Gegenwind für Gloria: Zwei Demos zum Auftakt der Regensburger Schlossfestspiele

Zum Auftakt der Regensburger Schlossfestspiele haben sich zwei Demonstrationen angemeldet. Die einen wollen die Fürstin „wegbassen.“ Die anderen wollen sie „in die Galaxis schicken.“ Das ist geplant.
Freitagabend ruft die Jugend des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) unter dem Motto „Thurn und Taxis - ab in die Galaxis! Keine Festspiele dem Möchtegernadel!“ zu einem Demonstrationszug vom Bahnhof zum Emmeramsplatz auf. Einem DGB-Jugend-Sprecher zufolge rechnen die Organisatoren mit 200 bis 300 Teilnehmern. Störaktionen sind nicht geplant. Der Auftakt der Schlossfestspiele soll dem Sprecher zufolge nicht verzögert werden.
Vielmehr nehme der DGB den Auftakt zum Anlass, um auf das Weltbild der Schirmherrin aufmerksam zu machen. Man versuche den Ticketkäufern zu vermitteln, „wem sie da eigentlich das viele Geld hinterhertragen.“ Der Sprecher weiter: „Wer ins Schloss geht, befördert damit auch die politische Agenda von Gloria von Thurn und Taxis.“ Sie sei eine rechtsradikale Irre, die sich in allerlei verschwörungsideologische Erzählungen verstrickt. „Wir wollen ihr, ihrem Weltbild und ihren Äußerungen sichtbar und hörbar in Nähe des Schlosses widersprechen und verdeutlichen, dass die verklärenden Zeiten der schrulligen und exzentrischen Fürstin vorbei sind“, sagt der Sprecher.
Nicht die erste Demo gegen Gloria
Die DGB-Jugend sorgte schon im Dezember für Aufsehen: Pünktlich zum Christkindlmarkt im Schloss organisierte die Gewerkschaft einen Stand am Emmeramsplatz, an dem sie Kritik an bestimmten Äußerungen der Fürstin übte.
Am Samstag findet eine zweite Demonstration statt: Die Klimaschutzgruppe Fridays for Future protestiert ab 19 Uhr „Klimamahnwache – Musik für alle. Open Mic, Austausch und Movement Building“ auf dem Emmeramsplatz. Auf Instagram bewerben die Aktivisten die Demo mit dem Slogan „Gloria wegbassen.“ Die Mahnwache sei „ein kostenloses Alternativprogramm zu dem elitären und überteuerten Festival“ sein, teilt eine Sprecherin von Fridays for Future mit.
Kommt auch die Letzte Generation?
Welche Künstler auf der offenen Bühne auftreten, steht noch nicht fest – mit zwei Ausnahmen: die Punk-Band „The Tummy Organs and 1 Pum“ und das lokale Musikprojekt „Apollo Papillon“ werden spielen. In erster Linie gehe es darum, dass die Künstler demokratische Grundprinzipien vertreten. Damit wolle man einen Kontrast zur Familie Thurn und Taxis setzen. Zum Motto „Gloria wegbassen“, sagt die Sprecherin: „Unsere Bässe, die für ein demokratisches und gemeinwohlorientiertes Miteinander stehen, werden Frau T.u.T., sollte sie sich aus ihrem Schloss trauen, bestimmt schnell wieder vertreiben.“ Inwiefern sich das Publikum durch die reine Existenz des Kulturprogramms gestört fühle, könne man nicht beeinflussen, sagt die Sprecherin weiter.
Eine Frage bleibt indes offen: Inwiefern wird die Letzte Generation die Schlossfestspiele als Plattform für Protest nutzen? Ein Sprecher sagte auf Anfrage, dass man sich dazu nicht äußern werde. Die Klima-Aktivisten fielen in den vergangenen Wochen immer wieder mit Attacken auf Orte des Luxus auf. Anfang Juni besprühten Mitglieder der Letzten Generation beispielsweise Geschäfte und ein Hotel auf Sylt.