Rund 100 Künstler fordern Boykott der Regensburger Schlossfestspiele

Von Marianne Sperb · 11. April 2023 um 15:30

Rund 100 Vertreter der Regensburger Kulturszene machen sich für einen Boykott der Thurn und Taxis Schlossfestspiele stark.

Lesen Sie dazu auch denStandpunkt von Marianne Sperb.

Sie verweisen auf „rassistische, homophobe und wissenschaftsfeindliche Äußerungen“ von Gloria von Thurn und Taxis: „Mit Entsetzen beobachten wir seit Jahren die rechtskonservative Radikalisierung von Frau Gloria von Thurn und Taxis.“ Der offene Brief appelliert, den Festspielen 2023 fernzubleiben: „Lassen wir es nicht zu, dass Kunst und Musik für die politische Propaganda der Schirmherrin missbraucht werden.“

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Die Adlige ist Schirmherrin des Festivals, das seit 2003 im Hof des Fürstenschlosses stattfindet und rund 30.000 Fans anzieht. Veranstalter ist die Agentur Odeon Concerte, die seit Jahrzehnten Stars aus Klassik und Pop nach Regensburg holt. Odeon Concerte kommentierte den Aufruf am Dienstag nicht. „Das ist eine politische Sache“, sagte Inhaber Reinhard Söll der Mediengruppe Bayern. „Da mischen wir uns nicht ein.“ Die Stadt Regensburg würdigte die Festspiele auf Anfrage als Bereicherung und kulturelles Highlight, betonte aber auch: „Von den Aussagen der Fürstin distanziert sich die Stadt.“