Sperre der Nibelungenbrücke juckt Regensburg nicht: Trotz Polizeikontrolle keine Knöllchen

War da was? Dass die Nibelungenbrücke stadteinwärts gesperrt ist, lässt das Gros der Autofahrer kalt. Die Polizei kontrolliert, darf aber (noch) keine Knöllchen schreiben. Die Stadt Regensburg will sich die Beschilderung noch mal genau ansehen.
Als am Montagabend die Bauarbeiten ruhten, rollte der Verkehr wie gewohnt – in beide Richtungen. Nur auf Höhe der Holzgartenstraße, da bremste manch einer zögerlich, musterte die Straßenschilder, beobachtete den Vordermann und folgte ihm meist unauffällig. Als sich eine Autofahrerin auf Höhe der DEZ-Bushaltestelle zwischen zwei Absperrbaken festfuhr, hupte ein Ungeduldiger. Ein Schlenker, dann floss der Verkehr auf dem wichtigsten innerstädtischen Donau-Übergang wieder. Dass 50 Meter weiter ein Polizeibus parkte – der stand da der Klimakleber wegen –, ließ die Falschfahrer kalt.
Regensburg: Nibelungenbrücke gesperrt – „Autofahrer machen es sehr eng“
Dienstagvormittag, als der rechte Teil der Fahrbahn bereits abgefräst war, dasselbe Bild: Unbeeindruckt von rangierenden Lastwägen rollte der Verkehr auf der für Linienbusse und Rettungsdienste freigelassenen Fahrspur an der Baustelle vorbei. „Man muss extrem aufpassen. Die Autofahrer machen es sehr eng auf der Brücke“, schimpfte ein Bauarbeiter. Auch als die Brücke stadtauswärts gesperrt war, seien die Falschfahrer schon ein Problem gewesen. Den Leuten sei alles egal, meinte der Mann.
Gegen 10 Uhr staute es sich auf der Brückenrampe. Zwei Polizisten baten alle Autofahrer rechts ran. Im Schnellverfahren nahmen die Beamten Kennzeichen und Personalien auf – ohne später Knöllchen schreiben zu können. „Die Beschilderung passt noch nicht ganz“, erklärte Thomas Hasler von der Polizeiinspektion Nord am Nachmittag. Sie sei „etwas unverständlich“.
Autofahrer ignorieren Sperre der Nibelungenbrücke – und haben noch mal Glück
An der Ecke Frankenstraße weist ein „Durchfahrt verboten“-Schild den Verkehr aus dem Norden auf die gesperrte Brücke hin. Nur Anlieger dürfen demnach weiter. Auf Höhe der Holzgartenstraße, der letzten Abbiegemöglichkeit, steht lediglich ein Baustellenschild, versehen mit einem Hinweis auf Tempo 30.
Die Autofahrer, die am Dienstagvormittag in die rund einstündige Kontrolle geraten sind, kommen wohl mit einem blauen Auge davon. „Verwarngelder können wir aktuell nicht verhängen“, sagte Hasler. Man stehe mit der Stadt in Kontakt.
Nibelungenbrücke: Muss die Stadt Regensburg nachbessern?
Auf Nachfrage erklärte eine Stadtsprecherin, dass bereits am Montagabend nachgebessert worden sei. Im Zulauf von Norden her würden die Verkehrsteilnehmer nun mit dem Text „Nibelungenbrücke gesperrt – frei bis Holzgartenstraße“ auf die Sperrung hingewiesen. Die Stadt tausche sich täglich mit der Polizei aus. Am Mittwoch werde sich ein Kollege vom Tiefbauamt erneut vor Ort ein Bild machen, ob weiter nachjustiert werden müsse.