Bauplätze, städtische Angebote im Alten Landratsamt oder Spielplatz mit „Aha“-Effekt?

Von Beate Weigert · 14. Juli 2023 um 19:00

Seit drei Jahren ist Kelheims Bürgermeister im Amt. Bei diesen Themen tut sich demnächst etwas, für andere macht sich Christian Schweiger grundsätzlich stark.

• A wie Altenheim: Bürgermeister Schweiger verhandelt aktuell mit vier Bewerbern für den Bau eines Seniorenheims. Woher diese stammen, will Schweiger nicht sagen. „Das ist völlig gemischt.“ Ab der zweiten Jahreshälfte 2024 ist der Standort erschlossen. Bisher habe er „von keinem Bauträger, Investor oder Eigenbetriebler gehört, dass es am Zeitrahmen liegen würde“. Meine Aussage: „Dass bis 2026 ein Seniorenwohnheim steht. Ich denke, dass das nach wie vor umsetzbar ist. Nicht-öffentlich berichte er im Stadtrat monatlich von den Fortschritten, so Schweiger. Bis September könnte es im Stadtrat in die Entscheidungsphase gehen. „Es wird kein Seniorenwohnen, sondern ein Pflegeheim.“ Ein künftiger Träger müsse „bezirksgenehmigte Plätze“ für alle Bürger anbieten.

• B wie Bauen: Seit er Bürgermeister ist, kaufe die Stadt Flächen, um selbst Wohnraum zu gestalten. In „Hohenpfahl West“ soll eine Ökomodell-Siedlung realisiert werden. „Ich bin dafür, dass wir Gebäude mit der Stadtbau verwirklichen und zum Teil, wenn gewünscht, auch vermieten, „damit sich auch Familien mit normalem Einkommen ein Haus mit Garten leisten können“, so Schweiger. Auch in den Ortsteilen liefen Gespräche, „die man vorne rum nicht so mitkriegt“, um Bauland zu schaffen.

• E wie Erlebnisspielplatz: In Kelheim gibt es viele Spielplätze in den Wohngebieten. Im Wahlkampf warf Schweiger aber auch einen Erlebnisspielplatz in den Ring. Die neue Stadtbaumeisterin sei beauftragt, ein Konzept für einen „Aha“-Spielplatz auszuarbeiten. Entwickelt werden könne so etwas nur mit Familien.

• I wie Innenstadt: Die Altstadt hat laut Schweiger seit 2020 „eine tolle Entwicklung genommen“. Es gebe lebendige Geschäfte, „es brummt, wir haben gastronomisch zugelegt und es wird noch mehr kommen“. Es gebe zunehmend bürgerschaftliches Engagement. Mit dem Ettnerhaus lasse die Stadt(bau) selbst ein „Schmuckstück“ entstehen.

• P wie Parkplätze: Viele Erwachsene wünschen sich in Kelheim mehr (altstadtnahe) Parkplätze. Neben dem jüngst im Stadtrat diskutierten Parkdeck am Niederdörfl steht seit dem Wahlkampf 2020 auch ein mögliches Parkdeck in der Brunngasse als Idee im Raum. „Wenn wir im hinteren Bereich Parkplätze schaffen, würde das entlasten“, so Schweiger. Denn die Stadt braue beides: frequenzbringende Kurzzeitparkplätze für die Geschäfte in den Hauptachsen und Parkplätze für die zunehmende Zahl an Altstadtbewohnern (aktuell 829). Am Wohnmobilstellplatz werde aktuell ein Kennzeichen-Scanner getestet. Damit könne man ggfs. auch andere Parkplätze nachrüsten und so dort Stellplätze für Anwohner freischalten.

• L wie (Altes) Landratsamt: Das Alte Landratsamt ist eine Immobilie in schönster Kelheimer Lage. Die Stadt habe laut Schweiger „großes Interesse“, dass das Areal auch optisch gut entwickelt wird. Es gebe viele Nutzungen, die man umsetzen wolle, so Schweiger. Musikschule, VHS, eventuell eine Jugendherberge wäre da gut und schön zentral aufgehoben. „Wir bringen uns als Stadt gerne beim Besitzer ,Freistaat Bayern’ ein, um für Kelheim Nutzungen voranzubringen.“

• T wie Tourismus: Kelheim zieht „wahnsinnig“ viele Menschen an, die hier ihre Freizeit oder Urlaub verbringen wollen, so Schweiger. Positive Entwicklungen sieht er im kulinarischen Angebot, „aber da geht noch mehr. Schön wäre es, „wenn der Kralik-Kiosk erhalten bleibt“. Sonst brauche Kelheim weitere, „hochwertige Unterbringungsmöglichkeiten“ – Wohnmobilstellplätze etwa oder weitere Pensionen. Beides sei sehr gefragt. Mit vielen Veranstaltungen könne man punkten. Wichtig sei, „das immer etwas geboten ist“. Vieles gebe es, man müsse es aber besser kommunizieren.

• W wie Wieder-Kandidatur: Ob Schweiger in drei Jahren wieder kandidieren wird? Ihm mache „die Aufgabe mehr Spaß denn je“, entgegnet er. Trotz vieler Widrigkeiten, auch bürokratischer Natur, könne etwas geschaffen werden. „Für das Technologietransferzentrum bin ich anfangs ausgelacht worden, jetzt ist es da. Es wird sehr wichtig werden für den Industrie- und Technologie-Standort Kelheim, auch wenn sich das viele noch nicht vorstellen können.“