Spannende Tage vor der Premiere: St. Emmeram ist schon im Festspielmodus

Von Heike Haala · 11. Juli 2023 um 09:57

Seit Anfang Juli geht es wieder rund auf St. Emmeram. Denn am Freitag beginnen die Schlossfestspiele. Ob im Festspielrestaurant, bei der Tribüne für das Publikum oder auf der Bühne mit dem markanten durchsichtigen Dach: Bis dahin muss alles an seinem Platz sein.

Josef Pollinger, Produktionsleiter beim Veranstalter Odeon Concerte, erklärt, wie das abläuft. Wie bei einem guten Zeitmanagement müssen auch bei den Schlossfestspielen zuerst die großen Dinge eingetütet werden, bevor die kleineren an Ort und Stelle kommen: Deswegen stehen inzwischen schon die Pagodenzelte mit den weißen Spitzen im Park oder eben die Tribüne und die Bühne im Hof.

Die Opernkulisse kommt

Jetzt geht es um die Technik: Scheinwerfer, Lautsprecher, Bildschirme. Bereits am Mittwoch wird das Ensemble des Mainfranken Theaters Würzburg anreisen und mit dem Aufbau der Kulissen von Mozarts Zauberflöte beginnen. Denn am Donnerstag ist Probentag. Zwei Durchläufe stehen dann auf dem Programm, damit am Tag der Premiere auch jeder Ton sitzt. Die Oper und die beiden darauffolgenden Tage halten einiges an Aufregung für Pollinger und sein Produktionsteam bereit. Denn die Musik für die Oper wird nicht live gespielt. Sie kommt per Übertragung aus dem „schönsten Orchestergraben der Welt“, wie Pollinger den Ballsaal auf Schloss Thurn und Taxis bezeichnet.

Sobald die ersten beiden Abende auf diese Weise bestritten sind, muss die Oper auch eilends wieder von der Bühne geräumt werden. Denn am Sonntag um 6 Uhr reist das Ensemble des Cocomico Theaters mit Bibi Blocksberg an, das um 10.30 Uhr loslegen soll. Aber auch diese Künstler müssen so schnell wie möglich Platz machen, denn am Abend soll bereits Giovanni Zarella auftreten. Persönlich freut Pollinger sich am meisten auf die Operngala mit Jonas Kaufmann. Immerhin ist er mit dem schon einmal auf der Bühne gestanden. Am Abend mit Eros Ramazotti ist Pollinger ebenfalls für die Produktion verantwortlich. „Das ist schon eine Liga. Der tritt zum ersten Mal in Regensburg auf“, begründet er seine Nervosität.

Auch Ludwig Söll, Prokurist bei Odeon Concerte, stehen nun spannende Tage ins Haus. Er wird es sich nicht nehmen lassen, jedes Konzert zu besuchen. Am meisten freut er sich auf die Zauberflöte. „Die Kulisse ist einfach märchenhaft“, schwärmt er. Gedanklich ist er schon einen Sommer weiter bei der Bestückung des Programms für die Schlossfestspiele 2024.

Vor dem Schloss hat derweil das Team um Stephanie Birnthaler alle Hände voll zu tun. Immerhin sollen sich in dem Zelt des Festspielrestaurants jeden Abend bis zu 400 Gäste nach Strich und Faden verwöhnen lassen. In ganz Deutschland und Österreich hat Birnthaler dafür Spitzenköche angeheuert. Bis der erste Gang dort die Küche verlassen kann, wird sich die Restaurantleiterin mit ihrem Team nun noch um die Möblierung kümmern – und natürlich um die Dekoration.

Italienische Sommerabende

Sommerliche Blumengestecke, mondäne Vasen, Barockspiegel – wer schon einen Sommerabend hinter diesen Zeltbahnen verbracht hat, weiß dass Birnthaler dafür ein unfehlbares Händchen hat. In diesem Jahr hat sie sich ein neues Arrangement einfallen lassen: „Etwas sommerlich Frisches“, kündigt sie vielversprechend an.

Gespannt ist sie schon auf die Abende mit Eros Ramazotti und Giovanni Zarella. „Wenn da das Wetter passt, könnte es wunderbare italienische Sommernächte geben“, sagt Birnthaler. Das sei beim Auftritt von Zucchero vor einigen Jahren auch schon so gewesen.

Die Pagodenzelte für das Festspielrestaurant werden dekoriert.
Die Bühne steht schon.