Ein Schritt zur Versorgungssicherheit: Bau für Stromleitung bei Schwarzenfeld gestartet

Von Johann Ippisch · 28. Juli 2023 um 15:25

In Leingarten bei Heilbronn gab am vergangenen Donnerstag Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck den Startschuss für den Weiterbau des Suedlinks, der Stromautobahn vom Norden Deutschlands in den Süden.

Am gleichen Tag nahmen im Umspannwerk Schwarzenfeld, das sich an der Sandstraße am Rande des Sportparks befindet, MdL Alexander Flierl (CSU), Schwarzenfelds Bürgermeister Peter Neumeier sowie Vertreter der Bayernwerk Netz GmbH und der ausführenden Firmen den Spatenstich zum Bau einer leistungsstarken Mittelspannungsleitung vor.

Damit können die Arbeiten an der 20-Kilovolt-Kabelverbindung zwischen dem Umspannwerk Schwarzenfeld und dem Schalthaus Buchtal beginnen. Rund 6,5 Kilometer Kabel werden in den nächsten Monaten in offener Bauweise verlegt, für drei kleine Abschnitte sind sogenannte Spülbohrungen erforderlich. Die Bauzeit beträgt rund fünf Monate. Die Investitionskosten bezifferte der Kommunalmanager beim Bayernwerk, Wolfgang Dumm, auf rund 2,1 Millionen Euro.

Die neue Mittelspannungsleitung soll die Stromversorgung in der Region für die nächsten Jahrzehnte absichern und fit für die Energiezukunft machen. Anlass für die neue Verbindung, die Anfang des Jahres 2024 in Betrieb gehen soll, sind die Energiewende und der Anschlussboom bei regenerativen Energieanlagen. Die Bauausführung haben die Partnerfirmen der Bayernwerk Netz GmbH, die Firma Josef Rädlinger Bauunternehmen GmbH aus Cham sowie ein Unternehmen der Max Streicher Gruppe aus Deggendorf, übernommen.

Die Kommunen sind mit im Boot

Daniel Liegl, der Leiter des Bayernwerk-Kundencenters in Schwandorf, stellte zu Beginn des offiziellen Spatenstichs das Projekt vor. Er betonte insbesondere den notwendigen Schulterschluss mit den Kommunen, ohne die so ein Projekt nicht durchführbar wäre. Dies sah auch Bayernwerk-Kommunalbetreuer Wolfgang Dumm so. Rund eine Milliarde Euro investiert die Bayernwerk Netz GmbH in den nächsten Monaten für den Netzausbau, um dem Mehrverbrauch an Energie sowie den zunehmenden Erzeugungsanlagen für erneuerbare Energie gerecht zu werden. „All dies ist ein Schritt zur Energiewende“, sagte Dumm.

„Mit dem Bayernwerk werden Wünsche wahr“, kommentierte Schwarzenfelds Bürgermeister Peter Neumeier die Investitionsentscheidung des Unternehmens. Es sei gut zu wissen, dass das Bayernwerk sich gut auf die künftige Energieversorgung der Region um Schwarzenfeld einstelle und ein verlässlicher Partner auch beim Ausbau der erneuerbaren Energie sein werde, sagte er.

MdL Alexander Flierl (CSU) sah in dem Spatenstich für die neue Leitung einen wichtigen Schritt zur Versorgungssicherheit. Es sei wichtig, bei Entscheidungen in der Energiewende schneller und effizienter zu werden, um noch schneller von den fossilen Energieträgern unabhängig zu werden, hob er hervor.

Ein Verteiler für die Region

Nach weiteren Statements schritten die Vertreter von Politik, Bayernwerk Netz GmbH sowie den bauausführenden Firmen zum Spatenstich. Interessant gestaltete sich der anschließende Rundgang durch das Schwarzenfelder Umspannwerk. Der Leiter des Betriebs Umspannwerke und Schaltstationen Regensburg, Thomas Kotarski, erläuterte die Funktionsweise eines Umspannwerks, die ansonsten vielen Stromkunden unbekannt bleiben dürfte.

Kotarski informierte auch darüber, dass der grüne Strom, den Photovoltaik-Anlagen in Schwarzenfeld und den umliegenden Dörfern gewinnen, im Umspannwerk Schwarzenfeld zusammenfließe und in die Region verteilt werde.