Ortsumgehung Altenkreith: Baubeginn nicht vor 2025 – Anwohner sorgen sich um Entwässerung

Seit Jahren laufen die Planungen für die Ortsumgehung Altenkreith. Mehrere Varianten wurden diskutiert, nun steht die grobe Trasse fest. Bei der Bürgerversammlung am Dienstagabend haben Bertold Schneider und Julian Detsch vom Staatlichen Bauamt Regensburg weitere Details vorgestellt. Alle Bedenken von Anwohnern konnten sie aber nicht ausräumen.
Über 100 Bürger waren in die Stadthalle gekommen und lauschten den Ausführungen der beiden Experten. Der Vorentwurf sei nun fertig, samt Eingriffsermittlung und Ausgleichsmaßnahmen sowie Lärmschutzmaßnahmen, sagte Detsch. Aktuell läuft dessen Genehmigung. Der nächste Schritt ist die Antragstellung des Planfeststellungsverfahrens. Die soll 2024 erfolgen. Die Unterlagen dafür werden 2024 erstellt. Parallel dazu laufen die Verhandlungen mit den betroffenen Grundstückseignern über die für die Maßnahme erforderlichen Grundstücke. Etwa 70 Grundeigentümer seien von den Baumaßnahmen betroffen. Die Kosten für den Grunderwerb müssten in den Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren berücksichtigt werden. Das Planfeststellungsverfahren wird dann von der Regierung der Oberpfalz überprüft und geht an die Ministerien in München und Berlin. Die Genehmigung soll 2024 oder 2025 kommen. Erst dann kann der Bau beginnen. Vor 2025 rollen also keine Bagger bei Altenkreith, stellten die Straßenbauer klar.
Künftig soll der Ortsteil südlich umfahren werden. Ziel der Ortsumgehung ist es, Altenkreith vom hohen Verkehrsaufkommen zu entlasten. Laut einer Messung von 2019 fahren pro Tag 17800 Fahrzeuge durch Altenkreith. Zudem sei der Bereich bei der Aral-Tankstelle eine Gefahrenstelle, die durch mehrere Einfahrten unübersichtlich sei und bei der es immer wieder zu Unfällen komme, so Detsch.
Das Projekt wird geplant mit einer Verkehrsprognose bis 2035. Wenn die Maßnahme abgeschlossen ist, sollen 18 900 Fahrzeuge über B16 und B85 fahren, nur etwa 1400 Fahrzeuge pro Tag fahren dann noch durch den Ort.
Die B16 wird in Richtung Staatsforsten verlegt und soll auf einer Länge von 2,5 Kilometern dreispurig ausgebaut werden, mit wechselseitigen Überholstreifen. In Nassen wird eine neue Anschlussstelle mit Verbindung zur Staatsstraße 2149 Richtung Walderbach entstehen.
Der Ausbau der B85 soll an das Stück, das aktuell ausgebaut wird, nathlos anschließen und ebenfalls vierspurig sein, mit jeweils zwei Fahrbahnen in beide Richtungen und damit auch Überholmöglichkeiten in beiden Fahrtrichtungen. Beim Industriegebiet Sanddickicht soll die Verbindung von B16 zur B85 erfolgen. Geplant ist ein großer Kreisverkehr auf zwei Ebenen. Das sei eine platzsparende Lösung im Vergleich zu einer klassischen Anschlussstelle, so Detsch.
Gerade die freiwilligen Lärmschutzmaßnahmen, die beispielsweise in Mitterkreith geplant sind, könnten das Vorhaben schwierig gestalten, denn die Grundstücksabgabe erfolgt hier auf freiwilliger Basis, die Eigentümer können nicht verpflichtet werden, anders als bei den Lärmschutzmaßnahmen, die verpflichtend sind, so Detsch.
Ein weiteres Problem stellt die Entwässerung dar. Der Vorentwurf sieht vor, eine bestehende, natürliche Senke auf acht Meter breite auszubauen und als Zufluss in den Regen zu nutzen. Der bestehende Abfluss in Mitterdorf sei dafür ausreichend. Das hätten die Berechnungen ergeben.
Hier äußerten Bürger Bedenken, ob der Abfluss bei Mitterdorf die Wassermassen fassen könnte, wenn nun zusätzlich das Wasser von den neu versiegelten Flächen hinzukäme. Detsch sagt, die Berechnungen wurden mithilfe von Datenmaterial des Statistischen Wetterdienstes auf der Basis eines 100-jährigen Regenereignisses berechnet und hätten gezeigt, dass der Abfluss dafür ausreichen würde. Das hat die Bürger nicht wirklich zufrieden gestellt, deren Bedenken blieben.
Detsch spricht beim fertigen Vorentwurf von einem Kompromiss zwischen dem Anliegen des Verkehrs und dem Flächenverbrauch der Baumaßnahme.
Eine tiefliegende Variante mit einem Tunnel wie etwas in Wetterfeld hat das Verkehrsministerium bereits vor einiger Zeit aus Kostengründen ausgeschlossen. Bürgermeisterin Alexandra Riedl machte klar, dass sich am Verlauf der Trasse nichts mehr ändern werde.
