Landkreis saniert in Roding Hallenbad und Turnhalle

Von Bastian Schreiner · 14. April 2023 um 15:00

Die Stadt saniert ihr Freibad, der Landkreis sein Hallenbad: In Roding werden jetzt die beiden in die Jahre gekommenen und damit auch sehr reparaturanfälligen Bäder auf Vordermann gebracht.

Im „Platschare“ am Nanzinger Weg laufen schon erste Bauarbeiten – und ab dem Frühsommer soll die Erneuerung des Gebäudekomplexes in der Mozartstraße starten.

Saniertes Freibad statt Ganzjahresbad Roding

Ende 2020 hatte die Stadt den Landkreis informiert, dass das Projekt „Ganzjahresbad Roding“ endgültig nicht verwirklicht wird und stattdessen das städtische Freibad saniert werden soll. „In der Folge hat sich der Landkreis entschlossen, den letzten Bauabschnitt der Sanierung der Realschule, der bisher zurückgestellt worden ist, in Angriff zu nehmen. Dies entspricht übrigens auch dem ausdrücklichen Wunsch der Stadt Roding und der Schulleitung der Realschule“, teilt Fabian Koller, Pressesprecher des Landratsamtes, mit.

Der Landkreis entscheide sich immer dann für eine Sanierung, wenn diese deutlich günstiger beziehungsweise wirtschaftlicher sei als ein Neubau. Dies ist laut Koller hier der Fall. Zudem seien die räumlichen Gegebenheiten im Umfeld der Rodinger Realschule auch begrenzt, weswegen eine Sanierung im Bestand gewählt wurde.

Anfang Juni werden das Kreishallenbad und die Realschulturnhalle außer Betrieb genommen. Danach werden die Räume ausgeräumt. Im Anschluss beginnt der eigentliche Rückbau und die Sanierung. „Das sanierte Gebäude steht voraussichtlich ab Sommer 2025 wieder zur Verfügung“, informiert Koller über den Zeitplan.

Sportunterricht in Roding teilweise im Freien

Welche Alternativen gibt es für die Hallennutzer? Die Einfachturnhalle nutzen während des Schulbetriebs zu etwa gleichen Anteilen die Realschule und die Grund- und Mittelschule Roding. Einen Teil der Sportaktivitäten werden die Schulen bei passender Witterung ins Freie verlagern. Soweit der Sportunterricht nicht auf das angrenzende Kreissportfeld verlegt werden kann, werden die Schulen auf andere Sportstätten ausweichen. Dazu laufen laut Koller derzeit noch Gespräche. Vereine könnten teils in die große Aula der Realschule ausweichen. Die Dreifachturnhalle in der Nähe könne – wie im bisherigen Umfang – weiter genutzt werden.

Die Gesamtkosten für die Maßnahme belaufen sich auf rund 7,9 Millionen Euro (inklusive einer neuen PV-Anlage). Der Landkreis Cham kann mit einer Förderung rechnen, so dass er demnach selbst nur 2,8 Millionen Euro schultern muss. Geplant werden derzeit mit Fördermitteln in Höhe von knapp 3,4 Millionen Euro und einem energetischen Zuschuss von circa 1,8 Millionen Euro.

Das Hallenbad samt Turnhalle – beides in den Jahren 1962 und 1963 in Roding errichtet – soll nicht nur in neuem Glanz erstrahlen, sondern auch energetisch saniert und barrierefrei gestaltet werden.

Hallenbad und Turnhalle künftig barrierefrei

Durch rollstuhlgeeignete Parkplätze nahe am Haupteingang, Aufzug und barrierefreie Umkleiden sowie einem mobilen Beckenlift werde das Kreishallenbad als auch die Sporthalle künftig für alle Nutzer barrierefrei nutzbar sein, informiert der Pressesprecher.

Ferner werde das Gebäude mit dem Einsatz einer PV-Anlage (circa 90 kWp Leistung zur Eigenversorgung) in Kombination mit Flächenheizungen, Lüftungsanlagen, Wärmepumpe und Gebäudeautomation auch hinsichtlich der Haustechnik auf einen zukunftsfähigen Stand gebracht.

Energetisch werde das Gebäude durch die Dämmung der Außenfassade, den Tausch von Fenstern und Türen sowie weiteren Maßnahmen modernisiert. Statt den üblichen Wärmedämmverbundsystemen komme eine hinterlüftete und gedämmte Holzfassade zum Einsatz, die den ökologischen Charakter auch nach außen zeigt.

Zugang zum Rodinger Schwimmbad über Drehkreuz

Neuerungen gibt es zudem mit Blick auf den funktionalen Betrieb: Es werden je Geschoss getrennte Umkleiden für den Schul- als auch den öffentlichen Betrieb geschaffen. Dies ist bisher nicht der Fall gewesen. Der Zugang zum Schwimmbad erfolgt während der Öffnungszeiten über ein modernes Kassensystem mit Drehkreuz.Des Weiteren entstehen ein Konditionsraum sowie ein Ersatzneubau in Holzbauweise für den veralteten Außengeräteraum.

Werden die Öffnungszeiten für Gäste künftig ausgeweitet, wenn das Hallenbad für viel Geld saniert ist? Dazu schreibt Fabian Koller: „Nach aktuellem Stand werden die öffentlichen Badezeiten in gleichem Umfang beibehalten. Die Nutzungszeiträume für Wasserwacht, Vhs, Bundeswehr und örtliche Vereine sollen fortgeführt werden.“

Das Schulschwimmen im Hallenbad dominiert mit einem Anteil von 60 Prozent an den gesamten Stunden. -Foto: MZ-Archiv