Wildwest auf der Nibelungenbrücke: Polizei greift nach Schilder-Posse durch

„Durchfahrt verboten“: Was ein roter Kreis auf weißem Grund bedeutet, sollte jeder Autofahrer wissen. Ignoranz kann 50 Euro kosten. Auch Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Oder doch? An der gesperrten Nibelungenbrücke schien der Fall zu Wochenbeginn nicht ganz eindeutig zu sein. Mittlerweile ist alles geklärt.
Fast wie gewohnt rollt die Blechkolonne über die stadteinwärts gesperrte Brücke. Möglich macht das die Trasse, die während der rund zweiwöchigen Arbeiten für Linienbusse und Rettungsdienste geöffnet bleibt. Das Problem ist bekannt. Am Dienstagvormittag bat die Polizei rund eine Stunde lang alle Falschfahrer rechts ran. Verwarngelder könne man derzeit aber nicht verhängen, meinte ein Beamter der PI Nord am Dienstagnachmittag auf Nachfrage. Der Grund: Die „etwas unverständliche“ Beschilderung. Man stehe deshalb mit der Stadt in Verbindung, hieß es.
Nibelungenbrücke gesperrt: Beschilderung passt, Verwarngelder rechtmäßig
Offenbar hatten die Polizisten vor Ort aber doch Knöllchen geschrieben. Mit letzter Gewissheit konnten das verschiedene Beamten der PI Nord am Mittwoch nicht bestätigen, da seit Wochenbeginn aufgrund der Klebewelle der Letzten Generation eine „Chaoslage“ herrsche und Polizisten bis zu 16 Stunden im Einsatz seien. Da sich Bürger über Verwarngelder beschwert hätten, lasse die Logik jedoch nur einen Schluss zu: „Am Dienstag wurden Verwarngelder ausgestellt. Die Beschilderung passt“, sagte ein Beamter.
Das bestätigte auch eine Sprecherin der Stadt. Bereits am Montagabend sei nachgebessert worden. Im Zulauf von Norden her würden die Verkehrsteilnehmer seitdem an mehreren Stellen mit dem Text „Nibelungenbrücke gesperrt – frei bis Holzgartenstraße“ auf die Sperrung hingewiesen. An der Ecke Frankenstraße steht zudem ein „Durchfahrt verboten“-Schild, genau wie in der Holzgartenstraße. „Die Beschilderung ist eindeutig und es ist damit nicht erlaubt, über die Nibelungenbrücke zu fahren“, machte die Sprecherin am Mittwoch klar, nachdem sich ihr Kollege vom Tiefbauamt am Morgen noch einmal vor Ort ein Bild gemacht hatte.
Regensburg: Nibelungenbrücke trotz Sperrung stark frequentiert – Polizei kontrolliert
Dass die Nibelungenbrücke trotz Sperre stark frequentiert wird, lässt sich also eher mit Ignoranz als mit Unwissenheit erklären. Falschfahrer waren schon bei den Bauarbeiten stadtauswärts ein Problem.
Am Mittwoch war erneut eine Streife vor Ort, um Knöllchen zu verteilen. Die Polizei will nun täglich kontrollieren. Auch gezielte Aktionen sind geplant – sobald es die Personallage wieder zulässt.