Altenkreith: Ein Etappenziel auf dem Weg zur Ortsumgehung ist bald erreicht

Von Bastian Schreiner · 14. Juni 2023 um 11:30

Der Wunsch war klar: Ist der vierspurige Ausbau der Bundesstraße 85 vor den Toren der Stadt fertig, sollen die Bagger gleich weiterrollen und mit dem Bau der Ortsumgehung Altenkreith starten. Er bleibt aber unerfüllt.

Die Bauarbeiten sollen zwar Ende des Jahres abgeschlossen werden, doch für das neue Projekt gibt es noch lange kein Baurecht. Trotzdem plant das Straßenbauamt auf Hochtouren. Ein Meilenstein steht mit der Fertigstellung des Vorentwurfs an.

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Wie Baurat Julian Detsch, Abteilungsleiter Planung am Staatlichen Bauamt Regensburg, auf Nachfrage mitteilt, werde der Vorentwurf auf jeden Fall noch in diesem Jahr fertig. Die Unterlagen werden dann der Regierung der Oberpfalz und den Ministerium in München und Berlin zur Genehmigung vorgelegt. Nach der Prüfung ist wieder das Straßenbauamt am Zug, um – auch schon parallel zur Genehmigungsphase – die Planfeststellungsunterlagen zu erstellen.

Verlegung der B16

Das Verfahren selbst nimmt dann noch mal einige Zeit in Anspruch. Ziel ist es, Baurecht zu erwirken. Wann die Bagger in Altenkreith rollen, könne Detsch aktuell noch nicht einschätzen. Die Maßnahme sei in der Dringlichkeit aber als sehr wichtig eingestuft, sagt der Baurat.

Der Trassenverlauf steht weitgehend fest. Künftig soll Altenkreith im Süden umfahren werden. Einen Tunnel hatte das Verkehrsministerium schon 2018 aus wirtschaftlichen Gründen ausgeschlossen.

Der vierspurige Ausbau der B85 ist rund 3,6 Kilometer lang. Gleichzeitig wird die B16 nach Westen in Richtung des Staatsforsts verschoben und auf einer Länge von 2,5 Kilometern dreispurig ausgebaut. Der Lückenschluss zwischen den beiden Bundesstraßen ist beim Industriegebietes „Sanddickicht“ mit einer Anschlussstelle samt Kreisverkehr vorgesehen. „Gegenüber einer klassischen Anschlussstelle spart diese Variante Platz“, betont Detsch.

In Nassen wird eine neue Anschlussstelle mit Verbindung zur Staatsstraße 2149 Richtung Walderbach entstehen. Die bestehenden Straßen bleiben übrigens für landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge, Roller oder Radfahrer bestehen.

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Da neben dem Bau der B85-Ortsumfahrung auch die B16 verlegt wird und viele Grundstückseigentümer betroffen sind, bezeichnet er das Projekt durchaus als komplex. Dafür gebe es später bei den Bauarbeiten einen Vorteil, da die Trassenführung unabhängig sei und der fließende Verkehr deshalb nicht so stark beeinträchtigt werde.

Momentan führt eine Firma sogenannte Erkundungsbohrungen entlang der geplanten Trasse durch. Die Mitarbeiter sind mit einem Sondierungsgerät und einem großen Bohrer rund um Altenkreith unterwegs, um Proben aus dem Erdreich aus einer Tiefe zwischen sechs und 15 Metern zu entziehen. Damit will das Staatliche Bauamt detaillierte Aussagen über die Beschaffenheit des Untergrunds gewinnen und die vorliegenden Daten verdichten. Die Bohrkerne werden zur weiteren Untersuchung in ein Labor geschickt. Eine geotechnische Sachverständige wird laut Detsch dann sämtliche Informationen in einem Gutachten zusammenfassen.

Die Bohrstellen ergeben sich aus den geplanten baulichen Maßnahmen, etwa Brücken oder Regenrückhaltebecken. „Wo beispielsweise künftig ein Widerlager stehen soll, wird tiefer erkundet“, erklärt Detsch. Addiert man alle Bohrungen, ergibt es eine Bohrlänge von insgesamt 880 Metern. Die Standorte müssen aber nicht zwangsläufig im Trassenverlauf liegen, sagt der Baurat, der in Altenkreith keine großen Überraschungen erwartet.

Erkundet werde, ob sich im Untergrund Felsen oder Lockergestein befindet. Wichtig für die Planung sowie die Bauarbeiten sei auch die Tiefe des Grundwasserspiegels. Mit den Erkenntnissen können später auch Bauunternehmen ihren Aufwand kalkulieren – sei es bei der Wahl der Bagger oder der Wiederverwendung von Aushubmaterial. Zudem fließen die Aussagen des Gutachtens in die Planfeststellung ein. „Das betrifft vor allem die Bereiche Wasserrecht und Umweltschutz“, so Detsch.

Ersatzflächen für Landwirte?

Die Bohrungen, die mit den Grundstückseigentümern abgesprochen sind und noch einige Wochen andauern, werden übrigens dem Landesamt für Umwelt zur Verfügung gestellt. „Die Geologen können die Daten sammeln und in den Umweltatlas Bayern einfließen lassen“, sagt er.

Das Straßenbauamt stehe mit den Grundstückseigentümern weiter in Kontakt. Zumal einige Landwirte, die auf ihre hofnahen Flächen angewiesen sind, vom Trassenbau betroffen sind. Diese hoffen auf angemessene Ausgleichsflächen. „Wir sind bestrebt, jedem Ersatzland anzubieten“, betont Detsch. Es sei aber schwierig, eine Lösung für alle zu finden.

Mit Spezialgeräten wird der Boden rund um Altenkreith momentan untersucht. Foto: Bastian Schreiner