Kiosk am Forsterweiher in Schwarzenfeld hat einen neuen Pächter

Von Philipp Breu · 22. Juni 2023 um 12:19

Dass sich doch noch ein Pächter für den Kiosk am Forsterweiher findet, hätten selbst die Verantwortlichen des Markts Schwarzenfeld nicht mehr geglaubt. Als gerade an einer Automatenlösung getüftelt wurde, meldete sich mit Günter Troidl (66) plötzlich ein vielversprechender Kandidat – und erhielt den Zuschlag. Er hat große Pläne.

Günter Troidl ist ein lebensfroher Mensch. Mit einem breiten Grinsen öffnet er die Tür zu seinem künftigen neuen Lebensmittelpunkt. Im Alter von 66 Jahren wagt der Rentner aus Schwarzenfeld, der 35 Jahre bei der Müllabfuhr tätig war, noch einmal den Gang in die Gastronomie. „Ich mach’ gern Gaudi, liebe es, unter Leuten zu sein. Deswegen ist das eine tolle Chance für mich“, schwärmt Troidl. Er habe in der Zeitung zufällig davon gelesen, dass ein neuer Pächter für den Kiosk gesucht werde und wurde im Rathaus vorstellig – mit Erfolg.

Günter Troidl hat bereits Erfahrung in der Gastronomie

Die Gastronomie sei für ihn kein Fremdwort. Er habe vor vielen Jahren schon einen Imbisswagen an der Autobahn bei Luhe-Wildenau betrieben, der nach Troidls Worten „durch die Decke ging“. Er hätte sich vorstellen können, diesen sein ganzes Leben lang zu betreiben, letztendlich sei es aber an der fehlenden Genehmigung für die damalige Standfläche gescheitert.

Auch in seinem Heimatort sei er schon in einem Imbiss auf 450-Euro-Basis tätig gewesen. Bange ist dem Rentner angesichts seiner neuen Aufgabe deshalb nicht, zumal er neben seiner geliebten Ehefrau auch auf die Hilfe von einem „waschechten Profi“ bauen könne. Tochter Tanja, selbst seit Jahren in der Schwandorfer Gastroszene beschäftigt, werde künftig ebenfalls regelmäßig im Kiosk am Forsterweiher stehen. Der Innenraum ist bereits fertig eingerichtet. Eine vollausgestattete Küche gehört ebenfalls zum Interieur wie eine Zapfanlage.

Kiosk-Klassiker und wöchentliche Angebote

Verköstigen möchte der neue Pächter die Badegäste mit Klassikern wie Schnitzel, Pommes, Currywurst, belegten Semmeln oder Wurstsalat. Zusätzlich soll es pro Woche ein besonderes Angebot geben, etwa Burger oder einen Schaschlik-Topf. Für die nötige Erfrischung an heißen Tagen sollen Eis, allerlei alkoholfreie Getränke, aber auch Bier und Weißwein sorgen.

Weil die Familie bei Reinigungsarbeiten auf gut erhaltene Tische und Stühle gestoßen ist, soll es auch Sitzplätze im Freien oder auf der kleinen Terrasse vor dem Kiosk geben. „Da wird ungefähr Platz für 60 Leute sein“, prognostiziert Troidl.

Am Samstag, 8. Juli, werde es offiziell losgehen. Offen haben soll der Kiosk von 9 bis 19 Uhr. Falls Badegäste noch länger verharren möchten, könnte sich der neue Kioskbetreiber aber auch vorstellen, länger dazubleiben. Bis es soweit ist, gebe es noch allerhand zu tun. Täglich bekomme Troidl momentan Besuch von Ämtern und Lieferanten, müsse sich um allerlei Bürokratie kümmern. Aber das mache er gerne, schließlich soll sein neues Projekt im besten Fall „bis zum Ableben“ Bestand haben.

Dass Günter Troidl für den Kiosk brennt, ist auch dem Markt Schwarzenfeld nicht entgangen. „Wir haben den Eindruck, dass er wirklich Lust auf seine neue Aufgabe hat“, sagt Tobias Reitmeier, verantwortlich für Öffentlichkeitsarbeit und Tourismus in der Verwaltungsgemeinschaft Schwarzenfeld. Man sei heilfroh, doch noch einen neuen Pächter für den Kiosk am Forsterweiher gefunden zu haben. „Das war in der Vergangenheit ein Dauerbrenner“, so Reitmeier.

Eine Automatenlösung ist vorerst nicht mehr nötig

Erst im vergangenen Jahr hatte ein neuer Pächter die Verantwortung für den Kiosk übernommen, dann aber schnell das Handtuch geschmissen. Mit dem vorherigen Betreiber während der Coronazeit habe es erhebliche Probleme gegeben. „Wir wollen für unsere Badegäste aber natürlich etwas bieten und sind darauf bedacht, dass es am Forsterweiher neben den Toiletten auch eine Verpflegungsmöglichkeit gibt.“ Man habe laut Reitmeier deshalb zwischenzeitlich an einer Automatenlösung getüftelt. Doch deutschlandweit seien derzeit kaum derartige Automaten verfügbar.

Doch die braucht es dank Günter Troidl nun auch nicht. „Wir wünschen ihm alles Gute und einen erfolgreichen Start“, sagt Reitmeier.