Vom Berg herunter nach Rötz: Die „Retzer Zeitreisen“ sind eine ganz besondere Stadtführung

In den letzten drei Jahren lud das Zeitreise-Ensemble des Schwarzwihrbergvereins zur „Schwarzenburg-Zeitreise“ ein. Heuer kommt der Zeitreise-Leiter vom Berg herunter nach Rötz und bietet allen Interessierten die Gelegenheit zu einer historischen Stadtführung.
Denn nicht nur die Burgruine des Rötzer Hausbergs ist geschichtsträchtig, auch in der Historie der Stadt Rötz gibt es Personen, Begebenheiten und Orte, die es wert sind, erzählt zu werden. Und die Geschichte der Schwarzenburg ist seit jeher eng mit der Geschichte der Stadt verknüpft.
Acht Spielszenen in der Innenstadt von Rötz
Zeitreise-Leiter Johann Maier wird bei dem historischen Spaziergang durch die Stadt wieder unterstützt von den Laiendarstellern des Zeitreise-Ensembles, die in acht kurzen Spielszenen Rötzer Geschichte lebendig werden lassen.
Die Idee sei auf die Anregung etlicher Rötzer hin entstanden, für die der Weg auf den Berg beschwerlich sei, erzählt Steffi Porsch, die wieder das Drehbuch für die Zeitreisen geschrieben hat. Viel Unterstützung bei allen Fragen zu den historischen Grundlagen habe sie dabei von Tino Gmach bekommen: „Ohne ihn gäbe es die Zeitreisen nicht.“
Auch das Buch „Rötzer Straßen erzählen Stadtgeschichte“, das neben Tino Gmach von Albert Spindler verfasst wurde, sowie das Jubiläumsbuch „Rötz: 500 Jahre Stadterhebung – 750 Jahre Pfarrei St. Martin“ seien wertvolle Quellen gewesen. Zwei der acht Szenen hat das Ensemble bereits auf dem Berg gespielt, dazu kommen sechs ganz neue Szenen.
Die erste Trockenprobe hat schon im Fürstenkasten stattgefunden, und am Donnerstagabend geht das Ensemble nun gemeinsam alle Stationen ab. Der Start ist vor dem Kirchen-Hauptportal, wo auch gleich die erste Szene spielt, und zwar im Jahr 1125. Sie handelt von einer Schwarzenburger Prinzessin, die nach Nordfrankreich verheiratet und aus ihrer Heimatstadt abgeholt wurde.
„Alle Spielszenen haben einen wahren historischen Kern“, so Steffi Porsch. Verschiedene Rollen wurden „drum herum“ konzipiert. Für die weiteren Szenen geht es an den Irlweiher, in die Genossenschaftsbrauerei, in den Pfarrgarten, auf den Spitalplatz, vor das Kriegerdenkmal neben dem Rathaus, auf den Marktplatz und in den Museumstrakt des Fürstenkastens, wo es auch eine kleine Brotzeit für die Teilnehmer der Zeitreise gibt.
1936 keine Fasenacht in Rötz
In der Brauerei erfährt man beispielsweise, wie das Bier von einer Fastenspeise der Mönche zum traditionell-bayerischen alkoholischen Getränk wurde. Auf dem Marktplatz geht es darum, warum die „Althistorische Retzer Fasenacht“ im Jahr 1936 nicht stattfinden durfte.
Die Karten sind je Aufführungstermin auf 40 Stück begrenzt, damit die Darsteller ohne Mikrofon für alle Teilnehmer gut zu verstehen sind. Das Angebot richtet sich an Touristen und an Einheimische gleichermaßen, die etwas über das alte „Retz“ von der ersten urkundlichen Erwähnung bis jetzt erfahren und dabei gut unterhalten werden wollen.
Die Termine für die „Retzer Zeitreisen“
Termine: Die „Retzer Zeitreise“ wird angeboten jeweils sonntags am 10., 17. und 24. September. Beginn ist jeweils um 16.30 Uhr. Treffpunkt und Start des 1,5- bis 2-stündigen Spaziergangs durch die Rötzer Altstadt ist am Hauptportal der Stadtpfarrkirche.
Karten: Karten zum Preis von 20 Euro (ermäßigt 18) gibt es im Tourismusbüro Rötz unter Tel. (09976) 941160 oder unter tourist@roetz.de. Im Preis sind ein Getränk und eine Brotzeit inbegriffen.
