nicht die Eigentümerin. Aber Schuierer sagt auch: „Die Stadt sieht den Standort ,Am Brunnfeld‘ aufgrund der Lage in Autobahnnähe und zum Oberpfälzer Seenland durchaus als einen geeigneten Hotelstandort.“ Allerdings seien in der Stadt auch noch andere Standorte vorhanden, die für ein Hotel geeignet seien. Wie berichtet, wurden erst im vergangenen Jahr Pläne unter anderem für ein Hotel am ehemaligen Maschek-Gelände in der Regensburger Straße bekannt, das 80 bis 90 Betten umfassen sollte.
Die Stadt will weiterhin ein Hotel für Schwandorf
Als Große Kreisstadt sei man weiterhin bemüht, so Schuierer, „ein Hotel anzusiedeln und hierfür einen geeigneten Investor zu finden.“ Tatsächlich ist der Bedarf da. Doch die größte Schwierigkeit liege nach Angaben der Stadt gar nicht darin, „einen Investor zu finden, sondern einen geeigneten Betreiber“.
Das Hotel sollte ursprünglich Teil einer größeren Vision sein. Unter anderem war von einem ganzen Freizeitviertel die Rede. Dazu sollten etwa ein Kinderland und ein Großkino gehören. Die Schwandorfer Stadträte hatten das Vorhaben damals begeistert aufgenommen. Doch schnell wurde deutlich, dass sich die Pläne für das gesamte Freizeitviertel vorerst zerschlagen hatten. Stattdessen konzentrierten sich die Planungen bald ganz auf das Hotelprojekt.
Die KRE Group kümmerte sich nach Angaben der Stadt aber nur um den Neubau eines Hotels und eines begleitenden „Bürogebäudes mit einem Bäcker und einem Tagescafé“. „Das ursprüngliche Gesamtpaket beinhaltete noch weitere Beteiligte und konnte sich nicht so, wie ursprünglich geplant, verwirklichen lassen“, teilt Schuierer zu den anderen Plänen mit. Dies habe mit den „unternehmerischen Entscheidungen der einzelnen Beteiligten zu tun“.
Die Mittelbayerische hat auch die KRE Group um eine Stellungnahme gebeten – unter anderem zur Frage, aus welchen Gründen man das Projekt nicht weitertreibe. Deren Pressesprecher Jörg Steinhäuser fasste sich kurz: „Wir bestätigen, dass wir derzeit das Hotelprojekt in Schwandorf nicht weiterverfolgen werden.“ Und weiter: „Zu den übrigen von Ihnen gestellten Fragen werden wir keine Stellungnahme abgeben.“
