Deutsche Meisterschaft MSC MiniCar findet am Schwarzwihrbergring in Rötz statt

Von Stefanie Bauer · 8. August 2023 um 19:00

In Rötz steht eine der ältesten Minicar-Glattbahnstrecken Deutschlands: Zwischen Hetzmannsdorf und dem Ortsteil Bauhof wurde im Jahr 1982 der Schwarzwihrbergring gebaut. Heuer wird dort vom 1. bis 3. September wieder die Deutsche Meisterschaft MSC MiniCar ausgetragen.

Josef Gebhard und Hans Droppmann waren in den frühen Achtzigern die Initiatoren, die dem Gebiet, das in der ehemaligen Lehmgrube liegt, neues Leben einhauchten. Später kamen Norbert Przybyla, Wolfgang Thierack und weitere dazu. Zuvor hatten sich die MiniCar-Begeisterten auf dem Freibad-Parkplatz getroffen und dort Pylonen aufgestellt. Bis sie sich entschlossen, eine permanente Rennbahn zu bauen.

In zwei Vereine aufgeteilt

Zunächst von der Firma Winklmann gepachtet, konnte das alte Teilstück des Lehmabbaugebiets Mitte der 2000er Jahre vom Verein MSC Rötz MiniCarClub erworben werden, wie dessen jetziger Vorstand Michael Ruhland und Alexander Kestler, Kassier und Platzwart, berichten. Der Verein war aus dem Modellfliegerclub Rötz entstanden und hatte sich, als es für beide Sparten genügend Mitglieder gegeben hatte, in zwei Vereine, den MFC und den MSC MiniCar, aufgeteilt.

Nach wie vor finden jährlich im Schnitt zwei Rennen in Rötz statt. 2013 waren beispielsweise etwa 70 Starter bei einem VG 5-Rennen vor Ort, drei Jahre zuvor waren es bei der „Königsklasse“ VG 8 (das VG steht für Verbrenner-Glattbahn, die 8 für den Maßstab 1:8 der Fahrzeuge) sogar um die 90 Teilnehmer. Bei einem TT01-Rennen (Einsteigerklasse), wie es letztes Jahr stattfand, kann jeder, auch ohne Übung, teilnehmen.

Anders bei den 24-Stunden-Rennen, wie sie Ende der achtziger und Anfang der neunziger Jahre in Rötz stattgefunden haben und bei denen drei Fahrer sich bei rund 1000 zurückgelegten Kilometern abgewechselt haben: Dabei muss man über einen relativ langen Zeitraum voll konzentriert sein.

Obwohl der Sport viele begeistert, sei er bis vor zehn Jahren noch weiter verbreitet gewesen als heute. Erklärbar sei das wohl dadurch, dass es insgesamt einfach immer mehr Freizeitangebote gebe, so Kestler. Um den Verein wieder präsenter zu machen, habe man bis vor Corona Kinderferienprogramme organisiert. Einsteigerklassen gebe es schon für fünfjährige Kinder, einzige Bedingung: „Sie müssen über den Fahrerstand drübersehen können.“ Früher habe man von Herstellern der MiniCars Leihautos für Jugendtage zur Verfügung gestellt bekommen.

110 Kilometer pro Stunde

Nun überlege man, diese Aktionen wieder ins Leben zu rufen oder vielleicht vom Verein aus selbst einige MiniCars für den Verleih an Kinder und Jugendliche zu erwerben. Diese Einsteigermodelle seien entsprechend langsamer unterwegs, erklärt Ruhland, mit etwa 30 bis 40 Stundenkilometern. Im Finale der Deutschen Meisterschaft in der Klasse VG 8 werden dagegen Geschwindigkeiten von bis zu 110 km/h erreicht. Die Motoren werden kontrolliert und verplombt, die Zeitabnahme erfolgt über ein Computer-Programm auf die 1000stel-Sekunde.

Getankt wird zwischendurch mit einer Schnelltankpistole, und etwa alle 20 Minuten gibt es einen Reifenwechsel, bei dem es natürlich schnell gehen muss: „Wie ein Formel 1-Boxenstopp im Mini-Format.“

E-Modelle sind bei der Deutschen Meisterschaft als Gastklassen zugelassen. Im MiniCar-Bereich verläuft die Entwicklung ähnlich wie bei den „großen“ Autos: Seit 15, 20 Jahren gibt es immer mehr E-MiniCars, die genauso schnell fahren wie diejenigen mit Verbrenner-Motor. Das Thema sei natürlich auch hier die Reichweite: Das Aufladen bei den MiniCars dauere etwa eine halbe Stunde. Auf dem Schwarzwihrbergring sind dafür Steckdosen vorhanden.

Auch für die Verpflegung wird bei der Deutschen Meisterschaft gut gesorgt sein: Im Vereinsheim gibt es dann Gegrilltes, Pommes, Getränke, Kaffee und Kuchen. Zuschauer sind natürlich willkommen. Abgesehen von der DM, bei der wieder Teilnehmer aus ganz Deutschland, aus Österreich, Tschechien und der Schweiz erwartet werden: „Wir freuen uns über jeden, der es einmal ausprobieren möchte“, so Ruhland. Und die leisen E-Modelle können dank Flutlicht auf dem Platz sogar rund um die Uhr gefahren werden.

Die Deutsche MiniCar-Meisterschaft vom 1. bis 3. September

Organisatorisches: Der Veranstalter der Deutschen Meisterschaft mit Nennung VG10 / D-Cup VG8S / VG10S mit Gastklassen EG8 / EG8 GT vom 1. bis 3. September ist der Deutsche Minicar-Club in Schönkirchen, Ausrichter ist der MSCM Rötz. Die Teilnahmegebühr beträgt 35 Euro.

Reglement: Teilnahmeberechtigt sind alle qualifizierten Fahrer gemäß DMC-Jahrbuch 2023 mit gültiger DMC-Lizenz 2023. Die Gastklasse wird nur ausgetragen, wenn mindestens fünf Nennungen der jeweiligen Klasse eingegangen sind.

Reglement: In den Klassen 1 bis 5 gilt das aktuelle DMC-Reglement 2023 mit den zusätzlichen besonderen Bestimmungen. Außerdem gelten die Durchführungsbestimmungen zum Thema Reifen. Am Training am Donnerstag, 31. August, kann man gegen eine Gebühr von 15 Euro teilnehmen.

Informationen: Nennschluss ist am Freitag, 11. August. Infos gibt es auf der Facebook-Seite des Vereins.

Der Schwarzwihrbergring liegt im Grünen, dort, wo ehemals Lehm abgebaut worden ist. Foto: Michael Ruhland
Im Vereinsheim stehen die Pokale. An den Wänden hängen die Bilder vergangener Turniere, hier: das 24-Stunden-Rennen 1988.