Einblicke in den Hof: Die Arbeit geht Familie Pfeffer aus Wetterfeld nie aus

Von Thomas Mühlbauer · 4. August 2023 um 11:00

Idyllisch eingebettet zwischen Feldern und Wiesen und nahe dem Ort Wetterfeld liegt der Pfeffer-Hof. Seit 1928 ist dieser im Besitz der Familie und mittlerweile wird er in der vierten Generation bewirtschaftet.

Im Jahre 1928 kauften Alois und Therese Pfeffer das Anwesen. Sie übergaben den Hof an Josef Pfeffer sen. und Hermine Pfeffer, die ihn dann an Irmgard und Josef Pfeffer jun. als nächste Generation vererbten. Somit war der Hof immer mit Leben gefüllt. Mittlerweile wohnt mit Stefan und Bernadette Pfeffer die vierte Generation auf dem landwirtschaftlichen Betrieb.

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Feld, Wald, Mehl und Musik

Und wer dort vorbeifährt, hier führt die Grundbachstraße entlang, der sieht auf den ersten Blick nicht, mit wie viel Wissen und Engagement die Familie den Hof und die Landwirtschaft heute bearbeitet. Nicht in der Landwirtschaft sind die Pfeffers beheimatet, auch der Bereich der Forstwirtschaft ist ein Standbein für den Betrieb. Und wer auf Festen im Sommer unterwegs ist, der hat sicherlich auch schon einmal zu Klängen der Blaskapelle Pfeffer auf den Bänken mitgesungen und mitgeklatscht.

Im Gespräch mit unserer Zeitung geben Irmgard, Josef, Bernadette und Stefan Pfeffer einen genaueren Einblick in das Leben am Hof und verhehlen dabei nicht, dass nicht immer alles gleich Gold ist, was da glänzt.

Dazu blickt Josef Pfeffer noch einmal auf die Anfänge zurück. Bis Ende der 90er Jahre hat man nämlich auf dem Hof noch die klassische Milchwirtschaft betrieben. Von Anfang der Jahrtausendwende bis zum Jahr 2010 widmete man sich der Bullenmast, ehe man 2010 das aufgab und sich nur noch auf den Ackerbau konzentrierte. Doch dann kam das Jahr 2019, Stadtrat Ulli Kraus von der gleichnamigen Bäckerei in Mitterdorf kam mit den beiden Pfeffers ins Gespräch und aus einer Laune heraus entstand das nächste Standbein der Familie – die eigene Mehlherstellung und die Mehlvermarktung.

Stefan Pfeffer sagt dazu: „Das war eine Idee, die unter dem Slogan ‘Das regionalste Brot der Stadt‘ geboren wurde.“ Heißt: Bäcker Kraus backt das Brot und die Pfeffers liefern die Zutaten. Schnell wurde auch Stefan Ederer von den beiden Rewe-Märkten in Roding auf die Aktion aufmerksam. Und so kam eins zum anderen, wie es Stefan Pfeffer mit einem Schmunzeln erklärt.

Mittlerweile ist das Mehl vom Pfeffer-Hof auch in Edeka-Märkten zu finden. Doch weisen die beiden Pfeffers darauf hin, dass das nur so gut gelingt, weil ihre beiden Ehefrauen Irmgard und Bernadette das Geschäft nahezu im Alleingang machen. Unter anderem können hier fünf Sorten Mehl angeboten werden – Weizenmehl, Dinkelmehl, Roggenmehl, Emmermehl und Dinkelvollkornmehl. Was am Anfang mit viel Handarbeit verbunden war und Irmgard Pfeffer mit „mühsam“ umreißt, funktioniert mittlerweile teilautomatisch. Stolz ist die Familie darauf, dass beim kompletten Prozessvorgang weder das Getreide noch das Mehl bis zur Abfüllung den Landkreis Cham verlässt.

Ökologisch und ökonomisch

Denn das Getreide, das auf den rund 60 Hektar Feldern angebaut wird, wird nach der Ernte am eigenen Hof gelagert. Von dort geht es in großen Säcken immer wieder zur Hammermühle nach Bad Kötzting, wo es gemahlen wird. Die gefüllten Säcke wandern dann wieder zurück auf den Hof kommt, wo die Familie das Mehl schließlich in Tüten abfüllt und zum Verkauf anbietet.

Die Pfeffers können feststellen, dass der Trend bei den Kunden immer mehr zu regionalen Lebensmitteln geht. Deshalb haben Irmgard und Bernadette Pfeffer gut zu tun, um die hohe Nachfrage zu decken. Seit 2023 ist der Pfeffer-Hof mit seinem Mehl auch im Zusammenschluss des Vereins LandGenuss dabei, um hier enger mit anderen Erzeugern aus dem Landkreis zusammenzuarbeiten. Im Bereich der Landwirtschaft gehört auch noch das eigene Lohnunternehmen dazu, bei dem die Familie im Auftrag für Bauern die Ernte einholt.

Doch wer am Hof der Familie vorbeifährt, der kann auch große Forstmaschinen erblicken. Seit 2003 ist da auch noch der Pfeffer‘sche Forstbetrieb. Ausgebaut wurde dieser Wirtschaftszweig des Hofes im Jahr 2011 mit der Anschaffung eines eigenen Harvesters, den Stefan Pfeffer als geprüfter Forstmaschinenführer fährt.

Im Auftrag der Bayerischen Staatsforsten und von privaten Waldbesitzern sind Stefan und Josef Pfeffer, die dafür mittlerweile zwei Angestellte haben, hier beschäftigt. Und wie es Stefan Pfeffer erklärt, gibt es durch den Klimawandel und die damit stattfindenden Stürme gerade in den letzten Jahren viel zu tun.

Denn würde es Forstbetriebe wie den der Pfeffers nicht geben, hätte der Borkenkäfer wohl leichtes Spiel. Aktuell kämpfe der Holzsektor auch mit der Inflation und dem Rückgang im Bausektor, so Pfeffer. Aktuell werde Holz immer mehr zum Ladenhüter. Mittlerweile müsse in einem großen Lager in Klardorf (Landkreis Schwandorf) Holz zwischengelagert und bewässert werden, da sich kaum Abnehmer fänden. Zudem kommt für die Pfeffers erschwerend der Fachkräftemangel hinzu, denn kaum jemand möchte die Arbeit im Holz machen.

Und da hilft es auch nichts, so Stefan Pfeffer, dass die meiste Arbeit von Maschinen geleistet werde. „Viele stellen sich das immer noch so vor: Du gehst in den Wald und schneidest mit der Motorsäge die Bäume um“, sagt Josef Pfeffer, was aber Unsinn sei.

Auch wenn der Tag für die Pfeffers nur 24 Stunden hat, kennt man sie noch aus einem landwirtschaftlich fernen Bereich: Seit 41 Jahren besteht die Blaskapelle Pfeffer. Im Sommer ist man fast jedes Wochenende unterwegs. Mit dabei hat man sogar eigene Alphörner. Und bei Josef und Stefan Pfeffer schwingt hörbar Stolz mit, wenn sie sagen, dass es etwas Besonderes ist, auf dem Rodinger Volksfest spielen zu dürfen. Musik ist für die Pfeffers das, was sie nach der Arbeit brauchen: Entspannung und positiver Stress.

Stefan und Josef Pfeffer betreiben zusätzlich auch ein Lohnunternehmen in der Landwirtschaft.
Das Mehl ist mittlerweile bei Rewe und Edeka in den Regalen zu finden.