Spezielles Konzept der Feuerwehr Schwarzenfeld: Schnell am Einsatzort trotz Vollsperrung

Von Philipp Breu · 17. August 2023 um 11:55

Seit 15. August geht an einer der Hauptverkehrsadern in Schwarzenfeld nichts mehr. Denn im Zuge der geplanten Sanierung der Kleinen Naabbrücke ist nun eine Vollsperrung nötig. Das stellt auch die örtliche Feuerwehr vor Herausforderungen. Doch Kommandant Christian Sander und sein Stellvertreter Andreas Fleischmann haben sich eine Lösung einfallen lassen.

Mit schwerem Gerät ist die Strabag AG derzeit an der Überführung über die Naab zugange. Da sich im Bereich der Neuen Amberger Straße auf Höhe der Einmündung des Badeangers extreme Asphalt- und Unterbauschäden entwickelt haben, die nun mit einem neuen Straßenaufbau saniert werden sollen, ist dieser Bereich derzeit für etwaige Verkehrsteilnehmer nicht passierbar. „Wir haben etwa vor fünf bis sechs Wochen von der Vollsperrung erfahren“, erinnert sich Sander.

Gesetzliche Hilfsfrist muss trotz Baustelle erfüllt werden

Auch für die Retter ist die Naabbrücke eine wichtige Zufahrt zu ihren Einsätzen – gerade im nordöstlichen Bereich von Schwarzenfeld inklusive den Ortsteilen, auf der A93 und am Badeanger. „Wenn wir die Brückenbaustelle umfahren müssen, macht das etwa acht Kilometer Umweg. Wir müssen aber unsere gesetzliche Hilfsfrist von zehn Minuten einhalten“, erklärt Sander. In den vergangenen Wochen tüftelte er zusammen mit seinem Stellvertreter Andreas Fleischmann und dem Rettungsdienst deshalb an einem umfangreichen Konzept.

Direkt auf der Naabbrücke wurden ein Tanklöschfahrzeug der Feuerwehr und ein Helfer-vor-Ort-Fahrzeug der Johanniter abgestellt, um im Bedarfsfall auch die „abgeschnittenen“ Bereiche abdecken zu können. Bei Alarmierungen auf der Autobahn kommen, je nach Fahrtrichtung, bereits bei der Erstalarmierung noch die Kollegen der Feuerwehren Nabburg beziehungsweise Wackersdorf hinzu. Am Badeanger wurden ebenfalls ein Feuerwehrfahrzeug und ein Rettungswagen abgestellt, um auch diesen Bereich während der Bauarbeiten abdecken zu können.

Strabag versorgt Einssatzfahrzeuge mit Druckluft und Strom

Soweit so gut, doch das bloße Parken der besagten Fahrzeuge reicht noch nicht aus. Denn diese müssen auch sofort einsetzbar sein. „Unsere Akkus, Funkgeräte oder auch die Autobatterie brauchen ja Strom. Außerdem ist für die Bremse Druckluft nötig“, erklärt Fleischmann.

Hier kommt die Strabag AG ins Spiel. „Die Zusammenarbeit läuft super“, loben die beiden Kommandanten. Sofort erklärte sich die Strabag bereit, einen Teil ihres benötigten Stroms zu den Einsatzfahrzeugen zu leiten und einen Kompressor für die Luftversorgung bereitzustellen. „Auch die umliegenden Ortsfeuerwehren sowie die Wehren aus Wackersdorf und Schwandorf haben uns geholfen und beispielsweise Ladegeräte zur Verfügung gestellt“, so Sander.

Und nicht nur das: Sogar ein Sicherheitsdienst ist 24 Stunden vor Ort und passt auf die Fahrzeuge und Maschinen auf. Damit sollte einem schnellen Einsatz nichts im Weg stehen. Bisher mussten die Retter noch nicht von ihrem ungewöhnlichen Standort abrücken, wie die Kommandanten am Mittwochabend schilderten. Doch wenn, wären sie auf jeden Fall vorbereitet. „Das funktioniert aber auch nur, wenn die Absperrungen, Parkverbotszonen und Rettungswege eingehalten werden“, sagt Fleischmann.

Schilder an der Brückenbaustelle werden teilweise ignoriert

Bisher, so heißt es seitens des Markts Schwarzenfeld, funktioniere die Verkehrsführung an der Großbaustelle gut. „Es gibt aber natürlich auch uneinsichtige Verkehrsteilnehmer, die alle Schilder ignorieren und dann in der Baustelle stecken bleiben“, sagt Tobias Reitmeier, verantwortlich für Öffentlichkeitsarbeit und Tourismus in der Verwaltungsgemeinschaft. Das könne man leider aber nicht verhindern.

Auch in Schwandorf stehen große Baumaßnahmen an den Naabbrücken bevor. Lesen Sie dazu: 20 Millionen Euro für die neuen Naabbrücken – Erste Arbeiten sollen im August starten

Eine Entspannung der Situation ist aber schon in Sicht. Die Vollsperrung soll lediglich bis Sonntag, 20. August, aufrechterhalten werden. Anschließend ist die Brücke im Einmündungsbereich der Hauptstraße auf der anderen Fahrbahnseite als bisher halbseitig gesperrt.

Sie haben an einer Lösung getüftelt: Kommandant Christian Sander (r.) und sein Stellvertreter Andreas Fleischmann. Foto: Breu