Spatenstich in Roding: Landkreis saniert Hallenbad und Turnhalle für acht Millionen Euro

Der Landkreis will den Schulstandort Roding weiter stärken: Nachdem die Konrad-Adenauer-Realschule in den vergangenen Jahren für rund elf Millionen Euro saniert und erweitert worden ist, werden nun das marode Hallenbad und die darüber liegende Turnhalle erneuert. Beim Spatenstich am Donnerstagvormittag mit Vertretern aus Politik, der Bauunternehmen sowie der Schulfamilie stellte Architekt Norbert Raith die Details vor.
Als Bauherr begrüßte Landrat Franz Löffler alle Gäste, besonders Regierungsvizepräsident Florian Luderschmid, der nach dem Spatenstich für die Sanierung des Robert-Schuman-Gymnasiums am Mittwoch erneut in die Region kam. Von der Erneuerung würde neben der Realschule auch die Grund- und Mittelschule Roding profitieren, die Bad und Halle etwa zu gleichen Teilen nutzen, so Löffler. Insgesamt kommen die Sportstätten knapp 1400 Schülern zugute.
A und O: Schwimmen lernen
Ferner nutzen einige Schulen aus den Nachbargemeinden das Kreishallenbad für den Schwimmunterricht. Da der Anteil an Nichtschwimmern unter Kindern steige, forderte er ein Umdenken in der Gesellschaft. Der Staat stelle die Einrichtungen zur Verfügung, doch jeder selbst müsse seinen Beitrag leisten und etwas für die eigene Gesundheit tun. Mit den erneuerten Sportstätten biete der Landkreis künftig einen „Raum für aktive Bewegung“, sagte Löffler. Schließlich sei Bewegung gerade in Zeiten des ständigen Lebens mit Computer und Smartphone wichtig.
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Die Sanierung des Hallenbads und der Turnhalle ist laut Löffler eingebunden in die Bildungsoffensive des Landkreises. Man habe bereits viel Geld in die Berufsschule, FOSBOS, die Gymnasien und die Realschulen investiert. Demnächst sei die Realschule in Bad Kötzting an der Reihe. Dann, so Löffler, werde der Landkreis die Erneuerungen seiner vier Realschulen abgeschlossen haben.
In Roding markiere der lang ersehnte Spatenstich den letzten Meilenstein bei Sanierung, Umbau und Erweiterung der Schule. Da das Gebäude vor 60 Jahren errichtet worden ist, sei die Maßnahme „längst überfällig“, zumal die Technik im Bad zuletzt immer häufiger ausgefallen war und kostenintensive Reparaturen nach sich zog. „Der Landkreis hat sich für eine Sanierung entschieden, da diese deutlich wirtschaftlicher als ein vergleichbarer Neubau ist“, erklärte er.
Die Entscheidung sei eng mit der Stadt abgestimmt. Der Landkreis, betonte Löffler, habe sich immer zur Aufgabe in Roding bekannt – auch während der Debatte um ein mögliches Ganzjahresbad. Dann ging er auf die besonderen Akzente der Planung ein. Demnach wird das Gebäude komplett barrierefrei und die Außenfassade aus Holz gestaltet. Vorgesehen sind eine moderne Gebäudeautomation und eine PV-Anlage mit 90 kWp. Das Bad erhält eine neue Technik. Neu hinzu kommt ein kleiner Außengeräteraum. „Die Baupreise sind war erheblich gestiegen, das aktuelle Konzept ist jedoch bezahlbar“, so Löffler. Insgesamt kostet die Maßnahme 7,9 Millionen Euro, wobei der Landkreis dank hoher Förderungen nur 2,8 Millionen Eigenanteil schultern muss. Die Bauzeit beträgt zwei Jahre.
„Ein Tag der großen Freude“
Den Mut des Landkreises, so viele Projekte anzupacken, lobte Regierungsvizepräsident Luderschmid. Der Bildungsstandort Cham sei gerüstet für die Zukunft. Auch er sorgt sich um die Schwimmfähigkeit der Kinder. Früher konnten zehn Prozent nicht schwimmen, heute sind es schon 20 Prozent. Dabei gehe es auch darum, Leben zu retten. Außerdem kündigte der Redner an, dass die Fördersummen für Sportstätten erhöht werden sollen. Luderschmid wünschte der Baumaßnahme einen guten Verlauf, „damit bald alle wieder ins Nass springen können.“
Von einem „Tag der großen Freude“, sprach Rodings Bürgermeisterin Alexandra Riedl. Nach vielen Jahren der Planung stehe nun fest, dass die Stadt das Freibad und der Landkreis das Hallenbad saniert. Sie dankte dem Landrat für die guten Gespräche und die Zusammenarbeit sowie der Bundeswehr dafür, dass deren Sporthalle während der Bauphase genutzt werden kann. Das Bad sei nicht nur für die Schulen, sondern auch für die Vereine wie der Wasserwacht sehr wichtig, betonte Riedl.
Schulleiter Alexander Peintinger appellierte an die Eltern, ihren Kindern das Schwimmen zu lernen. Zudem zitierte er Winston Churchill, der sagte: „Keine Stunde, die man im Sport verbringt, ist verloren.“ Der Direktor ging sogar noch einen Schritt weiter: „Jede Stunde, die man im Sport verbringt, ist eine gewonnen Stunde.“ Er freue sich, die Gäste möglichst bald zur Einweihung der Schwimm- und Turnhalle begrüßen zu können.
Das Gebäude zu sanieren, sei die richtige Entscheidung, meinte Architekt Norbert Raith vom gleichnamigen Büro aus Kelheim. Ein ähnliches Projekt habe man bereits in Riedenburg umgesetzt. Neben der Barrierefreiheit mit Aufzug, behindertengerechten Toiletten und Umkleiden liegt laut Raith auch ein Schwerpunkt auf dem Thema Nachhaltigkeit. Rechnung getragen wird damit unter anderem mit einer hinterlüfteten und gedämmten Holzfassade.
